Japanisch oder Chinesisch einfacher?

Das Ergebnis basiert auf 15 Abstimmungen

Japanisch 87%
Chinesisch (Mandarin) 13%

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich schreib einfach mal die "Eigenheiten" auf, die mir einfallen. Ich habe selbst nur chin. gelernt, aber vielleicht hilft es dir.

Beide Sprachen stammen aus unterschiedlichen Sprachfamilien, mit unterschiedlichen Wortbildungs- und Grammatikstrukturen.

Zur Japanisch:

  • die Grammatik ist deutlich komplexer, die Flexion viel anstrengender (Chinesisch hat fast gar keine)
  • des System der Anrede und Formeln der Höflichkeit (im realen Leben) sind deutlich komplexer und gerade für uns schwer zu durchschauen.
  • allein die Tatsache, dass das Japanische über MEHRERE Schriftsysteme verfügt, die man theoretisch lernen muss, um die Sprache RICHTIG zu beherrschen, spricht gegen das Japanische. Was hilft es, dass du Wörter quasi per "Umschrift" schreiben und lesen kannst, wenn sie in den komplexen Chinesisch-Ablegern dargestellt ist.

aber:

  • Japanisch ist grammatisch gesehen für uns leichter nachzuvollziehen
  • Japanisch verfügt nicht über ein komplexes Tonsystem und ist damit für "unmusikalische" Schüler leichter zu sprechen und zu verstehen

zu Chinesisch:

  • Die Grammatik ist so einfach, dass sie vernachlässigenswert ist. Weil sie über so gut wie keine Flektion und eine sehr feste Wortstellung verfügt, kann man ohne viel Wissen einfach selbst Sätze konstruieren.
  • Die chinesischen Zeichen sind, obwohl unglaublich zahlreich und deswegen anstrengend zu lernen, an sich meist logisch aufgebaut, sodass sich Sinn und/oder Aussprache aus den Bestandteilen der Zeichen ableiten können. Außerdem kann man sich im Zweifelsfalle auch dann noch schriftlich verständigen, wenn man unterschiedliche Dialekte spricht (auch wenn das nichts über Schwierigkeit aussagt)

aber

  • Das tonale System macht die Sprache deutlich schwerer zu lernen, durch die vielen gleich klingenden Wörter ist auch die Differenzierung der Wörter viel schwieriger
  • Egal wie praktisch die chinesischen Zeichen sind, sie sind so zahlreich, dass es für Lernende einfach unmöglich ist, alle zu lernen (das kann auch kein Chinese). Aber selbst eine "notwendige" Anzahl von Zeichen (3.000+) ist schwer zu lernen. Dazu musst du beachten, dass man bei den Zeichen (kein Alphabet!) immer Zeichen, Aussprache UND Bedeutung lernen muss. Das macht das ganze noch einmal zeitintensiver.
  • Durch die vielen Dialekte ist es schwer, überhaupt "richtiges" Chinesisch zu lernen. Das gibt es nämlich in dem Sinne gar nicht.

Gute Antwort, aber in zwei Punkten muss ich nochmal nachhaken:

Ich denke schon, dass meherere Schriftsysteme von großem Vorteil sind. Zumindest, wenn darunter zwei Silbenschriften sind. Wer nie japanisch gelernt hat, kann das nicht wissen. Für Anfänger ist es schonmal hilfreich, wenn man einmal ein neues Alphabet lernt, und dann schon einen guten Teil japanisch lesen kann. Später macht es dann kaum Unterschied ob man jetzt chinesische oder Japanische Zeichen lernt.

Dass Japanisch grammatisch gesehen leichter nachzuvollziehen ist, hab ich ja noch nie gehört. Vielmehr ist der Satzbau des chinesischen mit uns zu vergleichen?

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@PingAn

Wie gesagt habe ich selbst nie Japanisch gelernt.

Zu den Schriftsystemen: Ich gebe dir vollkommen Recht, es ist VIEL einfacher, eine Buchstabenschrift zu lernen. Und ja, schon mit einem einzigen Schriftsystem kannst du du Japanisch lesen und schreiben. Ich gehe aber beim "Sprachen lernen" davon aus, dass du die Sprache auch beherrschen willst. Damit das der Fall ist, ist es meiner Meinung nach nötig, ALLE gängigen Schriftsysteme zu zu beherrschen, womit der Aufwand für die Sprache deutlich steigert. Das Problem ist ja, dass du dir in der Realität nicht aussuchen kannst, in welcher Schrift dein Gegenüber schreibt, oder in welcher Schrift Beschilderungen sind (obwohl ich annehme, dass die meisten inzwischen mit mehren Schriften versehen sind).

Zur Grammatik: Dass die Grammatik einfacher als Chinesisch ist, würde ich auf keinen Fall sagen. Was ich aber damit sagen will, dass Japanisch einfacher nachzuvollziehen ist, ist das: Japanisch ist soweit ich weiß eine flektierende Sprache, das heißt eine Sprache, in der Laute an die Stammsilbe angehängt werden, um sie grammatisch zu verändern. Dadurch ist die Satzstellung grundsätzlich variabel (man kann also ein Verb oder ein Nomen an unterschiedlichen Stellen im Satz platzieren wie im deutschen). Das bedeutet auch, dass das Japanische ein Kasussystem hat. Bei Chinesisch ist das nicht der Fall, was die Sprache an sich einfacher zu lernen macht, aber für uns als Deutsche, die das Kasussystem kennen, weniger einfach nachzuvollziehen ist.

Chinesisch ist eine isolierende Sprache, bei der nicht die Flektion, sondern Satzbau und die Kombination mit Partikeln und Komplementen die grammatischen Funktionen eines Wort definieren. Die Wörter sind deutlich freier benutzbar als im Deutschen und lassen sich nur schwer in "westliche" Grammatik-Konstruktionen einordnen. Selbst die Worte "Verben" und "Nomen" sind im Chinesischen deutlich schwerer und nur mit Einschränkung anwendbar.

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@GuanYinping

danke für die langen Ausführungen und deine Mühe :)

Klar, ich glaube letztlich ist für den Erfolg des Erlernens einer Sprache auch verantwortlich, ob man sprachbegabt ist, es für einigermaßen nützlich findet und es Spaß macht. Aber du hast die Frage echt treffend und richtig beantwortet :D

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@GuanYinping

"Und ja, schon mit einem einzigen Schriftsystem kannst du du Japanisch lesen und schreiben. Ich gehe aber beim "Sprachen lernen" davon aus, dass du die Sprache auch beherrschen willst."

Ich bin mir nicht ganz sicher, was du ausdrücken möchtest, aber um Japanisch zu lernen brauchst du drei "Schriftsysteme" von denen zwei praktisch geschenkt sind, da sie nur die Laute des japanischen wiedergeben. Dabei sind neben den Kanji (aus dem Chinesischen importiert) die Laute der beiden Silbenalphabete gleich, nur dass das eine hauptsächlich für ausländische Begriffe verwendet wird. (Hiragana & Katakana falls du nachschlagen möchtest) Die Umschrift, von denen es auch mehrere gibt - aber alle nicht schwer zu erlenen sind, dient lediglich dazu in nicht-japanischen Texten über japanische Begriffe diese für jeden Leser "lesbar" zu machen. Eine Kommunikation mit Japanern über die Umschrift ist fast unmöglich, wenn es mal ein wenig über Standardfloskeln hinausgeht.

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Die Antwort von GUANYINPING ist meiner Meinung nach "absolut zutreffend". Dem ist im Grunde nichts hinzuzufügen. Nur so viel: Jeder Mensch lernt unterschiedlich 'leicht' oder 'schwer', das ist wirklich sehr individuell zu sehen. Sicher aber ist, dass die Aussprache im Chinesischen erheblich komplizierter ist (wegen der Tonhöhen, der Musikalität) als die des Japanischen. Grammatik mag im Chinesischen einfacher sein, doch dann kommt ja noch die sehr komplizierte Schrift mit den vielen zigtausend Zeichen dazu; also auch die Schrift ist ein Problem - denn die japanische ist gleichfalls leichter zu lernen. Im übrigen kann man Japanisch auch mit lateinischen Buchstaben zu Papier bringen.

Ich denke auch Chinesisch hat eine Umschrift, ...und die Umschrift im Japanischen bringt dir praktisch nichts, wenn du mit Japanern/Japanischsprechern schreiben oder reden möchtest.

Es sei denn du findest á à â etc. für die chinesische Umschrift nicht mehr "lateinisch", wobei es darauf mMn auch nicht ankommt, denn es ist verständlich für uns

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Japanisch

Grammatik - Chinesisch, da z.B. die Satzstellung, ähnlich wie im Deutschen ist: SPO

Aussprache - Japanisch viel einfacher, da die Silben dem Deutschen sehr ähneln - einzig die ra, ri, ru, re, ro- Reihe kann für Deutsche etwas schwerer sein Chinesisch ist dazu kein Vergleich mit seinen merkwürdigen Tonhöhen, wo má, mâ und mà alles etwas anderes bedeutet.

Schrift - Für Japanisch braucht man durchschnittlich etwas weniger Schriftzeichen

Japanisch

Ich lerne beides und muss sagen, dass Japanisch deutlich einfacher ist.

Zu deinen Argumenten:

1) Die Grammatik ist beiden Sprachen nicht so schwer, macht also nicht sooo einen großen Unterschied.

2) Die Aussprache im Chinesischen ist schwieriger! Im Japanischen werden die Wörter (nur das "R" ist ein wenig speziell - hat man aber mit der Zeit drauf) wie im Deutschen ausgesprochen, im Chinesischen teilweise komplett anders.

3) Du hast auch im Chinesischen Zeichen und musst sogar für das einfachste Wort ein komplettes Zeichen auswendig lernen - daher finde ich in dieser Hinsicht Japanisch leichter, auch von den Zeichen her, was aber auch mit mir persönlich zu tun haben kann.

Für die Zukunft wird aber Chinesisch wichtiger sein, da die Japsen in der Wirtschaft auch Englisch sprechen. Trotzdem musst du das natürlich selber entscheiden! Probier' doch einfach beide mal aus. :)

Viel Spaß!

Übrigens probier ich beide etwas aus, obwohl man bei japanisch eher "reingeschnuppert" sagen könnte^^ es ging hier nur um meine Freundin, die mir nicht glauben wollte :)

also von der Aussprache her fiel mir Chinesisch halt noch nie sooo extrem schwer, wie es immer gesagt wird; wenn man z.B. einmal weiß wo der Unterschied zwischen a, ā, à, ǎ und á ist, dann hat man auch schon das schwierigste hinter sich. und das ist sicherlich zu lernen.

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@PingAn

Ah, okay :)

Ich hab' noch so meine Probleme mit "chi", "zhi" und co. :D Generell wird alles etwas anders als im Deutschen ausgesprochen. ^^

Und wenn du es so siehst - die Hira- und Katakana, die du im Japsischen zusätzlich hast, lassen sich auch relativ schnell lernen. :D

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@Lolly9714

ja stimmt, die ganzen Zischlaute hatte ich beinahe vergessen :)

finde ich auch, das ist etwas was man einmal lernt und dann einfach kann. Und damit auch schon relativ viel japanische Textausschnitte lesen kann :D

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Japanisch

Schrifttechnisch finde ich Chinesisch schwieriger, da es aus meiner Sicht einfach deutlich komplexer ist und man nicht auf einfache Silbenschriften ausweichen kann.

Sprachlich finde ich Chinesisch ebenfalls schwieriger, da - ich kann hier vermutlich nur vom Hochchinesisch sprechen - die Tonhöhe auch bedeutungsgebend ist und es sonst zu Sinnentstellungen kommen kann.

Ich habe mich mal aufgrund einer ehemaligen chinesischen Bekannten (wir besuchten den selben Tempel) am Chinesischen versucht - mehr als "Hallo" "Ich heisse" und bis sechs zu zählen, ist nicht übrig geblieben.

Wenn du auf Japanisch rumbrummelst, dann bist du für den Japaner vielleicht schwer verständlich - erzählst ihm aber nicht versehentlich, dass seine Mutter eine Kuh ist. ;-)

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