Matt in 2 Zügen?
Das hier hatte ich vor 5 Jahren zusammengestellt. Die Thematik ist folgende: es gibt eine "Verführung", die mit einem Matt X droht und die an genau einem Zug Y scheitert. In der Lösung aber ist es so: nach dem Zug Y folgt genau dieses Matt X.
Man nennt dies "Dombrovskis Paradox".
2 Antworten
Der Springer auf c8 und der Läufer auf a7 haben in der Grundstellung keine Aufgabe. Hier kann man sogar die goldenen Mittelspiel-Regeln anwenden, um relativ zügig zur Lösung zu gelangen.
Nichtsdestotrotz: Obwohl ich in meinem Leben schon Hunderte 2-Züger gelöst habe, ist jede Aufgabe irgendwie etwas ganz Besonderes. Well done an OlliBjoern, der mir hier für ein paar Minuten meine Langeweile vertrieben hat.
Danke für den Stern und auch für deine Erläuterungen. Sorry, dass ich die Verführung nicht in Erwägung gezogen hatte. Es schien mir irgendwie selbstverständlich, dass der Bauer die Kontrolle über die potenziellen Fluchtfelder d4 und f4 behalten sollte. Das kenne ich von meinen eigenen Kompositionen so. Jetzt, wo du die Idee beschrieben hast, macht es aber Sinn. Dabei fällt mir auf, dass mir die Variante 1. e4 Lxe4 2. Txe4# völlig entgangen war. Hätte ich das auf Anhieb gesehen, wäre wohl auch ich auf die Verführung „reingefallen“.
Weiß muss in nur zwei Zügen mattsetzen. Also suchen wir nach einem ersten Zug, der keine sofortige Drohung offenbart, sondern Schwarz in eine Falle laufen lässt.
- Springer zieht nach b6.
- Du opferst keinen Stein, du gibst keine direkte Schachdrohung – aber plötzlich hängt die ganze schwarze Stellung in der Luft.
- Wenn Schwarz einfach irgendwas zieht, kommt sofort Springer d7 und der König ist matt – nichts kann mehr fliehen.
- Wenn Schwarz denkt: „Aha, ich nehm’ den Springer weg oder schiebe ’nen Bauern davor“, stolpert er direkt in andere Matts – mal durch den Läufer, mal durch den Turm.
Es ist wie eine perfekte kleine Mausefalle: der erste Zug (Sb6) legt nur den Köder hin. Schwarz sieht noch Möglichkeiten, aber jeder Versuch führt ins Matt – mal hübsch, mal brutal, aber immer sofort.
Kurz gesagt: Weiß tut im ersten Zug fast nichts, aber genau dieses „Nichts“ ist der Trick – weil es alle Netze für den schwarzen König spannt, und egal wie er zappelt, er landet nach dem zweiten Zug regungslos im Matt.
Stimmt. Der Zug Sb6 ist recht offensichtlich.
Die Idee dabei war, dass 1.e4 auch Matt droht (2.Td5), dass aber nur 1... Lg4 das abwehrt. In der Lösung folgt aber auf Lg4 genau dieser Mattzug (Td5).