Eigenes Pferd als Schüler - Sinnvoll?

4 Antworten

Ich finde es super, dass du dir so viele Gedanken machst und nicht einfach nur "ich kann ein Pferd bekommen" und alles andere ist dann egal.

Meiner Meinung nach ist es für Jugendliche dann "sinnvoll", ein Pferd zu bekommen, wenn mindestens ein Elternteil ebenfalls Interesse an Pferden und Reiten hat, sodass es quasi ein "Familienpferd" ist. Erstens wird dann der reitende Elternteil die anfallenden Kosten besser "vertreten" können und es besteht weniger die Gefahr, dass das Pferd plötzlich vernachlässigt wird, wenn du irgendwann mal feststellst, dass dir neben Schule, Ausbildung, Studium doch irgendwann mal die Zeit oder das Interesse ausgeht.

Jetzt in der Schule dürftest du ja noch relativ viel freie Zeit haben, wenn du dann mal mit einer Ausbildung, dem Studium beginnst, nebenher vielleicht noch den Führerschein machen möchtest und dich dann auch noch um deinen Hund kümmern musst, dann könnte es manchmal wirklich sehr hart werden, dich auch noch regelmäßig um ein Pferd zu kümmern.

Eine RB würde ich niemals von Anfang an für mein Pferd einplanen. Mehrere schon gleich gar nicht. Das würde nämlich bedeuten, dass du die Kosten trägst und jemand anderer quasi den "Spaß" hat. Eine verantwortungsbewusste RB zu finden, die mit dem Tier so umgeht, wie du es möchtest, ist meiner Erfahrung nach auch nicht so leicht. Du musst unter Umständen dann damit rechnen, dass sie dir statt Zeit zu sparen, Zeit & Kosten verursachen können, in dem dein Pferd durch die RB irgendwelche Unarten entwickelt, die dann von dir mit einem größeren Zeitaufwand als sie entstanden sind, wieder "rausbasteln" müsstest.

Ich würde - auch wenn es jetzt noch schwer fällt - lieber meine Zeit dazu nutzen, um ohne die Verantwortung die ein eigenes Pferd mit sich bringen würde, noch mehr Wissen in Sachen Pferde und Haltung, Reiten etc. anzuhäufen und dann, wenn ich fester im Leben stehe, ein Pferd anschaffen.

Erst einmal finde ich es gut, dass du nicht nur sagst, du willst ein Pferd, sondern dir auch über die Konsequenzen Gedanken machst! Bei einem Pferd musst du genauso wie bei einem Hund bei jedem Wetter raus. Was ich mich nur frage ob du Hund + Pferd zeitlich unter bringst-Aufstehen, mit Hund spazieren gehen, Schule, heimkommen mit Hund spazieren, Hausüben, lernen, Pferd, mit Hund spazieren gehen, schlafen gehen Später darfst dann noch Sachen wie Freund/Kinder + Haushalt dazu rechnen – Das wird dann schon fast ein Freizeitstress. Bist du bereit das auf dich zu nehmen? Eine RB ist hier natürlich eine Lösung – es ist aber auch sehr schwer eine gute RB zu finden und das diese dann auch lange bei dir bleibt.

Kurz gefasst: dann sei vernünftig und bleibe Reitbeteiligung. Ist ohnehin um ein vielfaches günstiger und es muss kein Tier darunter leiden, wenn du mal keine Lust mehr hast.

Ich kann dir garantieren, dass es Tage geben wird wo du dir mehr als nur in den Hintern treten musst, um zum Pferd zu gehen. Und ich weiß ja nicht, wie gut du darin bist, deinen Günter zu überwinden, aber meiner drückt mich grade im Winter gern mal aufs Sofa ;-) Spätestens nach 3 Minuten siegt dann aber doch mein Pferdeherz und ich steh auf, zieh mich an und geh doch raus.

Es bricht auch nicht die Welt nieder, wenn du mal einen Tag nicht beim Pferd bist - allerdings reißt dann leicht mal der Schlendrian ein und aus einem Tag wird eine Woche. Das kenn ich 1. von mir selbst von früher und 2. seh ich das an unserer 16jährigen Miteinstellerin, die das Pferd von den (reichen) Eltern gezahlt bekommt - mal reißt sie sich 2 Wochen zusammen und ist jeden Tag da, dann geht er ihr einmal auf den Keks und sie kommt eine ganze Woche nicht, weil sie keine Lust hat. Bevorzugt dann, wenn er irgendwas hat, was Pflege bräuchte, die dann die Stallbesi macht, was aber eigentlich ja nicht ihre Aufgabe ist...

Wenn man selbst für sein Pferd zahlt... ich weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll, aber man hat glaub ich mehr "Sorgfalt". Ich würd mir in den A beißen wenn sie irgendwas hätte, das ich - wäre ich gestern bei ihr gewesen - selber behandeln hätte können, aber jetzt brauch ich dafür den TA... sie hatte im Juli ein geschwollenes Bein, das ich abends um halb 10 gesehen hab, als ich am Rückweg vom Krankenbesuch bei Opa noch schnell bei ihr war (eigentlich hatte ich an dem Tag nicht mehr vor, hinzufahren weil ich zu viel zu tun hatte - musste dann aber eine andere Strecke fahren als normalerweise und bin eben doch noch abgebogen). Hätte ich das erst am nächsten Abend gesehen, wär sie wahrscheinlich schon in der Phlegmone gewesen und die Behandlung hätte aus mehr bestanden als einer Spritze und drei Tage schmieren... Und damit mein ich jetzt nicht, dass es mir in erster Linie ums Geld ginge, das mehr reingeflossen wäre, sondern natürlich in erster Linie um sie und darum, dass sie keine Schmerzen hatte!

Ich würde dir momentan von einem eigenen Pferd abraten. Du kümmerst dich schon um den Hund, der viel Zeit verlangt (und das zu Recht!), zusätzlich hast du Hausaufgaben, Projekte, Arbeiten etc (und die werden in den nächsten Jahren nicht weniger), wahrscheinlich versaut dir in den nächsten Jahren auch noch ein männliches Wesen die Zeitplanung ;). Als ich 15, 16 war hab ich mir schon manchmal gedacht, dass alles um einiges leichter wäre müsste ich mich nicht um mein Pferd kümmern, sondern könnte einfach nur 2x die Woche reiten und fertig... Außerdem hat sichs mit dem Abi ja nicht erledigt, danach kommt Studium oder Ausbildung, oft in einer anderen Stadt - da wird die Zeit dann erst recht knapp.

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