Können die dänen die Menschen in schweden verstehen, und umgekehrt? (Sprache)

6 Antworten

Sehr gut zugehört! In der Tat sind die das die beiden Hauptunterschiede phonetisch gesehen. Dänisch verwendet den "stöd", das ist eine kleine Pause zwischen (manchen) Vokalen, daher klingt es mitunter "abgehackt".

Schwedisch hat dieses Element nicht. Dafür hat es eben das, was du auch gehört hast: eine Tonalität (hoch/tief) bei einigen betonten Silben ("Tonakzentsprache"). Ein Beispiel:

"en snigel på vägen är tecken på regn i Spanien" (schwedisch, "eine Schnecke auf dem Weg ist ein Zeichen für Regen in Spanien)

hört sich auf dänisch an wie "en snai-el på vai-en är tsai-en på rai-en i Spänien" (mit - als Zeichen für die Pause, den "stöd")

Die Unterschiede sind jedoch meistens phonetisch, weniger lexikalisch. D.h. die meisten Wörter sind sehr ähnlich, klingen aber anders. Die meisten Dänen und Schweden verstehen sich durchaus untereinander. Ein paar lexikalische Unterschiede gibt es aber, die dänischen Zahlen (50,60,70,80,90) sind anders als auf schwedisch.

Auf Schwedisch heißt es "katter jamar och spinner", bei jàmar muss die Stimme runtergehen. "Katzen miauen und schnurren". "jamar" ist mit deutsch "jammern" verwandt und "spinner" kommt vom Geräusch des "spinnrock", des Spinnrads, welches eben schnurrt.

Olli 

Die Dänen können Schwedisch recht gut verstehen - umgekehrt ist es sehr schwierig. Du kannst dir das ein wenig wie den Unterschied zwischen Schweizerdeutsch und Hochdeutsch vorstellen -> für die Schweizer ist Hochdeutsch kein Problem. Aber wenn ein Hamburger das erste Mal in seinem Leben nach Bern kommt, wird er erstmals nicht recht wissen, wo er da gelandet ist. Meine Frau ist Schwedin und sie kann gesprochenes Dänisch nur sehr schwer verstehen. Zeitung lesen geht hingegen einfacher, weil man da Zeit hat, über unverständliche Worte 'nachzudenken'. Mir als "angelernten Schweden" geht es genau so -> in Dänemark versehe ich nur Satzfetzen. In Norwegen ist das hingegen einfach, das ist viel ähnlicher dem Schwedischen und dort versteht man sich gegenseitig fast 1:1.

Dänen und Schweden können sich im Prinzip untereinander verstehen. Im Dänischen Rundfunk werden zum Beispiel Sprecher aus Schweden und Norwegen in der Regel nicht übersetzt. Allerdings hab ich auch beobachtet, dass es den Schweden eher schwerer fällt gesprochenes Dänisch zu verstehen als andersherum (es sei denn sie kommen aus Skåne, das früher mal dänisch war).

Meine Erklärung ist, dass die dänische Aussprache (mit dem weichen D und den fehlenden Endungen) weiter von der geschriebenen Sprache entfernt ist als es andersherum die schwedische Aussprache von der geschriebenen Sprache ist.

Die Norweger haben es wahrscheinlich noch am leichtesten, wenn es um das Sprachverständnis der skandinavischen Sprachen untereinander geht. Das hat vor 1-2 Jahren auch eine Studie des Nordischen Rates bestätigt.

Was möchtest Du wissen?