Gibt es einen geschmacklichen Unterschied zwischen Zuchtpilzen und Wildpilzen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn man das so fragt, muß man erstmal ein- und diesselbe Art vergleichen:

Nehmen wir ersteinmal den Zuchtchampignon: Agaricus bisporus. Ich gebe zu, daß ich tatsächlich diese Art noch nicht wild wachsend gefunden habe (obwohl sie auch in freier Natur vorkommt): daher für mich Vergleich nicht möglich. Ich finde nur andere Chamignonarten

Dann Flammulina velutipes (Samtfußrübling) : Als Zuchtpilz wird er als Enoki verkauft: kein Vergleich mit wildwachsenden- man würde kaum denken, daß er der gleiche Pilz ist.

Austernseitling (Pleurotus ostreatus): bei dem würde ich mir nicht zutrauen, bei einem Gericht sicher zu unterscheiden, ob aus Wildsammlung oder Zucht- sehr ähnlich.

Stockschwämmchen habe ich noch nie als Zuchtpilz probiert - keine Ahnung

Den südlichen Ackerling hingegen noch nicht wild gefunden, den Kräuterseitling ebenfalls nicht

Den  Buchenrasling habe ich auch noch nicht wild gefunden,  den Shitake auch nicht ( der wäre dann ein Erstfund für Deutschland (-;).

Den Riesenträuschling noch nie als Zuchtpilz probiert.

Judasohren: im getrockneteten Zustand kein Unterschied

.

Resumee: Bei den meisten Pilzen fehlt mir der Vergleich zwischen Zuchtpilz und Wildpilz. Wenige Pilze können überhaupt gezüchtet werden

Nur  3 kann ich überhaupt vergleichen: den Austernseitling: kein wesentlicher Unterschied und den Samtfußrübling: extremer Unterschied, der aber auch zuchttechnisch gewollt ist, Judasohr- zumindest getrocknet: kein Unterschied

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Danke für die vierlen Positivbewertungen. O.K. ich finde sie durchaus gerechtfertigt- will nicht zu bescheiden sein(das muß ich mir endlich abgewöhnen.)

Aber ich möchte noch echt einen Nachtrag einbringen, expicit zu Judasohren.

In Asialäden und auch woanders werden Pilze unter Judasohren verkauft (also auricula auricularia judae), die defintiv! keine Judasohren sind!! Den lateinischen Namen der "Fälschung" weiß ich bs jetzt nicht- DEUTSCH: Schwarzweißpilze- Geschmacklich nur ein kleiner !Unterschied zu den Judasohren- ,erkbar , aber nicht groß, (deswegen u.U. nur Grenze zum Betrug)

Aber den Judasohren (striktt:auricula auricularia judae) wird eine Gesundheitswirkung nachgesagt, die ich spontan bestätigen würde (aber nicht 100% sicher)- aber ein Gesundheitsproblem hat sich vollkommen erledigt, seit ich sie öfters esse, andere aber nicht, bzw. traten TROTZDEM erstmals auf. Bei DEM Pilz bin ich persönchlich unsicher bezüglich der Wirkung( wirkt er wirklich oder nicht?) und würde MEINE Erfahrungen nicht absolut setzten- ausprobieren!

schadet aber sicher nicht.

Aber in Deutschland werden auch die gennannten Schwartz-Weißpilze unter "auricula auricularia judae" angerboten. Ich habe bei denen noch nie etwas über eine Heilwirkung gelesen- eine Frage, der ich beim nächsten Chinaaufenthalt nachzugehen gedenke.


Da diese im Allgemeinen nicht als Heilpilze angeboten  werden, der Geschack vergleichbar ist, wird VERMUTLICH KEIN Betrug vorliegen  )meines  ersten Erachtens zu Recht. Ich hoffe, daß ich die Frage werde klären können. EINES meiner Urlaubsziele- nein, bitte nicht lachen- Pilze sind halt ein ernstes Hobby von mir..






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@Silo123

Diese Erfahrung teile ich. Habe einmal übermütig eine kleine  Pfanne voll Judasohren verspeist und eine schlaflose Nacht gehabt. So
stark war die blutverdünnende Wirkung.

Vielleicht liegt die starke Wirkung der Wildpilze auch am Substrat  des Holunders, der ebenfalls gegen Aderverkalkung wirkt. In der
Kombination potenzieren sich die Wirkstoffe wohl. Gezüchtete chinesische
Mu-Err-Pilze haben dieses Substrat nicht und sind eine andere Art  (Auricularia polytricha)
.

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Hallo,

kann man so nicht vergleichen, da jeder Pilz (Pilzart) sein eigenes Aroma hat, völlig unabhängig von Zucht- oder Wildpilz.

Außerdem handelt es sich hier teils um völlig unterschiedliche Arten, die auch auf sehr unterschiedlichen Substraten wachsen. Das kann man also niemals pauschaliert beantworten.

Ich kann ja auch nicht den Geschmack von Äpfeln und Birnen vergleichen?

LG Jürgen

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Ja, wenn man z.B. einen Zuchtchampignon mit nur einen Schafchampignon ist das schon fast ein Äpfel-Birnenvergleich., der Vergleich vom Zuchtchampignon zum Riesenchampnon ist schon ein Äpfel- Birnenvergleich. Den Schafchampignon mag ich DEULICH lieber, den Riesenchampignon noch mehr (den finde ich leider zu selten) Ich habe echt schon eine Champignon- Rangliste erstellt, der Zuchtchampignon (agaricus bisporus) steht  Im Moment an vorletzer Stelle der als eßbar geltenden (vor dem Salzwiesenchampignon, aber ich gebe zu, so richtig schön waren die getesteten Exemplare nicht mehr- vielleicht ist er jung und knackig besser.

Deshalb haben ich meinen  Vergleich strikt artspezifisch vorgenommen.

Aber auch bei Gemüsen, da geht es ja teils nur noch um Sorten (sie stehen unter Arten- sind ohne weiteres kreuzbar etc): Ich mag beim Mangold bisher nur EINE einzige Sorte und in die könnte ich mich reinsetzen (die Sorte Lukullus). Jeder andere Mangold hat mir bisher nicht! geschmeckt.

Bei Äpfeln (bin aber eigentlich kein Äpfelesser- mag Äppfel nicht besonders-ist meine augenblickliche Lieblingssorte der Wellant und dann nicht alt.

Und ja dann sind wir gleich beim nächsten Punkt. Mit alten, schon aussporenden Champignons kann man mich jagen- ganz junge können o.k. sein, auch wenn sicher nie mein Lieblingspilz- ich verschenke die meist eher- die Nachbarin ist von meinen Stadtchampis begeistert (klar bekommt sie nur schöne Exemplare), bei Maronen z.B. mag ich am liebsten gar nicht mal die ganz jungen, sondern eher etwas! ältere, Stockschwämmchen dito- mehr Aroma.


Also ist auch das Alter eines Pilzes nicht unerheblich.


Bei Zuchini schaue ich  übrigends möglichst große, ausgewachsene zu bekommen (kurz bevor die Kerne reifen)- sogar ziemlich sortenunabhängig. Bekomme solche nur auf dem Wochenmarkt- in meinem Garten Fehlanzeige- die Schnecken!!!. Diese kleinen Supermarktzucchini mag ich NICHT besonders.

Ein Kulinariker wie ich vergleicht ständig, will nur DAS BESTE und braucht auch Einfach Erfahrung und Zeit, rauszufinden, WAS einfach am besten! schmeckt. Und dann muß man auch noch den Geldbeutel berücksichtigen.

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@Silo123

Diese Erfahrung teile ich. Habe einmal übermütig eine kleine Pfanne voll Judasohren verspeist und eine schlaflose Nacht gehabt. So stark war die blutverdünnende Wirkung.

Vielleicht liegt die starke Wirkung der Wildpilze auch am Substrat des Holunders, der ebenfalls gegen Aderverkalkung wirkt. In der Kombination potenzieren sich die Wirkstoffe wohl. Gezüchtete chinesische Mu-Err-Pilze haben dieses Substrat nicht und sind eine andere Art  (Auricularia polytricha)
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@DerRumpelrudi

Rumpelrudi. interessant , was Du an Erfahrungen zum Judasohr beschreibst. Ich mag es kaum glauben , nehme solche Erfahrungen dennoch ernst- Ich schätze Dich echt nicht als jemanden ein, der leichtfertig sonstwas behauptet. Ich speichere das auch mal in meinem Hirn ab.

Auf jeden Fall sehr interessant. Auf MICH und auch meine Tochter hat das Judasohr  keine solche Wirkung- selbst bei Judasohrensalat- ein geradezu Massenkonsum egal, ob frisch gesammelt (Hollunder)   oder beim Lieblingschinesen (Zucht- aus China getrocknet als Zuchtpilz importiert.

Ich selbst habe die letzten Jahre sehr darauf geachtet , ob Judasohren im Asialaden und im Restaurant  echt wirklich
 Auricularia auricula-judae waren und  das echt mit System. Im Durchschnitt waren ca 30 %  echte Auricularia auricula-judae, im Deutschen  Einzelhandel  nur ca 10 %, der Rest war was anderes, vemulich dann: Auricularia polytricha..

Wir selbst haben den Eindruck,daß  Auricularia auricula-judae   postiv wirken aber nicht wirklich gesichert. Der Proktologe wäre bzgl. meiner Familie  , seit wir sehr vermehrt Judasohren essen, echt arbeitslos- ich mag nicht  recht an einen Zudall glauben. Früher gab es 1-2 Termne pro Jahr- bei JEDEM , und dazwischen noch Rezepte vom Hausarzt. Seit JAHREN bei allen NICHTS mehr - kein Rezept mehr , keine Überweisung, einfach NICHTS mehr- ein Problem ist plötzlich bei ALLEN Familienangehörigen weg, erledigt! geradezu UNHEIMLICH.

Mit dem schiefen Schiller porling /Chaga hingegen habe ich echte  Versuchsreihen gestartet- Wirkverzögerung 1- max. 3 Wochen- besser - in meinem Fall- als jedes Antirheumatikum......

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Wildpilze sind meistens aromatischer.

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