Leben zieht vorbei? Gefühl nur passiv dabei zu sein?

14 Antworten

Kenne ich. Wie wenn man in einem Zug sitzt und man rast durch das Leben und draussen fliegt die Landschaft vorbei; man sitzt drin, irgendwie unberührt, teilnahmslos, interesselos. Obwohl ich nicht kontaktscheu bin, fühlte ich mich getrennt von der Welt. Ein furchtbarer Zustand. Ich war nicht präsent, nicht gegenwärtig. Alles Leben trat nur vermittelt, gefiltert an mich heran.

Ich weiß nicht, ob es Dir hilft, aber ich kam letztendlich durch den Glauben an Gott aus diesem quälenden Zustand. Der Glaube an Gott, die tägliche Hingabe schenkte mir wieder Gegenwärtigkeit. Jetzt ist es gleichsam so, als ob nicht nur ich die Welt (einen Baum, ein Auto, den Wind usw.) anschaue, sondern als ob auch diese Dinge auf mich "zurückschauen". Ich danke Gott jeden Tag, dass er mich zu dieser Gnade geführt hat.

man kann versuchen sich selbst zu aktivieren, das geht sehr gut über sport, weil da ne menge endorphine ausgeschüttet werden, das macht stabil und selbstbewusst und man nimmt automatisch mehr am leben teil. man kann begegnungen mit anderen menschen einfach öfter zulassen und sich nicht selbst isolieren, denn das hat eine ungute eigendynamik.

wenn das alles nicht hilft, sollte man womöglich mal einen therapeuten aufsuchen und sehen ob man depressionen oder sonstwas hat, dann kann man das bearbeiten und wieder mehr lebensqualität gewinnen.

die frage dabei ist: was ist denn dein leben?

wenn du dich z.b. an leuten misst, die jedes wochenende party machen (was immer das genau sein soll), staendig irgendwas unternehmen und mit ihren tausende freunden den ganzen tag am handy schreiben, dann ist das vermutlich ein leben, dass dir gar nichts bringt.

es entsteht leicht der eindruck, andere haetten so viel mehr von ihrem leben und wuerden unmengen von erfahrungen machen. das taeuscht aber haeufig.

ich bin mittlerweile 38 und weiss, dass viele um mich herum, die auf den ersten blick ein ausgefuelltes leben haben, in wirklichkeit seit jahren das gleiche machen, nicht wirklich erwachsen werden, weil sie sich nicht weiter entwickeln.

das sind aber interessanter weise nicht die, die wenig gesellig sind, sondern die, die anscheinend staendig mit freunden was unternehmen. nur unternehmen die seit 20 jahren das gleiche.

ich z.b. bin weit gereist, habe viel gesehen, mit vielen leuten ungewoehnliche dinge erlebt, die ich haeufig nie wieder sehe in meinem leben.

vor drei wochen z.b. bin ich in lappland mit einer bunt zusammengewuerfelten gruppe einen tag lang mit schneemobilen durch verschneite waelder gefahren. von denen kannte ich keinen, aber es war lustig und abenteuerlich und am ende haben wir uns allen noch frohe weihnachten gewuenscht und werden uns nie wieder sehen. 

sowas ist fuer mich leben.

Ich kenne das Gefühl. Das hatte ich mein ganzes bisheriges Leben lang immer in längeren Phasen, wo ich nie mehrere Stunden am Stück wirklich allein mit mir sein durfte. Vielleicht bist du ja auch so ein Mensch, der längere tatsächliche Alleinsein-Zeiten braucht, um immer wieder neu zu sich selbst zu finden. Wenn ich zu lange ständig mit anderen Menschen und deren Meinungen zu tun habe, weiß ich nicht mehr, welche der Gedanken in meinem Kopf wirklich meine sind und welche die von anderen. Nach mehreren Stunden ohne Kontakt zu anderen Leuten bin ich wieder ganz gut sortiert.

mach mal Sport, aber nicht nur so luschi luschi, sondern gehe mal an deine grenzen... power dich richtig aus und teste deine grenzen aus und geh vielleicht auch drüber hinaus... das hilft wirklich sehr oft leuten wie dir... du bist mit deinen gefühlen nicht alleine.... probier den extremsport mal für dich aus und gucke, wie und ob es dir was bringt...

viel glück und erfolg, Mary Yosephiene....:)))))))

Was möchtest Du wissen?