Kant als Vertreter vom freien Willen und Schopenhauer als Vertreter vom Determinismus?

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Ja, Deine Wahl mit Kant und Schopenhauer ist schwierig, da beide gerade in Bezug auf Dein Thema sehr unterschiedlich interpretiert werden. Denn für Kant ist z.B. die erfahrbare Welt durch die a-priori-Funktion der Kausalität, die in allem steckt, eine determinierte Welt, wenn auch nicht die originäre sonder nur von uns vorgestellte. Freiheit und Vernunft ragen sozusagen aus der "Welt an sich" in unsere vorgestellte Weltabbildung hinein. Schopenhauer wiederum würde sich selbst widersprechen, wenn er die Welt und den Menschen als determiniert ansehen würde. Wozu hat er dann Empfehlungen zu einem glücklichen Leben geschrieben? Wenn wir doch alle nur Zahnrädchen ohne Entscheidung in einem Uhrwerk sind?

Die Unterscheidung von Determinismus und Freiheit als einander ausschließende Extreme ist eine falsche. Jeder weiß, dass wir Naturgesetzen unterliegen und auch Regeln gesellschaftlichen Verhaltens. Aber weder die Naturgesetze noch die Regeln gesellschaftlichen Verhaltens binden mich in allen Wahlakten. Meinungsunterschiede zwischen den Philosophen liegen eher im Bereich der Metaphysik: Sind wir (incl. unserem geistigen Vermögen) Teil der Natur und es gibt nur eine Natur (Monismus) oder gibt es zwei Naturen, das Geistige und das Materielle, je als eigene Substanz, wobei das Geistige die ursprüngliche, reine und leitende Natur ist, der Dualismus. Vorsicht: Den Monismus als Materialismus zu bezeichnen, was gerne geschieht, setzt die Akzeptanz des Dualismus voraus. Im Monismus gibt es keinen Materialismus, da ist Materie in unterschiedlichen Zuständen nur eine wandelbare Erscheinung in Entwicklung.

Für Monisten wie Epikur oder auch Schopenhauer (mit leichten Vorbehalten) gibt es keine absolute Freiheit des Geistes, weil es keinen absoluten Geist als eigenständige Substanz gibt. Für sie ist Geist nur eine mögliche Erscheinungsform der Natur und selbstverständlich in den Austausch aller Kräfte und Teile eingewoben. Anders ist es für Dualisten wie Platon oder Thomas von Aquin oder Hegel so, dass ein Göttliches oder ein Weltgeist den absoluten Geist darstellt und dieser auch die absolute Freiheit besitzt. Der Mensch ist nur Teilhaber und seine Freiheit ist an den Körper gebunden (Seele als Gefangene des Körpers - typisch mittelalterliche Vorstellung) und daher auch nicht absolut. Erst sehr unphilosophische Göttlichkeitsphantasieen (z.B. esoterischer Art) der Neuzeit erheben den Anspruch auch auf absolute Freiheit des Menschen. Dazu hätten sich weder Kant noch Schopenhauer hergegeben.

,, Freier Wille ´´ würde bedeuten, das sich jeder Mensch die persönlichen Interessen selbst aussuchen könnte. Wenn dem so wäre ,würden alle Menschen sich diesbezüglich sich nur die Rosinen herauspicken,ohne dabei irgendeinen Schaden anzurichten. Das das unrealistisch ist,dürfte wohl jedem klar sein. Kant war in dieser Frage Idealist,Schopenhauer Realist.Er lehnte den Begriff der ,,Willensfreiheit´´ anhand des Kausalgesetzes ab. Das heißt individuelle Interessen, auch Absichten genannt leiten den betreffenden  Menschen, so das diese Sollvorgaben darstellen. Der Begriff der Willensfreiheit ist also gleich in doppelter Hinsicht falsch.

Hallo


Philosophisch gesehen ist alles freier Wille, jeder Wille ist ein Mangel der Erkenntnis.


Wissenschaftlich gesehen entscheidet sich alles 10sec. vorher im Hirn,was wir als Idee oder Gedanke treffen.

( Benjamin Libet )

Der Determinismus liegt im Prozess der Substanz des Universums ! nun sind wir ein Teil davon und gehorchen den Naturgesetzen und sind ihnen Unterworfen.

An deiner stelle suche bei den alten Griechen Plato und Plotin oder Aristoteles, bsp. Epikur vs. Plutarch !

Arbeite strikt diese Werke durch und deiner Prüfung steht nichts im weg.

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