Hunde in 1-Zimmer wohnung trotz Vollzeitjob?

9 Antworten

Also ich habe auch nur eine 1 Zimmer Wohnung (42 qm) , da ich mich vor kurzem getrennt habe. Mein Amstaff ist mein Ein und Alles. Ich gehe mit ihm vor der Arbeit 1 Stunde und ja, ich gehe 8 Stunden arbeiten, wohne arbeitsnah um die Ecke, und nach ser Arbeit sofort wieder und treffe mich täglich mit meinen Kindern und Freundin, die auch alle Hunde haben, zum grossen Gassi gehen. Im Sommer an den See bei uns. Ist also ein grosses Rudel. Ich richte ausserhalb meiner Arbeit alles auf meinen Hund aus.Mann sollte dann Prioritäten setzen wenn man den ganzen Tag arbeiten geht. Da Hunde viel schlafen und wenn Du dann den Grossteil deiner Zeit für ihn nutzt dann ist die Grösse der Wohnung nicht ganz so ausschlaggebend. Manch Hund mit Garten hat nicht genug soziale Kontakte und Kontakt zu Artgenossen.

Mein früherer Freund musste unbedingt sofort nach Beginn unserer Beziehung einen Aussie haben und wir hatten dann einen von zwei Hunden bei einer Westernreiterranch über die Aussie-Notvermittlung übernommen, weil sich ein Ehepaar scheiden ließ und die Tiere nebst Pferden und Hühnern nicht behalten konnte. Dann kam nach 2,5 Jahren die Trennung und mein Freund brauchte dann auch unsere Hunde-Dame, damals 8, nicht mehr. Weil sie bereits ein "Scheidungsopfer" war, habe ich mit ihr "vereinbart", es zu probieren, obwohl ich in Vollzeit arbeitete. Es klappte sehr gut, am Wochenende bin ich zeitweise mit ihr 4-5 Stunden lang auf Abenteuerspaziergang gewesen und habe dann mit Joggen angefangen. So bin ich dann morgens zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr mit ihr eine Stunde joggen gegangen, später sogar bis 25 Kilometer und sie hat dann den Tag durchgeschlafen und am Abend habe ich nach der Arbeit mit ihr immer zuerst eine Runde gedreht und später noch eine längere Nachtrunde gemacht. Das hat hervorragend funktioniert. Als sie dann 13 war, konnte ich sie zu einem neuen Arbeitsplatz auch bei Bedarf mitnehmen. Habe ich aber nur selten gemacht, weil ich nicht wollte, dass sie sich daran gewöhnt und ich nicht sicher war, ob ich diese Stelle auch behalte. Sie wurde 14,5 Jahre alt und hat auf unseren vielen Ausflügen und Märschen wohl wesentlich mehr gesehen als die meisten Hunde in ihrem Leben, sie hatte wirklich ein erfülltes Leben, auch wenn sie über eine lange Zeit alleine zuhause bleiben musste. Allerdings war sie auch ein sehr gut erzogener Hund und hat weder gebellt noch randaliert. Sie bellte nur kurz, wenn jemand läutete und auch nur, wenn ich zuhause war. Mit den vielen Ausflügen, dem Sport und den langen Wanderungen war sie absolut ausgelastet. Natürlich musste ich über die Jahre schon darüber nachdenken, wo ich mit ihr hin kann und wohin nicht. Aber ich bin sowieso nur selten ausgegangen, von daher war es eher kein Problem. Wenn ich abends dann doch einmal ins Kino bin oder untertags am Wochenende ins Museum, war auch das kein Problem. Nur nachts hat sie dann manchmal etwas gejammert wie mir meine Nachbarin erzählte, weil sie es nicht gewohnt war, nachts alleine zu sein. Einmal musste ich eine längere Fahrt ohne sie machen, weil ich das Football-Finalspiel, wo mein Arbeitskollege mitspielte, in Wolfsburg mitverfolgen wollte (ich: Hamburg). Da waren es schon ein paar Stunden mehr und bis in die Nacht, wo sie alleine war und warten musste. Weil es dann doch später wurde als vermutet, hatte ich sie per Handy auf mein Festnetztelefon zuhause angerufen, das auf laut gestellt war, und meinem Hund erzählt, dass es später würde und sie sich keine Sorgen machen muss ;-)). Als ich dann wieder nach Hause kam, hatte ich das Gefühl, dass sie es wohl verstanden hatte. Alles kein Problem. Sie hat eigentlich immer ganz gut verstanden, was ich ihr sagte. Kommunikation auf allen Ebenen. Eines muss ich noch anmerken: Ich hatte es mir bis dahin immer verboten, alleine und in Vollzeit einen Hund anzuschaffen, auch wenn ich immer schon gerne einen gehabt hätte. So war es gewissermaßen Schicksal, dass ich in der Situation zu einer alleinerziehenden Hundemama wurde. Wenn Du Dir in einer solchen Situation einen Hund aus dem Tierheim holen willst, dann sollte es einer sein, der schon das Warten gelernt hat und daran gewöhnt ist und dem Du trotzdem einen Gefallen tust, wenn Du ihn nimmst. Also wenn, dann einen schon etwas älteren Hund. Soweit meine Erfahrungen. Alles Gute!

Es ist immer eine Quälerei, einen Hund so lange allein zu lassen. Die Größe der Wohnung ist dabei unwesentlich. Auch in einer 4-Zimmer-Wohnung oder in einem Garten kannst du einen Hund nicht so lange allein lassen. Dabei gehts nicht um Auslauf und Bewegungsfreiheit, nicht mal unbedingt ums Rausgehen, sondern ums Alleinsein an sich. Hunde sind Rudeltier und Alleinsein muß mühsam erlernt, also dem Hund beigeracht werden und sollte immer auf ein Minimun beschränkt bleiben. 4-6 Stunden sind das Maximum.

Warte erst mal die Jahre ab, du weißt doch noch gar nicht, wie es bei dir laufen wird, kennst noch nicht mal Arbeitszeiten, ist bisher ja nur geraten.

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du, 1-Zimmer-Wohnung und Vollzeitjob und ich habe aus diesem Grunde mich dazu entschieden, keinen Hund zu halten. Selbst wenn es dir möglich wäre, in der Mittagspause mit dem hund raus zu gehen, so ist es doch nicht gesichert das es dir immer möglich sein wird. Man weiß nichit was auf Arbeit alles so anfällt, bei mir ist es auch oft so das ich meine Mittagspause verschieben und dringende Sachen erst einmal erledigen muss. Und Hunde haben auch eine innere Uhr und er würde dann auf dich warten und sich wundern warum du nicht immer zur selben Zeit nach Hause kommst. Das ist auch ziemlich nervenaufreibend für das Tier. Und das mit der Wohnung in der Nähe ist auhc so eine Sache. Ich weiß nicht wie es in Berlin mit dem Wohnungsmarkt aussieht, aber hier in Hamburg ist es schon verdammt schwer, etwas in der Ecke zu finden, die man gerne hätte. Einen Schäferhund oder Husky würde ich auch auf keinen Fall nehmen, weil das beides totale Arbeitshunde sind und sie sehr unzufrieden wären, wenn sie nur morgens, abends (und wenn es halt klappt auch mittags) mit dir ihre Runde laufen können und sonst geistig nicht gefordert werden. "Richtige" Arbeitshunde(-rassen) brauchen auch tagsüber eine Denksportaufgabe, die du ihnen leider nicht geben kannst. Besteht keine Möglichkeit, den Hund mit auf Arbeit zu nehmen? Das wäre auch eine Option, die man zumindest mal erwägen sollte.

Frag in zwei bis drei Jahren nochmal. Was bringt das, sich jetzt über ungelegte Eier auszutauschen? Es kann soviel passieren bis dahin. Bis es soweit ist, versetz Dich mal in die Lage Deines potentiellen Hundes... Würdest Du Dir ein Leben mit soviel Alleinsein in einer kleinen Bude wünschen??? Für ein paar Momente Aufmerksamkeit... und Runden mitten in der Stadt. Was, wenn Du mal krank bist? Was, wenn Du keine Wohnung findest in der Nähe der Arbeit und es Mittags nicht schaffst nachhause?

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