Erzieher richtiger Beruf für einen Mann?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das ist ein Beruf, den sollte man mit Herzblut und Engagement machen - also so wie Du! Es sind viele Frauen in dem Beruf, ja - aber es ist kein Frauenberuf. Als Mann bist Du etwas exotisch in der Branche - hast aber dadurch eine Art Anstellungsgarantie. Männer sind sehr gern gesehen in dem Job! Die Kinder fliegen auf Männer. Und die Jungs brauchen auch männliche Vorbilder, gerade weil viele Familien kaputt sind und die Väter fehlen bzw. durch neue Partner "ersetzt" werden. Oder weil viele Menschen aus dem Ausland zugereist sind und hier einige Kulturen Frauen nicht akzeptieren - da kannst Du Deine Kolleginnen sehr unterstützen!!!! Auch bei den Kolleginnen bist Du Hahn im Korb, bei den Eltern beliebt. So ist jedenfalls meine Erfahrung mit mehrern seltenen Exemplaren "Männer im Erzieherberuf".

Was meinen Deine Freunde mit "was richtiges"? Erzieher ist ein Knochenjob! Das wirst Du während oder nach der Ausbildung selbst merken. Jetzt ist es nur viel spielen und ganz easy. Mir selbst machen die Dokumentationen sehr zu schaffen. Leider wird man in dem Job nicht so gut bezahlt, wie es angemesen wäre und es ist ein hoher Freizeiteinsatz erforderlich. Als Mann gibt es hier auch nur das übliche Gehalt (also nicht mehr, wie in anderen Branchen). Das macht sich dann bei der Familiengründung bemerkbar. DAS wäre ein akzeptabler Grund, einen anderen Beruf zu wählen. Du würdest als Erzieher keine Freundin finden? So'n Quatsch!! Du gehst sogar weg wie warme Semmeln!!!

Insgesamt sollte jeder genau den Beruf machen, der ihm/ihr als Traumberuf erscheint! Du wirst mind. 45 Jahre in dem Job arbeiten - das ist eine lange Zeit und da sollte arbeiten Spaß machen. Sonst hast Du ja 45 Jahre Quälerei!

Das stimmt allerdings! Jetzt ist es wirklich fast nur spielen und "Spaß machen" mit den Kindern.

Mir ist klar das sich das nach der Ausbildung ändern wird aber was mir noch ein bisschen sorgen macht ist dass bei mir in der Einrichtung viele Erzieher sich null mit den Kindern beschäftigen und mehr oder weniger nur auf das Ende der Arbeitszeit warten und so will ich später meine Zeit auch nicht verbringen :D da kann ich mir dann schon vorstellen das die Zeit nicht sooo schnell vergeht.

Aber ich werde erstmal die Ausbildung machen weil es mir jetzt in diesem jahr einfach so viel Spaß macht! :D

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@WismutAue1946VQ

vielen Dank für den Stern und die Auszeichnungen!

> "...aber was mir noch ein bisschen sorgen macht ist dass bei mir in der Einrichtung viele Erzieher sich null mit den Kindern beschäftigen und mehr oder weniger nur auf das Ende der Arbeitszeit warten und so will ich später meine Zeit auch nicht verbringen..."

So ähnlich dachte ich früher als Praktikantin auch. In der Ausbildung erkannte ich jedoch sehr schnell, das ich im Spiel mit einer kleine Gruppe unmöglich die gesamte Gruppe im Blick haben konnte - aber für alle verantwortlich bin (als ausgebildete Erzieherin). So kam es, dass ich das Spiel ständig unterbrechen musste, um die übrige Gruppe zu regeln. Das ist mein Job. Es ist frustrierend, ständig aus dem Spiel aussteigen zu müssen. Für diesen Luxus "mitspielen" braucht es mehr Personal! Deshalb sind die Einrichtungen auch immer so froh, wenn Praktikanten etc. kommen. Natürlich ist es toll, wenn der Erwachsene mitspielt. Das kannst Du im Bundesfreiwilligendienst natürlich nicht von allein wissen, aber dazulernen. Sei bitte vorsichtig mit diesen Vorurteilen - ohne Hintergrundwissen.

Die Erzieher werden in der Ausbildung auf Beobachtung geschult - wie, womit, mit wem und was spielt das einzelne Kind, die Gruppe, wo befinden sich meine Pappenheimer, wie entwickelt sich die Gruppendynamik, wann und wo muss ich eingreifen, in welchen Bereichen muss welches Kind gefördert werden. Sowas muss in Beobachtungsbögen, Entwicklungsberichten, Portfolios etc. notiert werden, damit Du jederzeit die Frage beantworten kannst "Wie macht sich mein Kind denn so, ist es schulreif?" und Elternabende vorbereiten kannst. Nur mal so kurz angerissen.

Diese Beobachtung - bei der man sich durchaus über die Gruppenplanung absprechen kann - sieht für Ahnungslose dann aus wie warten auf Feierabend. Wäre das so, könnte kein Erzieher aus dem Stand heraus Fragen zum Kind/zur Gruppe beantworten und die Gruppensituation verantworten. Hast Du schon mal versucht, alle Deine 20 oder 25 Kinder im Auge zu behalten? Weißt Du, wer wo was mit wem spielt? Deine Anleiterin weiß es.

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@olivenheiner

Von der Seite habe ich das echt noch nicht gesehen, man hat bestimmt dann nach der Ausbildung eine ganz andere blickweise auf die ganze Sache.

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Wenn es dein Wunschberuf ist dann pfeif auf die Meinung anderer Leute dazu.

Ganz egal ob dein Wunschberuf Pilot wäre, oder LKW-Fahrer oder Maurer oder Lehrer ... oder Erzieher.

In keinem der Kindergärten die ich bisher (als Praktikantin oder später als Tante/ als Mutter) erlebte gab es männliche Erzieher.... aber dennoch gibt es sie.

Übrigens, im Bereich Kinderheim/ Jugendheim/ Jugendbetreuung/ Hort gibts definitiv Männer die den Beruf Erzieher gelernt haben. Und grade da sind männliche Bezugspersonen für die Heranwachsenden auch wichtig.

Wie auch immer. Pfeif drauf was deine Kumpels oder dein Umfeld darüber denken. Es ist ein Beruf wie jeder andere - sehr wichtig. Du wirst damit dein Geld verdienen, deine Miete bezahlen können.

Ich - als Mann - bin selbst auch Erzieher. Und ich habe mir diesen Beruf auch selbst gewählt, da ich schon immer mit Kindern gut zurecht kam. Und ich bereue es auch keineswegs, ganz im Gegenteil. Bin in Kita und Hort tätig und ich gehe gern zur Arbeit, weil mir diese Arbeit einfach Spaß macht. Und wenn das bei dir auch der Fall ist, dann tu es. Was die anderen sagen, sollte dir dabei egal sein. Es ist DEIN Berufsleben, über das DU SELBST entscheidest, nicht die anderen. Wenn sie meinen, es sei ein reiner Frauenberuf, dann sollen sie ihren Weg gehen. Wir sind bei uns im Team drei Männer: einer war vorher Fliesenleger, hatte aber darauf keine Lust mehr, und es hat seinen Rücken kaputt gemacht. Der andere war vorher Tischler, hatte aber darauf ebenfals keine Lust mehr. Da sieht man, was passieren kann, wenn man(n) aus Männlichkeit einen "Männerberuf" wählt.

LG

Der Phoenixx

Werde Erzieher! Das halte ich für extrem wichtig, dass mehr männliche Bezugspersonen Kindern gegenüber stehen. Erzieher sind meist Frauen, der Beruf ist frauendominiert. Viele Kinder haben dann eine alleinerziehende Mama und in der Einrichtung eine Erzieherin, und bräuchten dringend das männliche Vorbild und die Herangehensweise eines Mannes.

Der Beruf ist schlecht bezahlt. Ich kenne junge Männer, die ihre Familie allein mit dem Gehalt nicht finanzieren können, bei denen die Frau arbeiten gehen muss, weil sie sonst nicht über die Runden kommen.

Das Image des Erziehers ist eher schlecht. Er wird belächelt, bisschen Spielen und Singen kann doch jeder..solche Sprüche musste ich mir oft anhören oder auch , warum ich nichts Gescheites gelernt habe?!

Der Beruf ist einer der wichtigsten in unserer Gesellschaft, manche Eltern geben ihre Kinder sehr klein in Einrichtungen ab, in denen sie gefördert werden sollen, treten oft ihre eigene Verantwortung ab und erwarten kleine Wunder. Das Kind isst nur Kartoffeln? Die Erzieher kriegen das hin. Das Kind haut andere Kinder? Kein Problem, die schaffen das in der Kita.

Du arbeitest und engagierst dich und bringst dich voll ein. In dem Moment, wo du höflich, aber klar formulierst, auf welchem Entwicklungsstand das Kind ist, welche Problematik du siehst, wo die Schwierigkeiten liegen, erlebst du vielleicht Eltern, die völlig aus der Rolle fallen, dich beschimpfen und als inkompetent hinstellen. Andere sind dankbar für Hinweise und arbeiten an gemeinsamen Regeln mit.

Die Arbeit mit Menschen ist eine erfüllende, aber auch eine anstrengende. Empathie ist eine Voraussetzung, und der professionelle Umgang mit Schwierigkeiten lässt sich trainieren. wichtig ist körperliche Belastbarkeit, Kreativität und Spaß an der Musik, z.b. Gitarre spielen. Der Glaube an das Gute in jedem Kind ist ganz wichtig, die Fähigkeit, hinter das zu blicken, was dir ein Kind zeigt.

Neben aller Arbeit darfst du auch dein Privatleben nicht vergessen, dich erholen und aufbauen. warum sollte eine Frau es merkwürdig finden, wenn du im pädagogischen Bereich arbeitest?

Ich wünsche mir eine sehr viel bessere angemessene Bezahlung und einen Stellenwert, den die Arbeit verdient.

Dich zieht es in den sozialen Bereich, überlege es dir, erkundige dich und folge deinem Herzen. Jemand wie du, der fühlt, dass hier sein Platz sein kann, sollte dem nachkommen.

Warum solltest du dann keine Freundin finden? Du arbeitest dann in einem Bereich wo du fast nur von Frauen umgeben bist ;-)

Na klar kann man als Mann Erzieher werden. Solltest du Abi haben wäre auch Sozialpädagoge oder Kindheitspädagoge zu überlegen.

Mach unbedingt einen Job der dir Spaß macht. Im Job wirst du sehr sehr viel Zeit deines Lebens verbringen. Da sollte man keine Kompromisse machen.

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