Fährrader kaufen, reparieren und verkaufen?

5 Antworten

Vergiss nicht, vorher ein Gewerbe anzumelden. Sonst bekommst du ernste Probleme mit dem Finanzamt.

Außerdem solltest du vorher kritisch hinterfragen, ob sich das finanziell rentiert. Wenn du eine 50€-Möhre mit Ersatzteilen für 100€ aufrüstest, musst du dafür mindestens 200€ verlangen, um überhaupt auf einen grünen Zweig zu kommen. Wenn du dir nun überlegst, dass die meisten Leute meinen, für 179,99€ beim Real ein hochwertiges neues Fahrrad zu bekommen...

wo kaufe ich

Ebay, Kleinanzeigen, Fahrradbörse, Haushaltsauflösung nach Todesfall... Ich denke, da müsste man ein Bisschen Erfahrung sammeln, wo man gute Schnäppchen machen kann und wo es die Mühe nicht lohnt.

und verkaufe ich

Durchreparierte Gebrauchtfahrräder stehen nicht allzu hoch im Kurs. Man bekommt ja für das Geld, das ein solches Fahrrad kosten würde, anderswo auch ein neues Exemplar, das obendrein cooler aussieht. Dementsprechend würde ich an einen Ort gehen, wo auch ein geringer Marktanteil einen großen Käuferstamm bietet, also eine große Stadt mit möglichst guter Fahrradinfrastruktur und gerne einer oder mehreren Universitäten/Hochschulen. Dort dann ein Ladengeschäft an einer Adresse, die mit Öffis gut erreichbar ist. Damit sich sowas trägt, musst du >5 Fahrräder am Tag verkaufen (d.h. ebensoviele kaufen und durchreparieren!), also mindestens 1000 pro Jahr.

woher weiß ich, welche Fahrrad sich lohnt zum investieren bzw. wie viel es wert ist?

Aufgrund deines Wissens über Fahrräder. Du wirst ja sicher nicht auf die Idee kommen, ein solches Geschäft zu eröffnen, ohne dich mit Fahrrädern auszukennen. Letztendlich musst du dir bei jedem Fahrrad überlegen: Was kostet die Anschaffung? Was müsste ich an Ersatzteilen und Arbeitsstunden hineinstecken? Wie viel müsste ich am Ende dafür verlangen? Wie gut sind meine Chancen, dass ich es für den Preis auch tatsächlich verkauft bekomme?

Wie gut du kalkulierst, ist dann eben dein unternehmerisches Risiko.

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Unterm Strich kann ich mir nicht vorstellen, dass sich ein solches Geschäft rentert. Es gibt da auch so einen Spruch "wenn eine Geschäftsidee noch nicht mit Erfolg umgesetzt wird, ist davon auszugehen dass sie nicht funktioniert".

Ich mache das hin und wieder und verdiene kaum etwas dabei. Über die Arbeitszeit darf ich erst gar nicht nachdenken. Ich bin allerdings ein Perfektionist. Wenn ich damit fertig bin, sieht das Rad nicht nur wie neu aus, es ist auch vorläufig nicht mit Verschleiß zu rechnen, d. h. Kette und alle Zahnkränze sind mindestens neu. Du brauchst

  • ein Rad, bei dem die Lackierung noch in Ordnung ist und gut aussieht
  • es muss einigermaßen vollständig sein. Kleinteile summieren sich
  • der Radtyp, das Konzept des Rads, muss sinnvoll sein. Ein Damenhollandrad mit einer 7-Gang-Nabenschaltung ist z. B. so schwer, dass die Dame es nicht die Kellertreppe hochbekommt. Es wird nie gefahren werden.

Ich kaufe die Räder nicht, ich bekomme sie geschenkt von Leuten, die sie loswerden wollen. Es sammelt sich meistens einiges an Schrott an, bis ich der Meinung bin, daraus wieder ein gutes Rad bauen zu können. Bekomme ich z. B. ein gutes Hinterrad ohne Gänge, könnte ich doch noch etwas aus dem Hollandrad machen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Erfahrung mit Fahrrädern.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass man finanziell auf keinen grünen Zweig kommt, wenn man die zu wartenden Fahrräder erst noch zusammensuchen und kaufen muss und obendrein noch davon leben will?

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@RedPanther

Ja, natürlich, ich lebe nicht davon, ist nur ein erweitertes Hobby. Gebrauchträderprofis machen das anders. Die kaufen billig an (oder haben andere Möglichkeiten, an Räder zu kommen), stecken wenig Neuteile rein, machen die nur fahrbereit und gehen erst ins Detail, wenn der Kunde reklamiert. (Was der auch tun sollte, nach dem er das Rad ordentlich belastet hat). Sie nehmen höhere Preise als private Verkäufer, aber dafür hat der Kunde eben den Service. Solche Läden sind überlebensfähig.

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@FelixLingelbach

Ist aber ne seltsame Geschäftsstrategie, erstmal abzuwarten ob der Kunde was reklamiert... Und ich habe den Eindruck, dass es eigentlich teurer ist, vorhandene Teile wieder in guten Zustand zu versetzen, als einfach Neuteile dranzuklatschen.

Aber gut, hab ich mir nie durchgerechnet.

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@RedPanther

Die bekommen die Räder in halbwegs gutem Zustand, dann wird gekärchert, Probe gefahren, Bremsen nachgestellt, nen paar Schrauben nachgezogen, fertig. Viel Erfahrung habe ich mit den Leuten aber nicht, meine Tochter hat mal in Berlin ein gebrauchtes Rad gekauft und hier bei mir um die Ecke ist ein Laden. Da kenne ich das Angebot.

Es geht auch anders. Bei einem weiteren 'Gebrauchtradanbieter' bekommst du keins unter 800 €. Da wird dann richtig poliert, Brooks-Sattel drauf, nur die feinsten Teile... Macht bestimmt mehr Spaß und bringt auch mehr.

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Würde an deiner Stelle bei ebay Kleinanzeigen und Facebook gucken. Was sich lohnt und was nicht musst/wirst du selber herausfinden müssen. Sicher musst du auch Geld in Ersatzteile investieren

...zu erwerben, diese zu reparieren und anschließend mit Gewinn zu verkaufen.

Du hast einen Gewerbeschein und ein gewerbliches eBay-Konto?

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