Ist Karate effektiv für Selbstverteidigung?

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Karate ist eher auf Wettkampf (sport) bezogen. Für SV eignet sich wing chun und krav maga

Das ist so nicht richtig. Es gibt zwar viele Vereine, die Wettkampf im Schwerpunkt haben, aber eben auch bei Weitem nicht alle. Wer Karate "klassisch" trainiert, hat ein perfektes SV-System geübt. Aber: Schnell ist das nicht, wie in allen anderen Kampfkünsten auch.

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Jewede Art von Kampfsport wird Dir nützlich sein. Aber nicht von "Heute auf Morgen" sondern erst nach einer gewissen Zeit. Der Vorteil liegt darin das Du fitter wirst, dein Selbstbewusstsein wird stärker und dann.....

wirst Du ohne Schläge und Tritte auskommen indem Du - wissend das Du könntest wenn Du willst - Dich eher umdrehen und weggehen wenn Dich jemand anpöbelt. Aber Du bist dann in der Lage Anderen zu helfen.

Es ist also nur wichtig welche Art Kampfsport Dir mehr liegt. Denn da gibt es zumindest zum Teil gravierende Unterschiede.

Ich selbst fand Kung Fu immer toll und wollte das machen, dann nahmen mich Freunde (die was "machen" wollten) zu einem Probetraining beim Karate mit. Ich blieb, die Beiden gingen sofort wieder.... und ich fand den Sport meines Lebens.

Also such Dir Vereine oder Sportstudios, mach Probetrainings. Allternativ gibt es z.B. bei der VHS auch SV-Kurse, auch in ein paar Studios. Zum Schnuppern" wäre das auch nicht schlecht, hat dann aber mit Sport nicht viel zu tun.

Viel Erfolg wünsch ich Dir!

Zunächst einmal ist Karate entstanden und konzipiert worden, damit sich speziell körperlich unterlegene Menschen durch gezielte Techniken auch gegen stärkere Gegner zur Wehr setzen können. Das war der Grundgedanke.

Um jetzt das klassische japanische Karate-Do (vollkommen egal, welche Stilrichtung) auch zur praktischen Selbstverteidigung einsetzen zu können, bedarf es ein paar Jahre der Übung (realistisch sind 2 - 3 Jahre) mit dem Partner, in denen Kumite- (Kampf-) Techniken geübt und automatisiert werden. Kurze, auch spielerisch gestaltete Freikämpfe (Randori), in denen der Schüler das Gelernte direkt anwenden kann, helfen gleichermaßen.

Um diese Techniken sauber und hart ausüben zu können, muss erstmal die harte Grundschule durchlaufen und immer wieder geübt werden. Aus der Grundform entwickelt sich dann nach und nach die "Anwendungsform". Als Vergleich: Erst wenn du im Englischunterricht gelernt hast, dass es "it is not" heißt, kannst du irgendwann "it isn't" sagen - und weißt dann auch wenigstens warum.

Als erfolgreiches Trainingskonzept des modernen Karate hat sich herauskristallisiert, dass es durchaus Sinn macht, bereits frühzeitig Freikampfsituationen zu üben, auch wenn die Techniken der Schüler anfangs noch nicht ganz lupenrein sind. Wird parallel die Grundschule (Kihon) nicht vernachlässigt, werden auch die Freikämpfe und Techniken immer besser.

Aber grundsätzlich ist es so, dass nahezu jede Kampfsportart als Selbstverteidigung genutzt werden kann, wenn sie mit Fleiß, Ausdauer und einem guten Lehrer betrieben wird. Selbst das "harmlose" Judo kann einen unbedarften Gegner schnell ins Reich der Träume schicken. Gerät ein Angreifer an einen über Jahre geschulten Judomeister, liegt der erstere in Sekundenbruchteilen im Gras, bevor er im Würgegriff ohnmächtig wird und sich vielleicht noch kurz die Frage stellt, was ihn da gerade aus den Schuhen gehoben hat....


(P. Kramer, 1. Dan Shotokan-Karate)

 


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