Einspeisung eines Balkonkraftanlage(Solar) ins Hausnetz?


14.10.2022, 19:44

Ich hatte die Frage gestellt, ob bei der Einspeisung das "ganze Haus" berücksichtigt wird oder nur der Stromkreis mit der selben Phase an der die "Einspeissteckdose" hängt.

Hierzu gabe es bei meiner Frage und auch bei einem weiteren Fragesteller sich widersprechende Antworten.

Einige Schreiben, der Strom wird im ganzen Haus verteilt, andere schreiben, der Strom wird nur an die Phase verteilt an der die Einspeisung (Steckdose) erfolgt.

Was stimmt nun, das ist die "gute Frage"?

7 Antworten

Der Strom aus der Solaranlage fließt in den Verteiler und wird dort auf alle Leitungen die an der selben Phase hängen verteilt. Die Sicherungen haben hier keinen Einfluss. Wird mehr eingespeist als verbraucht fließt der Überschuss ins Netz. Die anderen Phasen sind davon überhaupt nicht berührt. Gibt es hier einen Verbrauch kommt der Strom dafür aus dem Netz.

Allerdings ist der Stromzähler bilanzierend. Er bildet die Summe über alle Phasen. Wenn du auf einer Phase einspeist und auf den anderen zwei Strom entnimmst zählt der Zähler nur die Differenz. Solltest du in Summe mehr einspeisen als du entnimmst so muss der Zähler den Vorschriften entsprechend stehen bleiben, er darf nicht rückwärts laufen.

Danke, ich (Hausbau 1977) habe 2001 wieder einen alten analogen Zähler mit Drehscheibe. Werde bei klarem Wetter mal alle Verbraucher ausschalten und es beobachten, ob mein Zähler rückwärts läuft.

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zähler ist dabei egal.er wird ins hausnetz gespeist und alle verbraucher die eingeschaltet sind bedienen sich an der leistung bis sie aufgebraucht ist.sollte es mehr sein bei wenig verbrauch dann geht er eben weiter ins netz

Es ist technisch nicht möglich an einer Steckdose 230 V AC den Strom auf die anderen Phasen zu verteilen. Stichwort Phasenverschiebung 120Grad.

An welcher Sicherung die Geräte hängen, ist erstmal egal. Wichtiger ist, ob die Geräte an der gleichen Phase hängen. In Deutschland haben fast alle Häuser einen Drehstromanschluss, also 3 Phasen Wechselstrom. Nach den gültigen Installationsvorschriften müssen die Stromkreise im Haus auf alle 3 Phasen aufgeteilt werden, damit das öffentliche Stromnetz gleichmäßig belastet wird. Stromkreise ("Sicherungen") in Deinem Haus, die z. B. an Phase 1 hängen, haben keine Verbindung bei Dir im Haus zu Stromkreisen, die z. B. an Phase 2 hängen.

Der Stromzähler bildet die Summe aller Stromflüsse, die Du aus den 3 Phasen des öffentlichen Netzes beziehst. Er darf bei Einspeisung mittels eines Balkonkraftwerks aber nicht rückwärts laufen. Also - nein - eine Verteilung auf die 3 Phasen über den Stromzähler erfolgt nicht.

Der Strom kann nicht an die anderen Phasen übergehen. Insofern kann er nur dort auf der Phase verbraucht werden, an der auch die Einspeisung stattfindet.

Allerdings sind diese alten Zählertypen auf jeden Fall saldierend, d.h. was auch einer Phase zu viel generiert wird fließt ins Netz und kann auf der anderen Phase wieder bezogen werden.

Allerdings ist ein Betrieb von einem Balkonkraftwerk mit diesem Zählertyp aufgrund der meist fehlenden Rücklaufsperre weit außerhalb der Grauzone. Sobald der Zähler auch nur einmal kurz rückwärts läuft liegt (leider) eine Straftat vor! Also bitte nicht machen und den Zähler unbedingt tauschen lassen.

Mein Wechselrichter wird nur maximal 230 W über die Batterie einspeisen können. Einen Netzwechselrichter, der über eine 12 V Batterie angeschlossen ist, der mehr als 230 W liefert, habe ich im Internet nicht gefunden. Da läuft der Zähler sicherlich nicht rückwärts, wir haben einen Grundbedarf von knapp über 150 W in der Nacht und ich habe den Wechselrichter auf 120 W Einspeisung eingestellt.

Wenn die Batterie voll ist, das ist bei Sonne etwa um 14 Uhr, dann werden die 120 W eingespeist und am Morgen ist die Batterie unter 12 V und der Wechselrichter wird von einem Steuergerät abgeschaltet, bis die Batterie von den Modulen wieder bis 14 V aufgeladen ist.
Da meine 3 Module (1200 W) im Sommer mehr erzeugen werden, könnte ich den Strom von einem oder zwei Module direkt über einen zusätzlichen Netzwechselrichter, etwa 300 W in eine andere Steckdose einspeisen, die an einer anderen Phase hängt, um annähernd auf die zulässigen 600 W zu kommen.

Würde das funktionieren?

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@Sinzingerhans

Klar wird das funktionieren, es bleibt bei einem installierten Ferraris-Zähler aber illegal!

Bei einem modernen Zähler mit Rücklaufsperre würde eine rechtliche Grauzone bestehen, wird aber geduldet werden.

Bitte wirklich den Zähler tauschen lassen!

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