Erkenntnistheorie von Kant!

1 Antwort

Wer immer das behauptet, muss eine andere Definition von Empirismus und Rationalismus haben, als allgemein und auch bei Kant anzutreffen.

Empirismus hat nichts mit primitivem Sensualismus zu tun. Empirismus geht davon aus, dass unsere begrifflichen Abbildungen letztlich auf Inputs der Sinne basieren, aber natürlich vom Verstand (in gemeinschaftlicher Kommunikation) "verarbeitet" werden.

Rationalismus geht davon aus, dass Begriffe vor der Erfahrung existieren (Ideenlehre) und allein die richtige, begriffliche Schlussfolgerung ausreicht, um zur wahren Erkenntnis zu kommen. Das lehnt Kant ausdrücklich ab.

Dass Kant einen überdimensionierten Vernunftbegriff hat, weil sein Menschenbild wie das vieler auch Empiriker damals unterstellte, dass Menschen rein emotionale Handlungen ganz durch Vernunft überwinden könnten, ist eine Zeiterscheinung der Epoche der Aufklärung. Deren zentrale Forderung war ja: Bediene Dich Deines eigenen Verstandes. Spätestens nach den Erfahrungen des 3. Reiches wissen wir, dass das viel zu optimistisch war. Inzwischen wissen wir aus der Hirnforschung, dass es keine Erkenntnis ohne emotionale Einbindung gibt. Begriffe bilden wir nicht nur über die gemeinsame Vermittlung der verschiedenen äußeren Sinne durch den Verstand, auch innere Empfindungen als innere Sinne werden mit eingebunden. Der "reine Rationalismus" ist "OUT".

natoll, leider zu spät für mich :(

Arbeit hab ich heute geschrieben und es kam dran! Ist/war es dann richtig, wenn ich geschrieben hab, nach Kant kann weder der Rationalismus noch der Empirismus allein "exisiteren" um zu Erkenntnis zu erlangen?

Aus Ihrer Aussage, finde ich ja?! :)

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@Coli95

"allein existieren" um zu Erkenntnis zu gelangen ist "Existentialismus". Aber wenn der Lehrer großzügig ist, kanns hinkommen.

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@berkersheim

okay :)

Werd ja sehen was rauskommt :)

Trotzdem vielen lieben Dank :D

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@Coli95

Ich denke es ist absolut richtig! Kant macht in der Kritik derreinen Vernunft deutlich, dass der Empirismus allein keine Erkenntnis gewinnen kann, weil wir die Sinnesdaten ordnen und daher nicht sagen können wie die Welt an sich ist, sondern jed empirische Erkenntnis schon von uns abhängt. Der Rationalismus kann nach Kant aber unendlich vieler Erkenntnisse begründen, die auch gegensätzlich sein können, so zeigt er zum Beispiel, dass wir als Rationalisten sowohl an die Endlichkeit wie auch an die Unendlichkeit des Universums glauben müssen. Daher seine Forderung wir müssten Erkenntnis immer an sinnlicher Erfahrungen koppeln um wirklich etwas zu wissen und nicht in Gefahr zu sein zu gegensätzlichen Überzeugungen zu kommen, die wir beide glauben sollten.

Zu der Behauptung ds aufgeblähten Vernunftbegriff bei Kant: Durch die Kritik am Rationalismus schränkt Kant die Vernunft stark ein, man muss sich mal Leibnitz im Gegenteil angucken!, außerdem hat die Möglichkeit die Emotionen zu überstimmen nichts mit der Frage nach Empirismus/Rationalismus zu tun, abgesehen davon, dass das dritte Reich für Kant keinerlei Problem darstellt, da wir es zwar können, aber nicht müssen und oft nicht vernünftig handeln. Ich hoffe dein Lehrer hat es auch so gesehen!:) Gruß

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