ist der mensch grundsätzlich egoistisch?

21 Antworten

Also, (z.B.) Programer195 und babulja, das, was ihr äußert, ist alles Denken à la Nietzsche. Letztlich ist dann der Mensch nur "Wille zur Macht und nichts außerdem"! Alles, selbst ethisches Verhalten, ist letzten Endes interessenbestimmt und damit "Wille zur Macht" ("Macht" hier als Metapher verstanden). Nietzsche hat m.E. vergessen, dass der Mensch eine Seele hat, ein "Herz". So gibt es Verhaltensweisen, z.B. der Samariter, die frei sind von irgendwelchen Eigeninteressen. Die handeln ethisch / moralisch, weil sie so handeln müssen (s. hierzu auch die Lehre von Calvin). Das "Herz", sagte einmal Pascal, hat seine eigene Logik, eben die Logik des Herzens. Und die spielt sich jenseits aller (versteckten) Egoismen und Interessen ab (Zuzugeben ist, dass die Zahl solcher „Samariter“ überschaubar ist!).

Nein, kein Mensch ist NUR...! Menschen sind mehrschichtige Wesen. Der Überlebensdrang sponsert natürlich, das eigene Überleben nicht zu kurz kommen zu lassen. Andererseits fallen Menschen nicht vom Himmel. Sie werden in Familien, Gruppen geboren und erfahren in der Zeit ihres Angewiesenseins die schützende und bewahrende Funktion der Familie und Gruppe. Schon die alte griechische Philosophie - Epikur eingeschlossen - hat das Glück des Menschen nie als Einzelwesen sondern immer als Bürger der schützenden Polis gesehen. Sogesehen wirkt im Menschen eine zum Individuum treibende Kraft UND als Gegenzug eine Kraft zur Gemeinschaft. Was heute zu sehen ist, ist eine in seiner Wirkung noch nicht abschätzbare Selbstkonditionierung durch Werbung und andere Medien, die in einer nicht dagewesenen Art des Selbstbetrugs dem Individuum seine Einzigartigkeit vorgaukeln mit Lösungsvorschlägen, die einer extrem verknüpften Arbeitsteilung auf allen Ebenen bedarf. Dem individuellen Massenprodukt wird dann als Begehrlichkeit der Massenviehtransport in der U-Bahn entgegengesetzt und das eine vertritt der ADAC und das andere die Grünen. Und beide lügen uns in die Tasche.

Im Grunde ist sich jeder der Nächste. Man kann es egoistisch nennen, ok. Diesseits wird von einem Selbsterhaltungstrieb gesprochen. Und wenn du vorträgst, man spendet Geld, um sich besser zu fühlen, dann muss du zur Kenntnis nehmen, dass dieser Vorgang vom "EGO" ausgeht und dem Spen-der selbst keinen Vorteil bringt. Merke: Es handelt sich hier um eine sub-jektive Meinungsäußerung.

Ich finde, die Grundzüge des Menschen kann man besonders an Kleinkindern sehen, die sich noch keine Gedanken über die gesellschaftliche Eingliederung machen oder sich verstellen müssen. Und demzufolge JA, Menschen sind von Grundauf egoistisch !!! ;-)

Natürlich nicht. Egoist ist einer der Nachteile Anderer in Kauf nimmt, Hauptsache er hat selbst das Beste oder das Meiste. Jemand der gerechten Lohn erwartet für das was er tut, der ist kein Egoist. Jemand der fühlt das er das Richtige getan hat, der hat deshalb noch lange nicht das Richtige getan damit er es fühlt. Die Unterscheidungsmöglichkeiten richtig und falsch sind lebensnotwendig und kein Zeichen von Charakterschwäche.

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