Kann man einen Hund auch alleine rauslassen?

30 Antworten

stell ich mir die Frage, ob der Hund auch alleine rausgehen kann, 

Nein. Das "Rausgehen" ist nicht, wie beim Menschen, ein einfaches "frische Luft schnappen", sondern imitiert die "natürliche Wanderbewegung des Rudels". 

Hunde sind Raubtiere. Und als solche durchstreifen ihre Vorfahren bis heute ihre Reviere nach Futter, Wasser und "Sicherheitskontrolle".Dabei laufen sie Strecken von 10, 20 und mehr Kilometern. Jeden Tag. Das steckt diesen Tieren so tief in den Genen, dass sie regelrecht krank werden, wenn sie diesen "Ausgleich" nicht wenigstens ansatzweise bekommen.

Insofern würdest du diese Natürlichkeit aufbrechen: Nicht "das Rudel" wandert, sondern dein Hund soll sich vom Rudel entfernen (was in der Natur bedeuten würde: "Geh sterben! Wir brauchen dich nicht mehr.").

Ein gut sozialisierter Hund würde es also nicht mit "Freude", sondern eher mit "Angst" in Verbindung bringen und sich weigern, sich von dir zu entfernen. Und ein schlecht sozialisierter Hund würde sicherlich "draußen viel Zeit allein verbringen", hätte aber im Gegenzug einen ganzen Haufen sozialer Probleme ... bis hin zum (tagelangen oder dauerhaften) Weglaufen oder der Suche nach Streit mit anderen Hunden (oder Menschen).

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Da ich zu Fuß nicht mehr so gut unterwegs

Es gibt "bewegungsfaule" Rassen. Alle supergroßen (Molosser, etc.), beispielsweise. Und im super-kleinen Bereich wirst du auch fündig werden, weil diese Hunde schon wegen ihrer Körpergröße ihre Beine schneller abnutzen. Schaue dich mal bei den sogenannten "Toy-Rassen" um: 

Dort findest du viele Klein-Rassen und gleich noch einen Züchter-Verband. Lasse dich gezielt von entsprechenden Züchtern deiner Auswahl beraten und dir einen besonders energiearmen Hund heraussuchen. Es gibt Hunde, die können den ganzen Tag dösend verbringen. Die brauchen dann auch nicht so viel "Auslauf"...

Dann musst du zwar immer noch 1-3 Mal am Tag raus; aber die Wege werden drastisch kürzer.

Außerdem kannst du einen "Gassi-Geher" engagieren: Viele Schüler verdienen sich gern ein paar Euro, wenn sie deinen Hund Gassi führen dürfen. Hänge einfach einen Zettel im Supermarkt aus oder frage auf dem Schulhof einer nahen Schule herum. 

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Und wie ist das rechtlich?

Als Halter bist du selbstverständlich aufsichtspflichtig. Du bist also für alles, was dein Hund anstellt, verantwortlich.

Grundsätzlich ist es aber in vielen Kommunen nicht verboten, den Hund frei herumlaufen zu lassen; allerdings auch nicht ausdrücklich erlaubt. Frage im Zweifel ggf. in deinem Ordnungsamt nach.

In vielen Ländern wäre das wahrscheinlich kein Problem, aber Deutschland ist ja in so manch Sachen eigenartig.

In den USA dürfen streunende Hunde in einigen Bundesstaaten beispielsweise von jedermann umgehend erschossen werden. In anderen Bundesstaaten werden solche Hunde eingefangen und gegen eine Auslöse (je nach Bundesstaat ab etwa 500 - 2.000 Dollar pro Fall) wieder herausgegeben ... oder nach 7 - 14 Tagen eingeschläfert.

... Es gibt also auch weitaus "eigenartigere" Länder als Deutschland. ;)

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Mein Rat für dich:

1. Schaue dich alternativ nach einer Katze um! Wenn du eine "Stubenkatze" nimmst, musst du nur alle Tage mal das Klo entleeren und den Unrat rausbringen. Und eine gut sozialisierte Katze kann - ganz besonders, wenn du auf die Toy-Rassen stehst - ein sehr guter Ersatz sein. 

Gehe mal in die Tierheime in deinem nahen Umfeld. Du wirst zahllose Katzen finden, die einen ausgesprochen verschmusten Charakter haben...

2. Nimm möglichst keinen Welpen! Auch, wenn es gerade bei den Toy-Rassen, extrem schwierig sein wird, einen ausgewachsenen Hund zu finden: Du musst mit einem Welpen ungefähr alle 2 Stunden raus. 24 Stunden am Tag. Etliche Monate lang.

Alternativ kannst du dein "Toy" aber auch an ein "Hunde-Klo" in der Wohnung gewöhnen. Dann musst du aber trotzdem aller-mega-mindestens einmal am Tag für mindestens 1 Stunde raus. Sonst dreht dein Hund irgendwann frei...

Dann musst du zwar immer noch 1-3 Mal am Tag raus; aber die Wege werden drastisch kürzer.

Ich glaub, du hast keinen Hund. Und wenig bis keine Ahnung. Auch  kleine Hunde wollen und müssen viel laufen. und das mehr als 1 mal am Tag. Wer schlecht zu Fuß  ist, dürfte auch nicht standfest genug sein, um einen großen Molosser zu halten, wenn der seinen eigenen Weg gehen will. Usw.

PS: Die meisten Toyrassen sind Qualzuchten, schlechter Tipp!



7
@Neapelgelb

Oh, sieh an, was ich mir da eingetreten habe: Einen Wadenbeißer.

Dein Interesse für Qualzuchten ist wirklich toll und ehrenwert. Doch mich interessiert sehr viel mehr, wie qualvoll die selbst behauptete Tierliebe vieler Menschen ist. Denn auch ein Labrador kann "aus falsch verstandener Tierliebe" gequält werden. Und der leidet dann meist noch sehr viel heftiger, als jene Hunde, die unter den Krankheiten ihrer Zucht leiden; aber im Gegenzug in WIRKLICH TIERLIEBE Hände geraten, die sich der Probleme annehmen.

Zum Rest deiner Einlassung erwartest du sicherlich keinen Kommentar. Selbst du wirst wissen, dass vor jeder Entscheidung die umfassende Information steht. Und mir, ganz persönlich, fehlen zu viele Informationen vom Fragensteller, um das sicher beurteilen zu können, was du da vor dich hin salbaderst...

0
@Unsinkable2

Du behauptest pauschal, kleine Rassen würden weniger Bewegung brauchen. Das wird auch dann nicht richtig, wenn du deine Kritiker angehst. Im Übrigen völlig frei von Argumenten, insofern ist es schon interessant, dass du anderen vorwirfst zu salbadern...

7
@Jerne79

Noch einer? Treffe ich da einen Nerv? Oder ein Rudel?

Du behauptest pauschal, kleine Rassen würden weniger Bewegung brauchen.

Da du offensichtlich kein Interesse an selbständigem Denken hast, machen wir es gemeinsam, Jerne79.

Wie viel Bewegung braucht ein, sagen wir, Alaskan Husky? Wie viel Bewegung braucht ein, sagen wir, Labrador? Wie viel Bewegung braucht ein, sagen wir, Chihuahua? Alle gleich viel? Oder doch der Eine mehr, der Andere weniger?

Und wenn es da Unterschiede gibt: Kann man die an den Rassen festmachen? 

Und wenn ja: Kann man da auch abstraktere Messgrößen finden; etwa "Kleine Rassen haben andere Bedürfnisse in der Bewegung, als größere."?

Wenn ja, sind wir schon einen Schritt weiter. 

Kommen wir zur Geschwindigkeit. Auch das ist ja ein Maß der Bewegung, wie du sicherlich noch aus dem Physik-Unterricht der 7. Klasse weißt, nicht wahr?!

Welche Hunde wollen sich schneller bewegen? Welche brauchen keine besonderen Geschwindigkeiten; können sie vielleicht sogar gar nicht mithalten? Kürzen wir dieses Mal ab: Kann man das vielleicht sogar auch an Rassen festmachen?

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Sollten wir an dieser Stelle zu dem Schluss gelangen, dass es doch Unterschiede gibt, die sich - ganz abstrakt - an Größen festmachen lassen: Welchen Hintergrund hat deine Einlassung, Jerne79? Wolltest du gedankenlos dem Herdentrieb folgen? Oder ist es wirklich fehlendes Wissen?

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@Unsinkable2

Sorry, aber von Dir gab's auch schon mal qualifiziertere Beiträge.......

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@Unsinkable2

Kritik mit persönlichen Beleidigungen zu begenen, ja, da kann man sich sicherlich groß fühlen und auf die Schulter klopfen. Mit Verlaub, du bist schlicht und ergreifend unverschämt!

Nein, ich bin kein Rudeltier.

Ich finde einfach diesen Absatz

Es gibt "bewegungsfaule" Rassen. Alle supergroßen (Molosser,
etc.), beispielsweise. Und im super-kleinen Bereich wirst du auch fündig werden, weil diese Hunde schon wegen ihrer Körpergröße ihre Beine schneller abnutzen. Schaue dich mal bei den sogenannten "Toy-Rassen" um:

einen schlechten Rat. Weil er suggeriert, kleine Hund wären bewegsfaul. Genau dieser Satz ist es, der gängige Denkfehler bezüglich kleiner Hunde unterstützt. Das ist nunmal schlicht und ergreifend falsch. Ja, ein Chi mag kein Husky sein, trotzdem hat er einen natürlichen Bewegungsdrang und muss entsprechend ausgelastet werden.

Und wenn ich jemandem zustimme, wenn er Toyrassen mehrheitlich für Qualzuchten hält, macht das aus mir noch lange kein denkfaules Rudeltier.




5
@Jerne79

Und jetzt fangen wir gar nicht erst von dem Ratschlag an, einen Hund in ein Katzenklo zu zwingen. Weniger artgerecht geht eine Haltung wohl kaum. Nicht nur, dass der Hund sich nicht bewegen darf, er soll auch noch gegen jeden Instinkt sein Geschäft im Haus verrichten.

5
@Unsinkable2

Der Wadenbeisser bist ja wohl eher du. Ich beleidigen hier niemanden.  Und wenn ich deinen endlostext lese, auf eine Frage, die man leicht mit 2 Sätzen beantworten kann, frag ich mich, wer hier salbadert.

2

Schaue dich alternativ nach einer Katze um! Wenn du eine "Stubenkatze" nimmst, musst du nur alle Tage mal das Klo entleeren



hier kannst Du Dein Wissen ein wenig erweitern:

http://www.katzen-fieber.de/einzelhaltung-katzen.php

Stubenkatzen sollten mind. zu zweit und niemals einzeln gehalten werden!

4
@dogmama

... und die meisten reagieren ziemlich empfindlich, wenn das Katzenklo nur alle paar Tage geleert wird.

3

Nun, wenn dein Grundstück eingezäunt ist, sollte das kein Problem darstellen.

Ist es dies jedoch nicht, kann ich dir nur davon abraten. Ein frei herum laufender Hund stellt nicht nur eine Gefahr für andere dar, sei es für Menschen mit Angst vor Hunden oder im Straßenverkehr, sondern auch für sich selbst. Er könnte zum Beispiel überfahren werden.

Theoretisch könnte der Hund zwar nach hause finden, aber ob du die Gefahr dahinter verantworten solltest steht mal offen. Jedoch rate ich im allgemeinen davon ab sich einen Hund anzuschafffen wenn die Motivation dafür zu sorgen, oder gar die benötigte Gesundheit dafür nicht vorhanden sind!

Einen Hund zu haben bedeutet Verantwortung zu tragen.


Hoffe ich konnte helfen. :)

Mal abgesehen von den bereits angesprochenen Problemen (Recht, Risiko von Unfall, Giftköder, Diebstahl etc.):

Hunde müssen nicht nur täglich laufen, sondern wollen auch mit ihren Menschen zusammen etwas erleben und gemeinsam mit ihnen das Umfeld erkunden. Ein Hund, der stumpf alleine durch die Gegend läuft und ansonsten nur mit Dir in der Wohnung sitzt, wird weder eine gute Bindung zu Dir entwickeln, noch wird artgerecht ausgelastet. Die Probleme wirst Du sehr schnell im Alltag mit dem Hund bemerken, weil er "nicht funktionieren" wird.

Ich verstehe zugegeben nicht, warum man sich ein so lauffreudiges Tier wie einen Hund zulegen muss, wenn es nicht möglich ist, die grundlegenden Bedürfnisse des Tieres zu erfüllen. Zudem bist Du, wenn Du nicht laufen kannst, gar nicht dazu in der Lage, den Hund zu erziehen. Wie willst Du den Rückruf üben, ohne laufen und eine Schleppleine nutzen zu können? Wie willst Du den Hund umweltsicher machen, ohne mit ihm die Umwelt erkunden zu können? Wie willst Du ihm vermitteln, dass Autos eine Gefahr sind, dass er angemessen mit Artgenossen und Menschen umgeht? Dazu gehört tägliches Üben in den jeweiligen Situationen und das kannst Du offensichtlich nicht leisten.

Den Hund zur Unterhaltung anzuschaffen und ihn an allen Stellen, an denen er Schutz und Führung durch seinen Menschen braucht, sich selbst zu überlassen, finde ich absolut verantwortungslos und unfair dem Tier gegenüber. Wenn Du Hunde magst, verzichtest Du genau deshalb darauf, Dir einen anzuschaffen.

Ab wann ist ein Hund anschaffbar?

Guten Tag,

ich überlege seit längerem mir einen Hund anzuschaffen, will diesen aber natürlich nicht vernachlässigen. Ich habe derzeit meine Ausbildung angefangen, wohne alleine und würde mich als finanziell stabil bezeichnen. Natürlich würde ich mir nicht ohne weitere Überlegung ein so tolles Tier besorgen, jedoch wollte ich gerne wissen wie viele Arbeitnehmer es schaffen Arbeit & Tier unter einen Hut zu bekommen, wenn es doch im Internet immer heißt, dass ein Hund nicht mehr als 4 Stunden alleine sein DARF. Ich kenne es mitunter auch so, dass unsere damaligen Hunde bis zu 10 Stunden alleine waren und sich daran gewöhnt haben, ohne einen gequälten Eindruck zu hinterlassen. Meine Frage ist also, ab welchem Lebensabschnitt ihr es für erdenklich haltet, einen Hund zu adoptieren & an jetzige Hundebesitzer, wie ihr das mit der Arbeit macht.

Ich bedanke mich für eure Antworten!

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