Gitarre mit PC aufnehmen, Klang verbessern?

3 Antworten

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Per Ferndiagnose würde ich als erstes sagen, dass es dir an einem Audio Interface mangelt. Aufnehmen ohne AIF ist möglich, aber sinnlos. Das Signal was aus Gitarre und Mikrofon kommt ist ja ein analoges Signal. Ein Rechner arbeitet aber in Bits, also digital und muss dementsprechend eine Analog/Digital Wandlung vornehmen. Da 99% der PC Nutzer keine Aufnahmen machen, sind die Soundkarten für sowas nicht entwickelt und deswegen ungeeignet, weswegen die von dir beschriebenen Probleme auftauchen. Ein AIF ist eine spezialisierte Soundkarte die jene Wandlung übernimmt und den PC damit „entlastet". Es gibt kein einziges Tonstudio, welches ohne diese auskommt.

An der Software an sich würde ich den Fehler nicht als erstes suchen. Eine falsche Einstellung kann sein, würde ich aber auch nicht als erstes drauf tippen. Dann eher eine falsche Handhabung.

Es war die Mikrofonverstärkung in meinem Sound-Treiber, die die Probleme gemacht hat. Ohne diese ist die Quallität in Ordnug.

Macht es dennoch Sinn ein besseres Interface zu kaufen? Ich glaube es scheitert dann an meiner 100 € Gitarre oder dem 30 € Verstärker.

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@Johanneshehn

Danke erstmal für den Stern. Hab gar nicht gesehen, dass da noch ne Nachfrage kam.

Eine teuere/bessere Elektronik im Interface macht natürlich schon einen Unterschied. Bessere Elektronik kann salopp gesagt feiner auflösen. (Oder in Fachsprache: Es hat eine bessere Bittiefe und Abtastrate). Auch sollte die Latenz geringer sein.

Und grade in den kleinen Preisregionen macht eine größere Investition einen großen Quallitäts- und Austattungsunterschied. Der Schritt von bspw. 50€ auf 100€ ist z.B. ziemlich groß. Von 100€ auf 200€ immer noch groß, aber schon etwas kleiner. Von 500€ auf 1000€ wird man dagegen nicht mehr viel Unterschied merken. Je höher der Preis ist, desto mehr Geld braucht man um einen Unterschied festzustellen. Dieses Phänomen zieht sich durch so ziemlich alle technischen Geräte.

Bei AIFs heißt es aber auch nicht gleich das Teuerste zu nehmen. Du solltest dir vorher Gedanken machen was du brauchst (z.B. Anzahl XLR & Klinkeneingänge), ggf. noch etwas Luft nach oben einplanen und dann das zu kaufen, welches deine Anforderungen am besten erfüllt. Und ich würde drauf achten, dass es einen „optical Input" hat. Mit einem Optical In Kabel kannst du nämlich ein bestehendes AIF mit anderen Geräten (z.B. einem weiteren AIF) erweitern und bist nicht drauf angewiesen ein größeres zu kaufen.

Das es anschließend an der Gitarre und Amp mangeln wird, ist klar. Beide sind natürlich nicht die Ursache deines technischen Problems, aber klanglich sind die natürlich Unterkante Fahnenstange. Das ist ganz klar.

Ich würde als nächstes am Amp ansetzen, denn mit 30€ ist das Billigste was überhaupt an Amps möglich ist. (Abgesehen vlt. von diesen Spielzeug-Micro Amos).

Schau dir auch mal moderne Aufnahmekonzepte an. Gitarrenprozessoren wie der Line 6HX, Boss GT001, oder das Avid Eleven Rack sind heutzutage so fortgeschritten, dass sie den günstigen Übungsverstärkern in Sachen Klang, sowohl in der DI- als auch der klassischen Mikrophonweise überlegen sind. Da stellst du kein Mikro mehr vor den Amp und nutzt auch keinen schnöden DI-Ausgang, sondern bekommst ein „fertiges" Signal, das nur noch per XLR oder 6,3mm zum AIF geführt werden muss.

PS: Für ein paar mehr Infos (in der klassischen Aufnahmeweise, sprich Mikro) schau dir mal dieses Video an. Das erklärt ziemlich viel und ziemlich genau. https://www.youtube.com/watch?v=HjX0MQsQM9k

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Vergiss mal ganz schnell solche Kunstgriffe wie "Gitarre in den Mikrofoneingang".

Werde dir darüber bewusst, was technisch abläuft, dann weißt du wie du es besser machen kannst.

Zunächst geht es um Ein und Ausgangsimpedanzen:

Eine E-Gitarre hat eine Ausgangsimpedanz von 10 bis 100 kohm.

Ein Gitarrenverstärker hat eine Eingangsimpedanz von 1 Mohm.

Der Mikrofoneingang im PC hat bestenfalls eine Eingangsimpedanz von 20 bis 47 kohm

Wenn ich meine Gitarre nun an den Amp stecke, entsteht eine Resonanzüberhöhung im Verstärker bei ca. 3,3 kHz. Die brauchen wir, damit es auch nach E-Gitarre klingt.

Stecke ich nun die selbe Gitarre in den Mikrofoneingang der Soundkarte des PC entsteht keine Resonzüberhöhung und der Klang der Gitarre wirkt dünn und leblos. Selbiges würde auch passieren, wenn ich die Gitarre in einen Hi-Fi-Verstärker stecken würde.

Ein USB-Audiointerface mit einem Instrument, oder Hi-Z Eingang mit 1 Mohm Eingangsimpedanz wäre für dich also das Optimum.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich denke es liegt zum Teil auch an der Hardware, die du verwendest.

Wenn ich das richtig verstanden habe ist das Mikrofon per Klinke am PC angeschlossen? Das deutet ja schon einmal auf ein günstiges Mikrofon/Headset hin, was für Aufnahmen eh ungeeignet ist. Da nimmt man ja eigentlich ein Kondensator oder Großmembran je nach Anwendung.

Man schließt Instrumente immer über ein Interface an den PC an. Ein Verstärker ist ja schließlich kein Mikrofon, kein Wunder, dass das nicht klappt.

Also entweder ein Mikro mit USB Anschluss kaufen oder ein Interface für Verstärker/bzw. Gitarre und oder Mikrofon per XLR.

Hab es auch mit meinem Headset versucht, das das Mikrosignal über USB weitergibt mit dem gleichen Ergebnis.

Warscheinlich ist es am besten, wenn ich es Über mein Handy aufnehme.

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@Johanneshehn

Das sehe ich genauso. Die Headsets, auch wenn die vielleicht 100€ kosten, sind jedem Handymikrofon um Welten hinterher. Zudem die ja nur auf die Frequenzen beim Reden ausgelegt sind.

Ansonsten gibt es bereits für 35€ brauchbare Interfaces, falls du das ganze Mal etwas professioneller betreiben willst.

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