Klauen im Islam!

5 Antworten

Man bekommt für die verbotene Tat "Diebstahl" (=Klauen) eine angemessene Sünde. Diese kann erlöschen oder sich sogar positiv auswirken (in Form von einer guten Tat), wenn man dem Beklauten die Ware/ Dienstleistung zurück gibt. Ist dies nicht möglich (man kennt sich nicht/ Person bereits verstorben/ oder man befürchtet ein großes Übel: Kündigung, weil es der Arbeitgeber ist o.ä.) dann nimmt man den Betrag dieses Produkts/ Dienstleistung und "spendet" das Geld an Bedürftige. Zusätzlich sollte man zu Gott beten, dass derjenige einem verzeiht, dann verzeiht Gott einem die Tat. Nur Gott um Verzeihung zu bitten reicht nicht, denn man hat den anderen Menschen durch den Diebstahl verletzt und muss es wieder gut machen. Zu Schluß muss gesagt werden, dass Gott die "Tauba" (=Reue) liebt. D.h., wenn man diese schlechte Tat nie wieder macht (oder es zumindest aufrichtig) bereut. Aus Fehlern lernt jeder Mensch, und Gott liebt Fehler, weil er jedem die chance gibt sie wieder gut zu machen UND man lernt fast immer NUR aus Fehlern. LG

Bekommt man jetzt jeden Tag Sünden aufgeschrieben, wenn man das geklaute zurück bringt oder nicht??

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@Didi40

Diese eine Sünde zählt einmal und wird auch nicht direkt aufgeschrieben, wird aber sicherlich im Laufe der Zeit höher bewertet.

Danke für die ausführliche Antwort, rufeyda.

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@Lovedreamer

Es gibt wohl auch im Islam ein Bewertungssystem für Sünden, das sich aber wohl nicht nach der Dauer einer Sünde richtet, sondern nach der Schwere. Ein Mord ist im Islam wie auch im Christentum viel schlimmer als ein Diebstahl und wird daher auch als schwerere Sünde bewertet. Auch im Christentum gibt es die Unterscheidung nach Todsünden und lässliche Sünden, die unterschiedlich leicht wiedergutzumachen sind.

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@Lovedreamer

gerne! du bringst mich darauf, ich habe "im Totenbuch des Islam" gelesen, dass der Engel, der die schlechten Taten des MEnschen notiert erst den Engel der guten Taten um Erlaubnis fragen muss. Umgekehrt aber nicht! Das bedeutet also, dass Gott NICHT ohne weiteres Sünden zuschreiben möchte! Geht es barmherziger? So, wenn der Gute - Taten - Engel um Erlaubnis gebeten wird, sagt er zum Sünden-Engel: "Nein, warte noch 7 Tage (oder Stunden?), vielleicht wird der Knecht seine Tat/ Sünde bereuen."

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@Nenek

an nenek: Danke! Allerdings gibt es im Islam NUR eine Sünde, die Gott nicht verzeiht. Das ist die, wenn man dem Schöpfer jemandem beigesellt, das wird als KUFR bezeichnet. Alles andere kann verziehen werden, auch Mord. Das soll aber niemandem auf die Idee bringen alles schlechte zu tun, weil Gott eh verzeiht, nein. Gott sieht mit welcher Absicht man etwas tut und ob man auch wirklich bereut und sich zu verbessern versucht.

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@Didi40

didi40: Hör bitte auf. Mach TAUBA (bereue also) und versuch das zurückzugeben, wenn du Glück hast bekommst du nicht nur keine Sünden, sondern Hassanat (gute Taten). Gott möge Dir verzeihen. Bitte verrate mir doch dein Alter...

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Wenn man etwas klaut bekommt begeht man eine Sünde, es ist falsch. Alles falsche wird als Sünde berachtet wenn man dies begeht. Es vermehrt sich nicht wie Zinsen. jedoch darf man dies nicht auf die leichte Schulter nehmen. Diebstahl ist in Islam zu der großen Sünden. Das geklaute solltest du zurückbringen würde ich jetzt sagen wollen aber er ist jetzt gebraucht, ich will es gar nicht wissen was es war. Dessen Wert sollte man denjenigen geben und zugeben das man es von ihm geklaut hat und darum bitten dass er von seinen Recht ablässt. Wenn er aber dies nicht annimmt, dann biete ihm mehr an, damit er ja von seinen Recht ablässt. Denn dies ist ein schweres vergehen.


Geklaute Waren zu benutzen ist ebenfalls Haram. Du hast kein Anrecht darauf, selbst wenn Du es bezahlt hast. Damit unterstützt man einen Dieb was auch Sünde ist.

Tavba machen musst du für deine Sünden und Allah wird Dir vergeben inschaAllah.

"Wenn ihr euch von den schwereren unter den euch verbotenen Dingen fernhaltet, dann werden Wir eure geringeren Übel von euch hinwegnehmen und euch an einen ehrenvollen Platz führen." Sura 4; Vers 31

"Wahrlich, Allah wird es nicht vergeben, daß Ihm Götter zur Seite gestellt werden; doch vergibt Er das, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Allah Götter zur Seite stellt, der hat wahrhaftig eine gewaltige Sünde ersonnen." Sura 4 Vers 48

Eine schlechte Tat zählt als eine schlechte Tat. Sie vermehrt sich nicht. Das beste ist bereuen und die Sache zurückbringen. Und beabsichtigen es nicht wieder zu tun. Wenn es wieder passiert dann das gleiche. Und wenn Du weißt, dass jemand falsch handelt, so kann dieser Hadith helfen.

  1. Anas, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Hilf deinem Bruder, ob er Unrecht begeht oder unter Unrecht leidet!“ Einer fragte: „O Gesandter Allahs, diesem helfen wir, wenn er unter Unrecht leidet. Aber wie können wir ihm helfen, wenn er selbst Unrecht begeht?“ Der Prophet erwiderte: „Indem du seine Hände mit der Tatkraft vom Unrecht abhältst!“ (Vgl. Hadith Nr.6951 f.) Sahih Al-Bucharyy Nr. 2444;
  2. Abu Dharr (r) überliefert, dass der Prophet (s) sagte: "Allah, der Allmächtige und Erhabene, sagt: "Wer eine gute Tat vollbringt, wird zehnfach oder noch mehr belohnt, und wer eine böse Tat begeht, wird nur für eine Sünde bestraft, oder es wird ihm vergeben. Und wer Mir um eine Armeslänge entgegenkommt, dem komme Ich um zwei Armeslängen entgegen; und wenn jemand zu Mir geht, dem werde Ich entgegenlaufen; und wer Mich trifft mit der ganzen Welt voller Sünden, dem werde Ich, vorausgesetzt, dass er Mir niemanden beigesellt hat, mit einer gleichen Menge an Vergebung begegnen." (Muslim) Riyad us-Salihin Nr. 413;
  3. Abu Said al-Khudri (r) überliefert, dass er den Gesandten Allahs (s) sagen hörte: "Wer von euch etwas Übles sieht, soll es mit eigener Hand ändern, und wenn er dies nicht vermag, so soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er dies nicht kann, dann mit seinem Herzen, und dies ist die schwächste Form des Glaubens." (Muslim) Riyad us-Salihin Nr. 184

Ich habe jetzt mal eben bei Google nach dem Sündenverständnis im Islam geguckt und kann nur feststellen, dass es bis auf kleine Unterschiede wohl so ist wie bei Christen.

Sünden sind alle Gedanken, Worte und Taten, die gegen die göttliche Norm verstoßen. Wer eine Sünde begeht, entfernt sich damit von Gott. Wer klaut, begeht eine Sünde. Wer die geklaute Sache nicht zurückgibt, ist immer noch dabei zu klauen. Die Tat selbst ist die Sünde. Daher verstehe ich nicht, was Du mit "bekommt man jeden Tag Sünden bis man das geklaute zurückgebracht hat" meinst.

Wer den Diebstahl bereut und die geklaute Sache zurückbringt (=Umkehr), darf auf die Vergebung Allahs hoffen. Das ist auch bei den Christen so. Im Unterschied zum Islam kann man bei den Christen aber auch dann noch auf Gottes Vergebung hoffen, wenn man mal zwischendurch nicht so richtig an ihn geglaubt hat, es aber später wieder aus vollem Herzen tut.

Was Frage 2 betrifft: wieso soll der Mensch das Geklaute zurückbringen, wenn er gar nicht weiß, dass es geklaut wurde? Wohin soll er es dann bringen?

geklaute sachen darf man nicht verwenden, wenn man davon weiß, allein schon um niemandem zu Diebstahl zu verleiten, indem man dem Diebstahl stillschweigend zusagt

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@rufeyda

Tschuldigung. Der Text war so überstürzt geschrieben, dass ich übersehen hatte, dass derjenige doch weiß, dass sie geklaut sind. Der Mitwisser/Mitbenutzer macht sich auch im Christentum schuldig.

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Also, ich bin kein Muslim, aber an deiner Religion zu einem sehr großen Teil interessiert und ich kann dir zumindest schon mal sagen, dass du die Sache missverstehst. Sünden bekommt man nicht, die begeht man. Das heißt, das Klauen ist eine Sünde, man bekommst sie nicht, man macht sie.

Dass aber das Klauen im Islam ein Vergehen ist, weiß ich auf jeden Fall. Sogar, dass einem früher dafür die Hand abgehackt wurde. Die Sünde kann sicherlich beheben, indem man sein Unrecht einsieht und es zurück bringt. Aber da rede mal lieber mit einem kompetenteren Menschen.

das siehst du richtig, Diebstahl ist in allen Gesellschaften ein Vergehen, was man im Islam aber auch wieder gut machen kann. Zum Thema Hand abhacken: Das gilt nicht bei Mundraub und nur dann, wenn mind. zwei Zeugen den "Raub" bezeugen können. Selbst wenn eine Dieb zum Richter geht und ihm (aus Gewissensbissen) davon erzählt, so würde dieser ihm empfehlen, die Ware wenn geht zurückzubringen und zu Gott zu beten, da wird es kein Hand abhacken geben. Diese Handlungsweise stammt vom Propheten Mohammed, der nicht wollte, dass sie sich die Leute selbst "bloßstellen" - denn sie sollen bereuen, um Verzeihung bitten und versuchen es wieder gut zu machen.

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