Findet ihr, die deutsche Sprache klingt monoton?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wie eine Sprache klingt, kann man meines Erachtens nur feststellen, wenn man sie selbst nicht spricht. Du kannst, wenn Du die Sprachen selbst nicht sprichst, chinesisch, französisch, englisch, spanisch, arabisch und alles Mögliche klangmäßig miteinander vergleichen und Dir ein Urteil bilden.

Wenn deutsch dazu kommt, hast Du das "Problem", den Klang der Sprache nicht mehr primär und alleinig wahrnehmen zu können, da Du Dich auf den Inhalt der Worte konzentrierst und nicht mehr auf den Klang dieser.

Deine Frage würde deswegen angemessen sein, jemanden zu fragen, der kein deutsch spricht.. Der muss sich nämlich nicht auf den Inhalt der Aussage konzentrieren, sondern kann dem Klang lauschen.

👍 👏🏻Dem stimme ich 100% zu! Bin gerade erst über diese Frage und deine Antwort gestolpert.🤗

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Mal abgesehen davon, dass die Franken das "R" rollen, spricht jeder in einer gewissen Art expressiv, zumindest jeder der eine gewisse emotionale Intelligenz hat und das steht auch nicht im Zusammenhang ob man wie die Engländer ein Wort zum anderen rüberzieht wie z.B. "an apple" = "anapel". Im Deutschen würde man halt sagen die Person nuschelt.

Was die deutsche Sprache nicht so richtig hat ist eine Melodie, allerdings vermisse ich persönlich das auch nicht. Wenn ich rede, dann rede ich; wenn ich singe, dann singe ich.

das ist ja auch besser wegen der Verständlichkeit, wenn man nicht nuschelt :)

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@fortuneandlove
wenn man nicht nuschelt :)

Auf jeden Fall.

Was mir noch eingefallen ist zu sagen. Ich spreche fließend Spanisch und kann dennoch nicht das "R" so aussprechen wie die Franken es tun. Ich habe es versucht, aber es geht nicht, die haben ihre eigene Art das R zu rollen :-D

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Vokallängen und die Artikulierung bestimmter Laute hat so ja erstmal nichts mit Satzmelodie oder Akzentsetzung bei Wörtern zu tun. Ganz davon ab: Im Deutschen ist die Vokallänge bedeutungsunterscheidend (z.B. lass und las; ‚Lass das sein!‘ und ‚Er las ein Buch.‘ Beide Wörter unterscheiden sich nur durch die Vokallänge).

Ansonsten hat auch das Deutsche (wie auch sehr viele andere europäische Sprachen) einen Druckakzent bei Wörtern. Das heißt, dass bestimmte Teile eines Wortes stärker betont werden. Das mag im Deutschen an anderen Stellen sein, als in anderen Sprachen, das ändert aber nichts am System.

Deutsch kann jedoch, aufgrund komplexer Konsonantencluster und dem Glottisverschlusslaut bei Wörtern die mit Vokal beginnen (dadurch ist keine Liaison möglich, wie z.B. im Französischen), unter Umständen schwerfällig oder anderweitig anders wirken. Monoton aber sicherlich nicht.

Auch solltest du vorsichtig mit Verallgemeinerungen sein. Kennst du tatsächlich so viele Sprachen so gut, dass du deine Behauptungen halten kannst? Für den Anfang kannst du ja mal damit beginnen, dir Deutsch mal ganz objektiv (ohne jegliche Vorbehalte) anzuhören. Vielleicht ändert sich dann deine Meinung.

Ok du hast mich überzeugt :)

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@fortuneandlove

Auch der Tipp von mir: deine Beschreibung wirkt sehr laienlinguistisch (vgl. Antwort M1603). Ich wäre mit Fachterminologie vorsichtig, wenn man nicht Ahnung in dem Bereich hat.

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  • vorsichtig mit Verallgemeinerungen 

Sehr richtig! V. a. wenn alle möglichen Ignoranten aus Wessi-Land der Meinung sind, dass im Osten nur Sächsisch gesprochen wird.

Oder wenn "Geschichtskenner" nur den "teutschen" Preussen mit seiner Kommis-Sprache kennen.

Oder wenn man behauptet, dass "bairisch" keine eigene Sprache sei.

Oder wenn einer behauptet, vom Lutheranischen Bibeldeutsch etwas lernen zu können!

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Unter "Betonung" versteht man den höheren Atemdruck auf einer bestimmten Silbe. Das Wort Betonung wird auf dem o betont (nicht auf dem e oder u).

"Monotonie" ist eigentlich kein linguistischer Begriff, das ist eher eine umgangssprachliche Bezeichnung.

Was aber auf Deutsch zutrifft: es ist kein Tonsprache. Eine Tonsprache hat bestimmte Tonhöhen (oder Tonhöhenverläufe) auf bestimmten Silben. Beispiele sind Chinesisch oder Vietnamesisch. Diese sind echte Tonsprachen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tonsprache

Schwedisch ist jedoch schon eine sog. "Tonakzentsprache". Manche betonten Silben müssen entweder hoch oder tief ausgesprochen werden. Das wird im Schwedischen nicht im Schriftbild markiert (das muss anhand der konkreten Wörter wissen). Je nach Tonakzent ist "anden" entweder "der Atem/der Geist" oder "die Wildente".

Finnisch ist wiederum keine Tonsprache, auch fehlen dort die schwedischen tonalen Akzente. Auch Dänisch hat keinen tonalen Akzent, sondern den sog. "Stöd" (Stoßton).

Übrigens haben manche Dialekte tonale Elemente. Es gibt die "rheinische Schärfung". Der Dialekt "Kölsch" hat gewisse tonale Elemente.

Ein "r" kann man sehr unterschiedlich aussprechen. Im Englischen ist es ein Approximant. Im Japanischen ein Flap/Tap. Isländer rollen das r "vorne" im Mundraum, Franzosen oft "hinten" im Mundraum (alveolarer oder uvularer Vibrant).

In manchen englischen Dialekten (irisches Englisch) wird das "r" wieder anders gesprochen als im Oxford English.

Manche Deutsche sprechen monoton - was nichts mit der Sprache an sich zu tun hat.

Ausländische Sprachen ist ein extrem weitgefasster Begriff, der viel mehr als Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch...umfasst.

Sprachen wurden rein willkürlich gewählt.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Hobbylektorin - "unerzogen" ist eine Lebenseinstellung

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