Kann es eine Demokratie ohne Parteien geben?

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4 Antworten

Schwirieg. In dem man einen Kanzler/Präsident wählt und der sein Team selber erstellt. Wie wird ein Parlament zusammengestellt? Die 100 Einzelperson mit den meisten Stimmen? Man müsste super viel Werbung für sich machen. Praktisch wäre das wahrscheinlich nur für die "Elite" zu bezahlen. Das System wäre sehr unkonstand und schwach. Parteien haben verschiedene Aufgaben. Die kann man nicht einfach so ersetzten:)

In einem Land mit 100 Einwohner oder einer klein Stadt vllt. Bei 80mio meiner Meinung nach undenkbar:)

In kleineren Demokratien durchaus (siehe auch die Volksabstimmungen in der Schweiz). In größeren Staaten und zur heutigen Zeit brauchen wir allerdings Parteien (oder vergleichbare Gruppierungen), um in Vertretung des Volkes die oft sehr komplexen Probleme zu bearbeiten und per Abstimmung zu entscheiden. Dass Parteien (wie alles Menschliche) unvollkommen sind und ihre Aufgabe oft nicht gut machen, müssen wir dabei in Kauf nehmen.

aber ja, erinnert sei an die Demokratie in der Antike Griechenland, römische Republik) da gab es keine Parteien und das besagte Herrschaftsmodell funktionierte auch so mehr oder minder gut.

Auch die im Hoch,- und Spätmittelalter erkämpfte innerstädtische Demokratie kam ganz gut ohne Parteien aus.

Und was ist eigentlich mit der Schweiz, dem demokratischsten Land der Welt? Bei all den Volksentscheiden geht es stets ohne Partei zu,

Fazit. Es wird den hiesigen Staatsbürgern und Anderswo suggeriert, Parteien seine für eine Demokratie unbedingt notwendig, so dass die Bürger nur ja nicht auf die Idee kommen, in eigenregie zu handeln.

Eine Parteienherrschaft aputiert jedenfalls die Demokratie, schwächt mithin die Bürger.

Man sollte allerdings anmerken, dass sich alle deine Bespiele auf sehr kleine Einheiten und im Falle der Schweiz auch nicht bedingungslos auf den Gesamtstaat beziehen. Dein Ansicht mag also gut als Argument für basisdemokratische Elemente taugen, ist allerdings bei weitem nicht so gut für eine vollständige Abschaffung der Parteien.

Wie Demokratisch das antike Griechenland bzw. die Mittelalterlichen "Demokratien" waren, sei jetzt mal dahin gestellt.

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@IanGaepit

Wie die jetzige hiesige Demokratie so ist, sei mal dahingestellt.

Vorstellbar ist ja auch, dass außer Parteien auch noch Massenorganisationen zur Wahl antreten und dann im Parlament vertreten sein könnten, so wie dies in Kuba der Fall ist. In frage kämen da Gewerkschaften, Verbraucher,- und Frauenorganisationen, Umweltschutzverbände, Studierendeneinrichtungen usw.

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@voayager

"Wie die jetzige hiesige Demokratie so ist, sei mal dahingestellt."

Ohh, dass kannst du gern, da hin stellen. Aber du hast die attische Demokratie, mit ihrer Leibeigenschaft, ihren Einschränkungen für die Frau, das Wahlrecht das sich aus dem Militärdienst ableitet usw. als Modell dargestellt an dem wir uns orientieren sollten. Sicherlich war es für ihre Zeit beachtlich, ob man sie aber als Grundgerüst für das moderne Staatswesen ansehen sollte, sei ein weiteres mal dahin gestellt.

Ich sehe kaum Vorzüge in Massenorganisationen zu Partei. In den meisten Fällen sind diese, was ihre politischen Forderungen angeht zu sehr spezifiziert. Zudem sind diese Organisationen nicht schwerer zu Korrumpieren als Parteien. Wie viel politisches und wirtschaftliches Tauziehen auch dort stattfindet sieht man ja gut in den großen deutschen Gewerkschaften. Auch findet sich in Massenorganisationen nicht zwingen, die in Kuba als Legitimation verwendete Basisdemokratie. Klar es ist möglich, genau so kann aber eine Partei basisdemokratisch sein.

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@IanGaepit

Parteien sind vielen Menschen recht fremd, während Massenorganisationen, weil spezifischer, mehr Identifikation bieten können. Dann wäre noch zu überlegen, ob nicht auch Einzelpersonen, die als Vorbild für Viele dienen, als Vertreter in demokratische Organisationen hineingewählt werden könnten.

Es wird im hiesigen Herrschaftsbetrieb noch nicht mal ein entsprechender Versuch durchgeführt, stur wird da am Parteiensystem fesgehalten, nicht mal der Versuch einer Alternative ausprobiert und dies, trotz der Tatsache dass zahlreiche Menschen von diesen Organisationen genug haben. 

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@voayager

Auf Basis der Identifikation zu Wählen ist aber grade eine "Krankheit" die wir besonderes bei Union und SPD erleben. Menschen wählen diese Parteien weil sie sich mit diesen Identifizieren und nicht weil sie ihre Politik unterstützen. Eine Wahl sollte aus meiner Sicht, auf Grundlage der politisch Forderungen und nicht auf der empfundenen Nähe zur Organisation geschehen. So gesehen, wäre die Identifikation also eher Kontraproduktiv.


Nunja, eine "Umkrempelung" das Staats- und Regierungssystems ist auch nicht grade ein Garant für Stabilität, besonderes nachdem eine Reform wie du sie Forderst, in der Gesamtbevölkerung im Moment praktisch nicht Diskutiert wird. Das Hauptthema in diesem Bezug ist vor allem die Einführung direktdemokratischer Elemente zur Ergänzung des "Parteien-Parlamentarismus" (wie du es wahrscheinlich ausdrücken würdest) und nicht die Abschaffung der Parteien als solche. Deine Vorstellungen werden da wohl eher am rechten und linken Rand diskutiert. In der Gesamtgesellschaft stehen diese aber nicht auf der Tagesordnung.

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@IanGaepit

Identifikation ist nicht gleich I., kommt immer drauf an, mit welchem Anspruch sie vollzogen wird.

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Theoretisch ja, das ist dann Basisdemokratie.

In der Praxis ist das nicht denkbar, denn Parteien sind notwendig, um die Summe der unterschiedlichen Willensbildungen zu kanalisieren.

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