Koffein: Sublimation vor Schmelzpunkt?

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2 Antworten

Ich bin mir nicht sicher, ob die 178 °C die Temperatur ist, bei der der Dampfdruck 1 bar erreicht (das feste Koffein also sozusagen siedet), oder die Temperatur, ab der eine nutzbare Sublimationsgeschwindigkeit auftritt.

Angenommen, es sei ersteres, dann lauft es so:

Du erwärmst das Koffein. Schon vor dem Punkt verdampft es - je wärmer, desto schneller. Beim Erreichen des Punktes wird es nicht mehr wärmer, die zugeführte Energie dient komplett zum Verdampfen.

Ist wie bei Trockeneis, nur wärmer.

> bei 236 Grad aber vom festen in den flüssigen Zustand zu wechseln?

Ja. Aber die 236 °C erreichst Du nur unter Druck, weil es bei Normaldruck schon vorher verdampft.

> würde das bereits gasförmige Koffein bei 236 Grad ebenfalls flüssig werden

Ja - wenn Du den Druck entsprechend erhöhst. Wie bei anderen Gasen auch.

> Bei 141 Grad geht Koffein in die alpha-Form über.

Das ist eine Änderung der Kristallform, nicht der Molekülstruktur. Betrifft also nur den Feststoff. Nach dem Auflösen (spätestens im Magen) ist kein Unterschied mehr, somit dieselbe physiologische Wirkung.

Die Rückbildung beim Abkühlen findet statt, aber sehr langsam. Tage bis Wochen.

Vielen Dank für die Antwort!

"Die Rückbildung beim Abkühlen findet statt, aber sehr langsam. Tage bis Wochen." -> Heißt das, dass wenn ich einen bei 200 Grad mit Koffein gebackenen Keks nach dem Backen aus dem Ofen nehme, das Koffein dann gar nicht mehr im Keks ist? Was genau meinst du mit "Rückbildung".

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@crizeo

Den Übergang von der Hochtemperatur-Form (alpha) in die bei Raumtemperatur stabile Kristallform (beta).

Dort, wo Dein Keks die 178 °C überschritten hat (das ist im Inneren des Kekses nicht der Fall, eventuell aber an der Kruste), ist kein Koffein mehr.

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Also du kannst mit Koffein problemlos backen, da dein z.b. Kuchen deutlich kälter als die ihn umgebende Luft ist. Es ist auch genug thermisch stabil dafür.

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