Meine Mutter ist freiwillig seit 14 Jahren arbeitslos - ich komme nicht mehr drauf klar?

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11 Antworten

Meine Mutter hat früher ja auch noch 2 mal Kindergeld und Unterhalt von meinem Vater bekommen,

Kindergeld bekommen Eltern immer, das soll eigentlich eine finanzielle Entlastung von Eltern sein. Und Unterhalt vom Vater ist Geld für die Kinder - darauf hätte sie nicht mal verzichten dürfen.

und dann noch Arbeitslosengeld oder so. 

Das kann man nur erhalten, wenn man in den letzten zwei (früher: drei) Jahren vor dem Bezug des ALG auch gearbeitet hat. Dafür bezahlt man Arbeitslosenversicherung (als Teil der Sozialabgaben).

Also ... erstmal - deine Einstellung beeindruckt mich. 

Immerhin hätte aus dir in einer solchen Umgebung genau so ein "Luxusgeschöpf" werden können, dem ein vermögender Mann das Wichtigste ist und nicht das selbst verdiente Geld.

Mancher Mann , vor allem in einem intellektuellen Beruf wie dein Stiefvater, sieht es auch als eine Frage des Images an, dass er einer Frau ein solches Leben bieten kann.

Sicher gibt es auch eine ganze Reihe anderer Frauen, die deine Mutter um ihr Leben beneiden.

Du wirst deine Mutter nicht mehr ändern können. Und wer 14 Jahre aus dem Berufsleben raus ist, der hat auch kaum Chancen auf eine mehr als minimal bezahlte Arbeit mit wenig Anspruch. Das wird sie selbst wissen und deshalb wird es wohl auch bei den Überlegungen bleiben.

Aber dass dir dein Job wichtig ist und die Selbstbestätigung, die du aus deiner Arbeit beziehst - das finde ich ehrlich toll.

Ich finde, es gibt kaum etwas Schlimmeres als eine so totale Abhängigkeit von einem anderen Menschen - und deine Mum ist abhängig von ihrem Partner.

Also gestalte dein Leben anders, unabhängig eben. Das Gefühl, sein eigenes Leben auch finanziell selbst gestalten zu können, diese Freiheit kann dir kein noch so toller Mann ersetzen.

Ich habe ein paar Jahre lang als allein erziehende Mutter zweier Söhne, einer dazu noch mit einer autistischen Behinderung, immer gearbeitet, Vollzeit, und ich tue es auch heute mit Mitte 50 noch. Ich könnte mir auch nichts anderes vorstellen, (obwohl ich es nicht müsste). 

Bitte bewahre dir diese tolle selbstbewusste Einstellung auch weiterhin.

Liebe Grüße Anne

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Wenn man gemeinsamm beschließt das ein Partner zuhause bleibt um sich um Haushalt und Kinder kümmt (Kinder von A nach B fahren, bei den Hausaufgaben helfen, Kochen, Putzen...) dann ist das deren sache.

Ein normaler Haushalt ist mmn keine vollzeitbeschäftigung. Ein Haushalt mit 1-2 Kindern die durch die wohnlage bedingt auch häufiger mal irgend wo hin gefahren werden müssen (Schwimmen, Freunde, Hobbies) ist aber durchaus einiges an Aufwand. Das ist nicht unbedingt zeitgleich mit nem 40 Stunden job machbar.

Ich sehe da dann auch keinen Grund Sie deswegen fertig zu machen.

Sie liegt dem Staat jetzt nicht auf der Tasche (stiefvater zahlt)

Sie liegt nicht nur auf der faulen Haut (ich nehme mal an Sie hat Haushalt und deine erziehung übernommen)

Er ist mit dieser Lösung zufrieden und Sie ist es auch.

Vor 30-40 Jahren war das noch üblich. Nur weil das Heute nicht mehr der Fall ist ist es aber deswegen noch lange nicht schlecht.

Man darf das halt nicht verwechseln mit jemandem der zuhause sitzt obwohl die Putzfrau alles putzt und den Tag nur im Kosmetikstudio verbringt oder jemandem der auf Staatskosten zuhause sitzt ohne die Intention einen Job zu finden.

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Deine Mutter hat also NICHTS gemacht? Sie hat nie einen Handschlag im Haushalt getan? Sie hat nie für Dich Wäsche gewaschen (nur als Beispiel)?

ALG 1 stand ihr zu, weil sie früher mal gearbeitet hat. Kindergeld und Unterhalt standen ihr zu für Eure Erziehung.

Deine Mutter ist deswegen kein "Sozialschmarotzer" - solche Menschen gibt es gar nicht.

Sie hat das Leben mit ihrem Mann so GEWOLLT.

Halte also den Ball flach und erbringe erst mal die Leistungen, die Deine Mutter erbracht hat. Kinderziehung ist nämlich Arbeit.

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die Medaille hat zwei Seiten. Einmal muss dein Stiefvater damit einverstanden sein, er sponsort sie schliesslich, und dann ist da noch deine Mutter. Wenn sie damit klarkommt nicht zu arbeiten, gibt es später auch wenig bis keine Rente für sie. Also ist wieder von deinem Stiefvater abhängig. Hast du mal mit deinem Stiefvater darüber gesprochen? Wie steht er dazu?

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Kommentar von voruebergehend
03.08.2016, 19:42

So eng ist unsere Bindung nicht, als dass wir über sowas reden könnten... Das Thema ist ja auch ein Stück weit emotional und wir haben immer eher so eine Ko-Existenz geführt. :/

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Deine Mutter ist ja kein Sozialschmarotzer, ihr Mann zahlt ja den Unterhalt freiwillig für sie.  Vielleicht geht er ja sehr gerne viel arbeiten und ist froh, jemanden zu Hause zu haben, der ansonsten alles regelt und sich um alles kümmert. Eine Haushälterin wäre sicher auch nicht günstiger und die müßte er auch bezahlen. 

Oft muss man als Arztfrau auch noch andere repräsentative Aufgaben erfüllen, Gäste bewirten, soziale Tätigkeiten und man soll nach was Aussehen (gute Kleidung usw.). Viele Hausfrauen und Ehefrauen halten erfolgreichen Männern den Rücken frei, damit sie erst erfolgreich sein können. Die Frauen haben zwar oft ausreichend Geld, müssen aber dafür oft auf den Ehemann verzichten, weil der immer unterwegs ist, sie sind quasi mehr oder weniger alleinerziehend, müssen alles alleine entscheiden und sich um alles alleine kümmern. Auch das ist alles Arbeit, auch wenn sie nicht offiziell bezahlt wird. 

Wie auch immer, es ist die Sache deiner Eltern, wie sie das regeln wollen. Und deine Mutter hat das Leben ja auch so gewünscht, da muss sich keiner dafür schämen. Und du auch nicht. 

Aber natürlich kannst du eigene Wege gehen. Ich habe auch mein Leben lang gearbeitet. Und ich schätze meine Unabhängigkeit.

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Kommentar von voruebergehend
04.08.2016, 17:29

Danke für deine Worte. Ich weiß, dass man es auch nicht ändern kann. Möchte aber noch dazusagen, dass meine Mutter noch NIE repräsentativ da war, sie geht nicht zu Veranstaltungen meines Vaters, hat keine Hobbies, hat uns Kindern nie was für die Schule gemacht; Schulbrote mussten wir auch selber machen, alles eigentlich. Meine Mutter ist eher die, die in Schlabberklamotten zuhause fern sieht. Vielleicht ist mir die Arbeitslosigkeit auch deshalb so peinlich, weil meine Mutter eben nicht die ist, die 24/7 was zu tun hätte, uns rumgefahren hätte oder sonst was und sich mit Freundinnen trifft, sondern weil sie eben eigentlich nur zuhause war und uns nach der Schule was gekocht hat. Das war eigentlich ihre einzige Aufgabe. Meistens war es Tiefkühlessen.
Naja, was soll man da sagen?

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Kommentar von voruebergehend
04.08.2016, 17:31

Und ihr Mann hat gesagt, er wäre gerne öfter zuhause, um seinen Hobbies nachgehen zu können. Für die hat er wenig Zeit.

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Frag doch deine Mutter mal wieso sie nicht arbeiten geht

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Kommentar von voruebergehend
03.08.2016, 19:43

Sie sagt halt seit 5 Jahren oder doch dass sie am Überlegen sei, oder halt "keine Ahnung".

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Es gibt sehr viele paare mit kindern, wo nur einer arbeiten geht und ausreichend geld verdient und das ist dein stiefvater. Außerdem darf man kindererziehung, haushalt usw. Auch nicht als nichts abtun. Dafür war deine kutter immer für dich da, was andere mütter dann wieder nicht können.

Insofern finde ich deine aussagen über deine mutter gerade sehr extrem.

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Das tut mir leid für dich

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Konfrontiere sie mal damit

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Früher war es ziemlich normal, dass die Mutter zu Hause geblieben ist. Meine Mutter hat auch über 10 Jahre nicht gearbeitet. Es war einfach nicht nötig. Mein Vater hat alleine genug verdient und sie konnte so mehr für uns Kinder da sein. Ist doch schön, wenn das geht.

Ich finde es heute auch nicht verwerflich so zu leben. Sie scheint ja auch nicht vom Staat zu kassieren.

Sie muss sich halt bewusst sein, dass sie später nicht so viel Rente bekommen wird und somit von ihrem Partner abhängig ist.

Schämen musst du dich für deine Mutter nun wirklich nicht. Gibt schlimmeres.

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Da kann ich dich gut verstehen.

Ich habe auch immer gearbeitet und mache es noch. Die Leute die sagen ich bin Hausfrau und Mutter , schlimmer noch "Mammi" , kann ich auch nicht verstehen. Mir würde auch die Decke auf den Kopf fallen.

Außerdem ist es mir immer wichtig, auch Vorbild für mein Kind zu sein. Wie erklärt man es dem Kind, dass andere für mich arbeiten, damit es mir gut geht?

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