Ist die Bibel einfach nur ein Roman?

18 Antworten

Ein Roman ist die Bibel sicher nicht. Ein Roman ist ein Buch, das eine fiktive Geschichte enthält, die bewusst vornehmlich der Unterhaltung dient.

Die Bibel enthält diverse Geschichten ganz unterschiedlicher Art. Einige kann man als eine Art Fabel, als lehrreiche Geschichte auffassen, andere beschreiben Erlebtes, Erinnertes oder bewusste Parabeln (Gleichnisse), die eine bestimmte Aussage haben sollen. Die Evangelien des Mattäus, Markus, Johannes und Lukas wurden teilweise weit nach Jesus Tod aufgezeichnet, enthalten also nicht wirklich präzise Erinnerungen an Gespräche (anders als die Texte es andeuten). Intention der Schreiber war aber wohl trotzdem, etwas Wichtiges, Lehrreiches, Tröstendes an die folgendenen Generationen weiterzugeben, also eher eine Art "Selbsthilfebuch" wenn man so will. Meines Wissens ist im Nachhinein nicht immer klar, welche Geschichten zum Zeitpunkt ihrer Aufzeichnung als Wahrheit galten (beim Verfasser!) und welche bewusst Übertreibungen oder Fantasien enthielten, mit dem Ziel, eine bestimmte Haltung oder bestimmte Vorgaben zu vermitteln.
Man muss sich bewusst machen, dass die Bibel erst weit nach der mündlichen Überlieferung der ersten Texte aufgeschrieben wurde und teilweise die Sprache (des Neuen Testaments) nicht die Sprache der Verfasser der Ursprungstexte war (griechisch geschrieben, aber von Aramäern ursprünglich verfasst. Da war also schon viel Spielraum für Missverständnisse, Fehler, eigene Interpretationen der Griechen usw.

Naja, so ein harmloser utopischer Roman war das nie. Die Schreiberlinge verfolgten schon ganz klare Absichten.

Dieser "Roman" war anfangs nicht für das breite Publikum vorgesehen. Die katholische Kirche hatte sogar lange Zeit verboten, sie zu lesen. Ganz zu schweigen davon, dass sie ursprünglich das gemeine Volk gar nicht lesen konnte (Fremdsprachen konnte man damals schon bloß bruchstückhaft) und auf die Auslegungen ihrer "Hirten" vertrauen musste.

Das war keinesfalls das erste Buch (schau z. B. unter "Bibliothek von Alexandria"), so wie nichts darin irgendwie nicht schon vorher mal in bedeutend älteren und entwickelteren Kulturen in der einen oder anderen Form vorkam und geschah!

Die Bibel hatte dann, nach Gründung der ersten Kirchen und Etablierung Roms als mächtiges Zentrum der Verbreitung der Jesus-Legenden eine gewaltige finanzkräftige und wirksame "PR"-Maschinerie.

Als dann noch Gutenberg mit seiner Erfindung die Verbreitung dieses "Wunderwerkes" vorantrieb und immer mehr Leute des Lesens kundig wurden, war der Verbreitung keine Grenzen mehr gesetzt.

Aber auch die Märchen der Gebr. Grimm werden inzwischen überall gelesen :-)

Gerade die Briefe aus dem NT waren dazu geschrieben worden, dass man sie einem breiten Publikum vorgetragen hat. Sie sollten sogar untereinander ausgetauscht werden.

Die (Kath) Kirche hat dagegen das Lesen verboten, sonst wären die Menschen schnell darauf gekommen, dass die Kirche gegen die Bibel arbeitet.

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@krivor

Das Original-NT konnten ursprünglich auch bloß gebildete Vertreter der Oberschicht und des Lesens kündige Klerikale lesen.

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@666Phoenix

Das Original-NT? Weite Teile davon wurden von ungebildeten Menschen geschrieben.

Und alles sollte in der Gemeindeversammlung vorgelesen werden, da kannst du sicher sein, dass sie den anderen erklärt haben, wenn sie was nicht verstanden.

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@krivor

Ja also! Was ich doch sage: keinesfalls selber lesen! Was die Pfaffen erklärten, konnte das gemeine Fußvolk damit nicht überprüfen!

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@666Phoenix

Ich bin völlig davon überzeugt, dass das original-NT von allen richtig verstanden wurde, so wie es gemeint war.

Pfaffen gab es erst später.

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@krivor

Mancher ist fūr bzw. wegen seiner Ūberzeugung auch schon gestorben:-)

"Völlig richtig verstanden"???

Dass ich nicht lache. Die meisten von den Jesus-Jüngern haben das bis heute nicht verstanden!

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@666Phoenix

Wenn es richtige Jesusjünger sind, dann haben sie den Heiligen Geist Gottes, der uns alles erklärt.

Zur Erinnerung: Wir reden hier nicht von der etablierten Kirche.

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@krivor

Nein, ich weiß, daß die etablierten Kirchen ihr "Gotteswort" auch nicht ernst nehmen. Man schaue in die heutigen Zeitungen!

Aber wer nimmt das schon ernst?

Die damaligen Vorleser haben nur das vorgelesen, was sie als vorlesenswert erachten!

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@666Phoenix
Nein, ich weiß, daß die etablierten Kirchen ihr "Gotteswort" auch nicht ernst nehmen. Man schaue in die heutigen Zeitungen!

Wie wahr.

Aber wer nimmt das schon ernst?

Ich kenne geüngend Menschen, die das tun.

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Eine Bibel ist eine Sammlung von verschiedenen religiösen Texten.

Die christliche Bibel (ich denke mal, die ist hier gemeint) enthält die Bibel des Judentums und zusätzlich eine Auswahl christlicher Schriften. 

Enthalten sind neben Schilderungen auch religiöse Erzählungen sowie bekanntlich auch Sprüche, Psalme, Gedichte und Briefe.

Die christliche Bibel wurde auf mehreren Synoden aus vielen verfügbaren religiösen Schriften zusammengestellt. Zuletzt und abschließend 397 n. Chr. 

Wenn, dann handelt es sich um eine Anthologie.

Insofern erschließt sich mir nicht, weshalb es sich um einen Roman handeln sollte.

Nein, dass erste Buch war sie bei weitem nicht. Sie ist aber das am häufigsten produzierte Buch überhaupt.

Der Name "Bibel" kommt aus dem altgriechischem Wort "βιβλία" bzw. biblia, das "Bücher" bedeutet. 

Die Bibel wurde nicht vor dem Christentum geschrieben, man sieht sie seit ihrer Existenz als eine "heilige Schrift" an. Sie ist strenggenommen auch "nur" eine Schriftensammlung und kein zusammenhängendes Buch! 

Der Koran beispielsweise ist das heilige Buch des Islams. Muslime sagen, dass das was in ihm steht wahr ist und nicht das, was in der Bibel steht. Jede Religion hat ihre eigenen heiligen Schriften. Das Christentum nun mal die Bibel. 

So oder so, sprich ob die Bibel nun Recht hat oder rein fiktiv ist, ist sie kein Roman. Ein Roman weißt andere Merkmale als die Bibel auf. 

Der erste Teil der Bibel, den wir heute das Alte Testament nennen, wurde lange vor dem Christentum geschrieben und ist die Bibel des Judentums, auf die sich Jesus Christus immer wieder bezogen hat.

Der zweite Teil, das Neue Testament, wurde nach Christus geschrieben und bezieht sich auf das Leben, Wirken und die Lehren Jesu Christi.

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@pinkyitalycsb

@pinkyitalycsb
Bei dieser Frage geht es aber um das Gesamtwerk und nicht um die einzelnen Fragmente der Bibel (also um die Bibel in ihrer heutigen Fassung). Ich selbst schrieb übrigens, dass sie eine Sammlung von mehreren Schriften ist. Und das mehrere Schriften zu unterschiedlichen Zeitpunkten geschrieben wurden kann man sich ja erschließen.

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Die Bibel ist nicht einfach an einem Tag entstanden.
Sie besteht aus vielen Geschichten von Gott und den Menschen die mit ihm, so zu sagen "zu tun hatten".
Sie wurden Jahrhunderte lang überliefert und in ein riesiges Buch, also die Bibel, zusammengefasst.
Mit ganz viel Fantasie könnte man die Bibel also als riesigen Roman mit ganz vielen Kurzgeschichten beschreiben. :)

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