Manga-Manuskriptpapier und Rasterfolie?

1 Antwort

um ehrlich zu sein, bezweifle ich dass das heutzutage noch eine gute Idee ist. Zum Einen sind Scanner inzwischen so gut, dass sie auch die blauen Linien erfassen (es sei denn sie haben spezielle Programmeinstellungen die das verhindern) und zum Anderen hat die digitale Zeichnung die klassische am Papier inzwischen weitestgehend ersetzt.

Bis auf absichtliche Zeichnungen die als Blatt vermarktet werden (signierte Handzeichnungen zum Beispiel) arbeitet man in der Branche eigentlich nur mehr digital. Und die Skizzen für solche Handzeichnungen zeichnet man meines Wissens nach auch nicht mehr auf demselben Blatt wie die Zeichnungen selbst, sondern man benutzt eine Abpaus-Platte die von unten beleuchtet ist und paust so die fertige Zeichnung auf der darunter liegenden Skizze ab.

Soweit ich weiß gibt es noch viele Mangaka, die traditionell zeichnen. Carlsen Manga hat bis zum heutigen Tage ein Tutorial zum Thema Tusche Inking online. Habe auch schon mit einer Mitarbeiterin geschrieben zum Thema traditionelles Zeichnen. Es ist bis heute sehr gefragt, zumal sich auch nicht alle Leute ein teures Zeichentablet leisten können. Außerdem war das jetzt auch nicht die Frage. ^^

1
@KiboSeishin

Ich weiß dass das nicht die Frage war, aber ich dachte mir dass dich solche Insider-Informationen vielleicht interessieren könnten. Klar dass sich diverse Anleitungen nach wie vor noch verkaufen, aber in der Branche selbst, wird meiner Erfahrung nach an sich nicht mehr auf Papier gearbeitet.

Und teuer sind Grafiktabletts auch nicht mehr.

https://www.amazon.de/XP-Pen-Grafiktablett-Drawing-Tablet-Schwarz/dp/B01BEWVOX4/ref=sr_1_7_sspa?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=grafiktablett&qid=1595588598&sr=8-7-spons&psc=1&spLa=ZW5jcnlwdGVkUXVhbGlmaWVyPUExQUNOMTVLOThCTVpCJmVuY3J5cHRlZElkPUEwMTY5MDUzMzNWUDdJNERYWFVWSCZlbmNyeXB0ZWRBZElkPUEwMjA5MTQ2MUpVQzFKWTU4NDlNTSZ3aWRnZXROYW1lPXNwX210ZiZhY3Rpb249Y2xpY2tSZWRpcmVjdCZkb05vdExvZ0NsaWNrPXRydWU=

Dieses hier zum Beispiel kostet nicht einmal 30 Euro und reicht vor allem für AnfängerInnen völlig.

Ich habe mir eines mit Bildschirm um 200 Euro gekauft, ist zwar teurer, aber immer noch gut leistbar.

0
@Andrastor

Von verkaufen war nie die Rede. :-) Ich meinte die Tutorialseiten: https://www.carlsen.de/manga/mangakaDE/inking-tutorial-charakter-inking

Und wie gesagt, ich hatte schon mit einer Mitarbeiterin email Kontakt, wo es um Layoutvorgaben etc beim Traditionellem Zeichnen ging.

Und gerade Feder und Tinte, z.B. G-Pen oder Maru stehen international noch hoch im Kurs. Manche Leute haben auch einfach nicht die Hände für´s digitale Zeichnen. Hab es lange versucht, auf dem Profitablet meiner Schwetser. Aber das traditionelle Zeichnen liegt mir einfach besser.

Ein Insider also? :-) Was machst du so?

1
@KiboSeishin

Ich bin Cartoonist, Illustrator und Grafiker und arbeite freiberuflich für verschiedene Kunden. Habe auch schon Mal eine Comicserie für eine Zeitung gezeichnet.

https://www.deviantart.com/andrastos87

Da kannst du ein paar meiner Werke anschauen wenn du möchtest.

Die meisten Kunden in der Branche wollen digitale Zeichnungen, meiner Erfahrung nach.

Und auch die Tutorial-Webseiten sind ein Verkauf. Der Verlag macht immerhin Werbung damit. Es gibt ein altes Sprichwort "Alles kostet etwas, aber nicht immer Geld."

0
@Andrastor

Ich vertraue trotzdem meinem Wissen über die Mangabranche, welche man jetzt nicht mit handelsüblichen Cartoons gleichsetzen sollte (Wow, das klang jetzt echt abgehoben...)

Ich kenne Mangaka, bin lange in der Comunity unterwegs gewesen, ich habe Kontakte zu Verlagen und schaue mir Interviews, wie auch Tutorials von Profis an. Und ja, das Digitale Zeichnen ist auf dem Vormarsch. Aber das bedeutet nicht, dass Tusche und Feder gar nicht mehr gefragt sind. Gerade die Mangabranche ist eine sehr traditionelle. Von Inga Steinmetz weiß ich, dass z.B. Carlsen bis heute gut gemachte Tuschezeichnungen vorzieht.

1
@Andrastor

So, hab mir inzwischen auch mal deine Werke angesehen. Sind ja ganz nett, aber wirklich nicht mit professionellen Manga zu vergleichen. :-) Sorry

1
@Andrastor

Und diese drei Beispiele sagen jetzt was genau aus? :-D

1
@KiboSeishin

Das sind Beispiele professioneller Mangaka, oder Mahwa-ZeichnerInnen die ausschließlich digital arbeiten. Es sind natürlich viel mehr, aber hier eine Liste sämtlicher digitalen Mangas zu posten, würde zum Einen die Zeichenanzahl sprengen und vermutlich mehrere Tage oder Wochen Recherche in Anspruch nehmen ;)

Das sollte dir nur zeigen dass meine Aussage, digitales Arbeiten würde beliebter werden, korrekt ist. Wenn ich auch natürlich die Einstellung der genannten Verlage begrüße und bewundere.

Wenn du dir über Skizzen keine Gedanken machen willst, empfehle ich dir übrigens dir einen Leuchttisch-zu besorgen, wie diesen hier:

https://www.amazon.de/Magicfly-Leuchttisch-Leuchtplatte-Lichtkasten-Skizzierung/dp/B07QWTC4H2/ref=sr_1_6?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=abpaus+ger%C3%A4t&qid=1595596484&sr=8-6

Die beleuchtete Fläche lässt dich einfach und ohne Sorge über Unreinheiten das darunter liegende Blatt abpausen.

(mir hat damals mein großer Bruder eine solche Abpaus-Platte zu Weihnachten gebastelt, aus etwas Holz, Plexiglas und einer Lichterkette ^^)

0
@Andrastor

Liest du dir die Antworten, die ich so geben überhaupt durch? ;-)

Ich habe nie behauptet, dass deine Aussage, digitales Arbeiten würde beliebter werden, falsch ist. Im Gegenteil, ich habe dir zugestimmt. Aber das bedeutet ja nicht, dass das Traditionelle gar nicht mehr gefragt ist.

Kennst du One Punch Man? In dem Manga sind lediglich die Rasterfolien digital. Der Rest ist traditionell. Und meiner Meinung nach der beste Manga der Welt (von den Bildern her).

Solche Leuchttische kenne ich natürlich. Aber hier ging es auch nie um Skizzen. Meine Frage bezieht sich noch immer auf das Manuskriptpapier und ich frage mich, warum wir diese Diskussion hier überhaupt führen.

1
@KiboSeishin

Das ist ja keine Diskussion, sondern nur ein Austausch unter KünstlerInnen, aber offenbar mit dem aneinander-vorbei-Reden XD

1
@Andrastor

DAS könnte sein XD

Fassen wir zusammen: Du bleibst bei Digital und ich bei Tusche und Feder. Jedem das seine. ^^ (Btw hab ich bis vor kurzem noch den fineliner bevorzugt, aber die Feder hatte einfach zu viele Vorteile).

1
@KiboSeishin

Feder war irgendwie nie was für mich, ich hab lieber Tuschestifte verwendet ^^ Zumindest als ich noch auf Papier gearbeitet habe.

Ein anderes großartiges Medium, das nur leider für Mangas wohl kaum geeignet ist, sind Pastellkreiden :) Ich liebe diese Dinger ^^

1
@Andrastor

Pastellkreide hab ich noch nie probiert. :-D Bisher war der Fineliner mein Werkzeug. Aber Federn sind wesentlich günstiger. Ich hab einfach kaum Geld und so ne Feder hält im Durchschnitt (bei guter Pflege) schon mal 20-30 Seiten. Die guten fineliner für 2,80 Euro das Stück gerade mal 10. Außerdem bleichen Fineliner beim radieren extrem schnell aus. Tusche dagegen ist extrem schwarz und deckend. Und mit Federn kriegt man einen super lockeren Stil hin, den man kaum nachahmen kann. :-D

Digitales war nie so meins. Meine kleine Schwester ist da ein richtiger Profi. Ich krieg das nicht hin. ^^ Hab einfach nicht die Hand dafür haha XD Aber ich überlege tatsächlich, ob ich nicht zumindest die Rasterfolie hinterher digital einfüge. Weil DIE ist echt teuer.

0
@KiboSeishin

Einen Versuch ist es Wert. Wenn es um Nachbearbeitung geht, die ist gar nicht so schwer und du musst auch nicht Zeichnen dafür. Es reicht in einem Programm wie Photoshop eine Ebene einzufügen und dann das Bild der Folie einzufügen. Das geht mit ein paar Klicks ^^

0
@Andrastor

Eben drum. Würde Zeit und Geld sparen. Aber auf der anderen Seite macht Rasterfolie kleben verdammt viel Spaß :-D

1
@KiboSeishin

Nun, dann würde ich dir raten die Folie für spezielle Projekte zu verwenden. Einzelbilder die du als solche vermarkten möchtest, als Fanservice zum Beispiel oder als Poster für deine Werke und die digitale Bearbeitung für die Gestaltung von Manga-Comics zu benutzen, also wo du mehr unter Zeitdruck stehst.

1
@Andrastor

Wäre ne Idee. Ich sitze gerade an der Planung für mein allererstes Verlagsprojekt. Also reine Planung. Story, Characterdesigns, Erste Layouts etc. Und üben mit der Feder umzugehen XD

1
@KiboSeishin

Erinnert mich an die Zeit in der ich ZeichnerInnen für Mangas über das Forum Mangaka.de gesucht habe. Da habe ich die Drehbücher geschrieben und den rest den ZeichnerInnen überlassen. Die Planung war dann meine Aufgabe ;)

1
@Andrastor

Ich mach beides gleichzeitig. ^^ Es gibt Storys, an denen ich seit 5 Jahren plane (seit ich 15 bin). Während ich daran plane, zeichne ich kleinere Nebenmangas, um meinen Stil zu festigen und besser zu werden. Aber inzwischen denke ich schon, dass ich soweit bin. Ich habe eine Story, die man in ca. 160 bis 200 Seiten abhandeln kann (sprich ein Mangaband) und meine zeichnerischen Skills lassen sich auch sehen. Ich bin weiß Gott nicht perfekt und es gibt seeeehr viele Leute in meinem Alter, die besser sind. Aber versuchen kann man´s ja mal. Wenn es durchkommt haben die Redakteure dann ja sowieso noch Tipps oder Verbesserungswünsche; das schlussendliche Resultat wird ja mit denen im team erarbeitet. Und wenn es nicht durchkommt, haben sie meistens trotzdem Verbesserungstipps. Die meisten Verlage hierzulande wollen ja deutsche ZeichnerInnen. Um nicht mehr von den japanischen KünstlerInnen abhängig zu sein. ^^

1
@KiboSeishin

Viel Erfolg wünsche ich dir.

Hast du mal um vernichtende Kritik zu deinen Zeichnungen oder der Story gefragt? Von solcher lernt man am meisten.

0
@Andrastor

Ich hab schon mal was auf animexx.de veröffentlicht. Ist schon etwas her, aber die Kritik war damals echt hart. Auf animexx sind ja auch viele professionelle Zeichner unterwegs z.B. Melanie Schober von Carlsen.

Heutzutage würde ich diese Bilder aber niemandem mehr antun XD

1
@KiboSeishin

Harte Kritik ist die Beste, wenn ich daran denke wie ich gezeichnet habe als ich 15 war... schrecklich :P Aber weil mein Umfeld keine Ahnung hatte und ich ständig nur Lob bekommen habe, dachte ich damals echt ich wäre bereits so gut wie die Profis. Ein typisches Beispiel der Dunning-Kruger-Kurve XD

1
@Andrastor

Ja war bei mir auch so. Vor allem in der Schule, wenn man die Einzige war, die Zeichnen konnte XD Unter Profis ist das nochmal was anderes. ich war später auf einer FOS für Gestaltung, wo viele Mediendesigner waren. Da war man dann plötzlich nur noch durchschnitt. Aber auf der FOS hab ich wenigstens gemerkt, dass mir digitales arbeiten nicht so liegt. ^^

1
@KiboSeishin

Echt coole Bilder. Bleib auf jeden Fall dran, du hast definitiv Talent.

Hast du eigentlich mit einem Tablett oder einem Bildschirm das digitale Arbeiten ausprobiert?

1
@Andrastor

Talent? Danke ^^ Seh ich allerdings nicht so, es gibt Leute mit 20, die wesentlich besser sind.

Auf dem Grafiktablet meiner Schwester hab ich es probiert. Hab sogar mal eine kleine (sehr dumme) Animation gemacht. Und auf der FOS haben sie uns Photoshop, Illustrator und all diese Programme beigebracht. Hab aber gemerkt, dass es echt nicht meins ist.

1
@KiboSeishin

Mit einem Tablet konnte ich nämlich auch nicht arbeiten, daher habe ich mir einen Bildschirm gekauft. Mit dem ist es fast wie auf Papier, da du direkt am Bildschirm arbeitest und die Spitze des Stifts siehst.

1
@Andrastor

Joa, jeder hat halt seine Präferenzen. ^^ Solche Dinger gab´s auf unserer Schule auch. Sind aber saumäßig teuer und Geld habe ich keins. Deshalb steig ich ja von Fineliner auf Feder um XD und ich hab allgemein lieber ein physisches Bild in der Hand, als eine Datei auf dem PC.

1
@KiboSeishin

Meines hat um die 200€ gekostet, also nicht sooo teuer ;) natürlich gibt es nach oben hin keine Grenzen.

Übrigens: Wenn du in dem Geschäft reich werden willst, dann solltest du Furry-Pornos zeichnen XD Wenn du nebenbei etwas dazuverdienen willst, empfehle ich dir Patreon. Da können dich Fans dann unterstützen und du kannst sie zum Beispiel mit signierten Handzeichnungen die du ihnen per Post schickst, belohnen.

0
@Andrastor

200 Euros sind für mich verdammt viel Geld :-O

Also erstens wird man mit Mangas nie reich und darum geht´s mir auch nicht. ^^ Zweitens kann ich mit Furry und generell Pornos absolut nichts anfangen. Patreon kenne ich. Es wäre aber besser, wenn ich erstmal ein Projekt vorweisen könnte. Außerdem kennt mich keiner. Auf animexx hatt mein beste Story nur 50 Abonennten und instagram habe ich inzwischen schon aufgegeben.

0
@KiboSeishin

Werbung Werbung Werbung. Auf "Spaß" Seiten wie Funnyjunk.com kannst du dir einen Account anlegen und unter deine eigenen Werke einer breiten Masse vorstellen. Bringt viele Klicks und Aufmerksamkeit.

Wenn du bezahlte Arbeiten anbietest, kannst du das Geld für ein Tablet oder generell Arbeitsmaterial recht schnell erwirtschaften. Eine eigene Webseite hilft dir auch ein Portfolio anzulegen und Verlagen aufzufallen.

0
@Andrastor

Ich bezweifle, dass ich auf Funnyjunk.com mit meinen düsteren und recht ernsten Storys gut aufgehoben wäre.

Ist das nicht Schwarzarbeit?

Eine eigene Webseite wäre eine Idee, aber ich brauch erstmal etwas, was ich vorweisen könnte.

Für deutsche Mangazeichner ist die beste Anlaufstelle noch immer animexx.de. Viele Profimangaka haben dort angefangen und Verlage wie Tokyopop sehen sich da oft nach neuen Talenten um.

0
@KiboSeishin

Kommt auf die Gesetzeslage in deinem Aufenthaltsland an. Wenn du solche Verdienste jederzeit einnehmen darfst, ist das völlig okay. Informiere dich nur wegen der Steuer.

Du solltest dich nicht auf Deutschland konzentrieren, um Bekanntheit zu erlangen, sind internationale Seiten die besten. Und über Funnyjunk geht es durchaus auch mit ernsten Themen, aber du wirst ja nicht nur düstere Bilder zeichnen, nehme ich an.

0

Was möchtest Du wissen?