Ist Krav Maga wirklich effektiv in Ernstfällen?

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3 Antworten

Jede traditionelle Kampfkunst, jeder Kampfsport und jede moderne Selbstverteidigungsmethode kann im Ernstfall effektiv sein.

Im Ernstfall ist weniger deine körperliche, sondern deine geistige Verfassung entscheidend. Bei Schockstarre oder Panik nützen 30 Jahre Training nichts.

Im Ernstfall ist die Situation völlig unbekannt und der Angreifer unberechenbar. Nun benötigt man geistige Flexibilität und technische Anpassungsfähigkeit.

Damit die mentale Stärke und die erforderlichen Techniken im Ernstfall ganz natürlich einsetzbar sind, müssen sie in dir selbst verwurzelt sein.

Wenn du einen Stil nur wegen der angeblichen "Effektivität" trainierst, aber keinen wirklichen Bezug dazu hast, wirst du im Ernstfall scheitern.

Deshalb ist es wichtig "deinen" Stil zu finden, der zu deiner Persönlichkeit passt, so dass du ihn wirklich gerne trainierst.

Persönliches

Ich selbst trainiere beispielsweise die japanische Kampfkunst Aikido, die von vielen Menschen eher als passiv, oder sogar ineffektiv gesehen wird.

Dennoch war ich in drei ernsten Gefahrensituationen in der Lage, mich und andere Menschen vor unmittelbarer körperlicher Gewalt zu schützen.

Das liegt nicht daran, dass Aikido "effektiver" ist als andere Stile, sondern der Grund ist, dass ich Geist und Techniken ausreichend verinnerlicht hatte.

Andere Menschen fühlen sich dagegen mit anderen Disziplinen wohler - und das ist völlig okay so.

Frauen

Aikido galt bei seiner Ankunft im Westen eine ganze Zeit lang als "Frauensport", weil es mit seinen ästhetischen Bewegungen eher tänzerisch aussieht.

Meine Kinder- und Jugendlehrerin (5. Dan) war gerade einmal 1,50m groß und konnte mich als jugendlichen Heißsporn quer durch den Raum werfen.

Dabei durfte ich völlig beliebig angreifen - Fauststoß, Griffe, Tritte - und trotzdem flog ich immer wieder auf die Matte.

Das lag nicht daran, dass sie ein Übermensch ist, sondern lediglich in der richtigen Geisteshaltung und der korrekten Anwendung der Techniken.

Das Fazit daraus: Auch Frauen können körperlich überlegene Männer durch Einsatz der passenden Techniken in ihre Schranken weisen.

Ein von der Frau richtig angesetzter Handgelenkhebel tut genau so weh (und ist für das Gelenk genau so gefährlich) wie bei Männern auch. ;-)

Bei uns ist der Unterricht gemischt und das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist ziemlich ausgeglichen.

Krav Maga

Die israelische SV-Disziplin Krav Maga lebt vor allem auch von dem Umstand, dass es für die israelische Armee (IDF) entwickelt wurde.

Dadurch sind die Techniken zwar einerseits auf Effektivität ausgelegt - andererseits kommt es auch zu Missverständnissen.

So wird bei Krav Maga für Zivilisten zur Selbstverteidigung etwas völlig anderes vermittelt, als für Sicherheitskräfte, oder die Armee.

Ein Zivilist muss weder Angreifer entwaffnen, noch Geiselnehmer überwältigen können - und daher wird so etwas allgemein auch nicht gelehrt.

KM ist also eine durchaus effektive Disziplin - man sollte nur nicht der Täuschung unterliegen, wie ein Elitesoldat ausgebildet zu werden.

Bester Stil

Welcher Stil für dich selbst am besten ist, der dich also persönlich anspricht, so das du langfristig motiviert bist, musst du selbst herausfinden.

Langfristige Motivation ist das A und O, denn nur wenn man lange genug dabei bleibt, wird man auch ernsthafte Fortschritte machen.

Also suche dir alle Vereine für Kampfsport in deiner Umgebung, informiere dich über die angebotenen Stile und vereinbare Probetrainings zum reinschnuppern.

So kannst du dir selbst einen Eindruck verschaffen und feststellen, ob dir der Stil liegt, die Menschen im Verein freundlich sind usw.

Viel Erfolg bei deinem künftigen Training.

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Es ist vollkommen egal, welche Kampfsportart oder Kampfkunst jemand erlernt. Denn es kommt nicht auf den Stil an, sondern darauf, was die Frau oder der Mann kann.

Die Freundin meiner Mitbewohnerin ist sehr viel kleiner als du und sie war bei den US Marines Nahkampfausbilderin! Wenn ich das richtig erinnere, hatte sie ursprünglich mit Karate angefangen und das viele Jahre gemacht. Ich war einmal dabei, wie sie in einem Lokal angetrunkene randalierende GIs bändigte. Das ging ruckzuck, dann lagen die ersten am Boden und nach wenigen Sekunden war alles vorbei.

Meine Mitbewohnerin ist recht groß, sie betreibt Boxen und Kickboxen und ist da auch sehr gut. Wo sie hinschlägt oder kickt, wächst auch kein Gras mehr! :-)

Meine Gattin, die etwas kleiner war als du,  hatte JiuJitsu, etwas Aikido und viel Kendo gemacht, auch sie hatte niemals Probleme, sich bei Belästigungen die Angreifer vom Hals zu schaffen - bzw, sie wurde erst gar nicht belästigt, weil sie aufgrund ihrer sehr guten Kampfkunstausbildung nicht ins Opferschema fiel.

Du siehst, es kommt echt nicht auf den Stil an.

Deshalb mein Rat: Schaue, was es bei dir im Ort so alles an Clubs gibt und mache dort überall bei den Probetrainings mit. Dort, wo es dir am besten gefällt, da melde dich dann an. Egal, was die machen, egal, ob Karate, JiuJitsu, Judo, KungFu, Aikido, TaeKwonDo, Boxen, Kickboxen, KravMaga, ganz egal.

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ja. es ist eben kein kampsort mit wettbewerb und regeln usw sondern es geht drum die gefahr so schnell wie möglich zu überwinden. deshalb lernt man auch angriffe auf die primärziele z.b genitalien, kehlkopf, augen etc ;)

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Kommentar von AdmiralMadMax
12.07.2017, 17:29

Das Problem an der Sache ist das Krav Maga nich darauf ausgelegt aus Gefahrensituationen zu entkommen sonder diese zu überwinden.

D.H. Man verschafft sich nicht den nötigen Freiraum um zu fliehen, sondern schaltet die Gefahr gezielt aus.

Das wiederum stellt im Falle eines Rechtsstreits dan schon keine Notwehr mehr da sondern schon eine Körperverletzung und durch die vorangegangene Nahkampfausbildung sogar eine grob fahrlässige, wenn nicht sogar eine vorsätzliche Körperverletzung.

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