Eigenes Internetunternehmen gründen?

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5 Antworten

Georg hat es Dir wunderbar ans Herz gelegt. Erst einen Businessplan aufstellen und dann kannst Du hoffentlich qualifizierter als jetzt über die Marktgängigkeit Deiner Idee entscheiden.

Gerade bei innovativen Ideen ist es oft mit der Akzeptanz beim Endverbrauch nicht so weit her.

Damit Deine Grundlage erst einmal gesichert ist, denn Einnahmen kommen nicht von heute auf morgen, ist ein guter Ausbildungsabschluss notwendig.

In der Folge solltest Du auch eine entsprechend gut bezahlte Stelle suchen, passend zu Deinem Abschluss. Etwas Einarbeitungszeit braucht man immer. Dazu kommt das Risiko mit den Überstunden.

Wenn das so läuft, absehbar eine bestimmte Wochenarbeitszeit fest ist, dann kann man mit den Planungen beginnen.

Die Erstellung eines Businessplanes dauert unter sachkundiger Anleitung 240 Stunden. In der Regel eine Arbeit in sechs 40-Stunden-Wochen. Möglichst eng zusammenhängend.

Man sollte nicht Unternehmer werden, wenn man die Anstellung von Beschäftigten als Akt der Unternehmensgründung ansieht. Da dürften im kaufmännischen Bereich nur so allgemeine Dinge bekannt sein.

Eine Unternehmen hat irgendwie eine Buchhaltung und die hat was mit dem Finanzamt zu tun. Aber was ist das eigentlich? Eine Buchhaltung? Was muss man tun? Was muss man davon selber machen? Was kann man zu welchem Preis andere erledigen lassen?

Welche Unternehmensform ist die richtige? Was für Investitionen sind nötig? Welche laufenden Ausgaben werden kommen? Wann kann man unter welchen Voraussetzung mit welchen Einnahmen rechnen?

Welches Problem löst Du mit Deinem Angebot bei Deinem zahlenden Kunden? Wie oft über welchen Zeitraum wird er dieses Angebot nutzen? Was wird ihm diese Nutzung wert sein?

Was kostet Dich die Bereitstellung dieser Leistung? Unter welchen Bedingungen kannst Du Dein Angebot auf den Markt bringen? Was sind die Preisuntergrenzen (kurz-, mittel- und langfristig)?

Welcher Preis sollte am Markt gefunden werden? Der Preis ist natürlich ein Spiegel von Wert. Auch jemand der nie ein bestimmtes Produkt kaufen würde, kann sagen, dass dieser oder jener Preis für ein Produkt in Ordnung ist.

Wie hoch ist jetzt beim Interessenten die Bereitschaft auf anderen Konsum zu verzichten um die Nutzung Deines Produktes zu bezahlen?

Auch bei einer Internetseite, die man kostenlos zur Verfügung stellt: Die Nutzer sind Kunden. Sie investieren bei ihren Besuchen sehr viel. Mindestens Zeit. Aber sie müssen sich auch an Dein Produkt erinnern. Warum soll ich eine Seite besuchen? Was sind mir bekannte Nutzungen von anderen Portalen?

Noch weiter ins Detail gehen will ich gar nicht. Mit den vorgenannten aufgelisteten Fragen würden mit Sicherheit eine Fehleinschätzungen Deinerseits in Luft aufgehen. Ohne mehr über die Idee zu wissen.

Das ist auch gar nicht schlecht. Denn es ist die Aufgabe des Businessplanes genau dieses zu erreichen und das Produkt nach Möglichkeit in die Marktreife zu tragen.

Ein weiterer Standard-Fehler klingt bei Dir an: Marktnische. Es gibt viele Nischen, da kann man sich richtig gut rein machen. Jedes Hobby mit einer Mindestverbreitung bietet solche Chancen, indem man Angebote für die Personen macht.

Allerdings ist es keine Nische weil dort kein Angebot besteht. Es ist auch nicht witzig, wenn man in so einer Nische den Leuten erst erklären soll, dass sie Geld für die Leistung aufbringen sollen.

Eine Nische ist dann da, wenn es die Bereitschaft zum Konsum/zur Investition bereits gibt. Diese Nachfrage aber derzeitig nicht bedient wird.

Es ist oft besser ein Massenprodukt zu haben, als ein Nischenprodukt. Es ist nicht einfach eine Zielgruppe zu beschreiben und sie dann am Markt zu finden. Da braucht man schon etwas Erfahrung.

Wenn man die Zielgruppe nur mit viel Streuverlusten erreicht, dann ist Werbung oft zu teuer. Beispiel: In Deutschland gibt es vielleicht drei Personen, die vergoldete Kaugummis haben und essen wollen.

Wie findet man unter 80 Millionen diese drei Personen? Das Problem existiert aber nicht nur in dem Fall. Das Problem hat auch der Bäcker an der Ecke.

Ich backe meine Waren mit diesen und jenen Rezepturen. Diese bilden eine Geschmacksrichtung. Ich verwende zur Produktion nur oder überhaupt keine Bio-Produkte. Preislich komme ich damit zu bestimmten Verkaufspreisen. (Alles ganz stark vereinfacht)

Wo wohnen jetzt die Leute, die dieser Geschmacksrichtung angehören und auch über den Einkauf entscheiden?

Für beide Geschäftsideen kann ich TV-Werbung machen. Bei beiden Ideen habe ich riesige Streuverluste. Weil ich eben an der einen Stelle nur drei Personen eigentlich suche. Und an der anderen im z.B. 5 km-Radius um die Backstube herum.

Ebenso brauchst Du für Deine Internetplattform eine Marketingstrategie. Unter Umständen sogar zwei, wenn Du Nutzer finden willst und gleichzeitig Leute die Werbung schalten.

Auch hier kann man gar nicht weiter ins Detail gehen. Auch nicht, wie man solche Kampagnen testet usw.

Es kann Jahre dauern bis eine Idee am Markt etabliert ist. Daraus merkst Du vielleicht, dass dieses auch gegen die Nische sprechen könnte. Wenn andere schon seit Jahren ein Produkt erfolgreich anbieten, dann haben deren Kunden bereits anderen davon erzählt. Es funktioniert usw.

Kunden sind mit bisherigen Anbietern unzufrieden oder wollen einfach wechseln. Daher ist Deine Idee - die man ja nicht kennen darf - auch eher bedenklich als spannend. Oft werden solche Ideen auf bestehenden Plattformen eingebaut und müssen sich da erst einmal eine Nutzergruppe erobern.

Inzwischen gibt es einige Unternehmen, die BesucherInnen auf der Internetseite persönlich ansprechen. Das ist für mich immer noch irritierend, wenn ich auch die Technik kenne und verstehe (ohne sowas je programmieren zu können). Aber diese Technik muss erst noch etabliert werden. Die Kunden müssen den Nutzen für sich erkennen. Das braucht alles viel Zeit und Geld. Dabei was ist denn logischer? Jemand kommt auf eine Seite und wird freundlich begrüßt und bekommt schon Unterstützung angeboten. Klingt doch toll.

Ich will da aber nicht die Absprungrate der Leute sehen, wenn das Fenster sich meldet....

Also - Zusammenfassung: Ganz ruhig bleiben. Du hast Zeit. Erst die eigene Lebensgrundlage sichern. Etwas für das Unternehmen an die Seite legen.

Unternehmen bis zur Rechtsform sinnvoll planen und dann mit der richtigen Idee und einem passenden Fahrplan starten.

Viel Erfolg.

Ein Unternehmen kannst du auch einfach so gründen. Dafür musst du nur regelmäßig Einnahmen versteuern. Ob du direkt mehr Leute brauchst hängt davon ab was du machen willst und ob du alles selbst kannst.

Einfach Gewerbe anmelden und schauen wie weit du alleine kommst. Einige Aufgaben dann einfach auslagern: entweder über diverse Onlineportale, oder an angestellte Mitarbeiter. Was die bessere Option ist hängt davon ab, was dann genau ausgelagert werden muss.

Sobald du ein Gewerbe anmeldest bist du Unternehmer - egal ob allein oder mit Angestellten.

Ob und wann du jemanden einstallst, sollte in deinem Businessplan stehen - oder hast du sowas nicht?

Bedenke - einen angestellen Mitarbeiter musst du vom ersten Tag an bezahlen - egal ob du Arbeit für hast oder nicht - egal ob du Einnahmen hast.

Falls sich deine Idee als Flop erweist, bezahlst du alle Angestellten noch mind. 2 Wochen weiter - egal woher du das Geld nimmst.

Wieviel Kapital du während der Gründung brauchst, hast du ja sicher auch im Businessplan berechnet.


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