Den Partner "erwachsener" werden lassen?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn ein Mann mehrmals etwas versucht, aber nach einer Weile immer wieder in alte Muster zurück fällt, dann ist das in der Regel ein Signal, dass er eigentlich keine Änderung wünscht. Es wird der Partnerin zuliebe auf etwas eingegangen, die Dinge bewusst erledigt, aber irgendwann schleift es wieder. Das bewusste Handeln wird mit der Zeit immer weniger, weil bei der Partnerin ja eine Entspannung der Situation zu spüren ist. Und wird das bewusste Handeln weniger, ist das alte Problem irgendwann wieder da...

Das Schlimme daran ist, dass solche Männer es selbst nicht merken. Es ist nicht so als würden sie sich denken "Ach, ich stelle mich jetzt mal für ein paar Wochen um, und wenn Ruhe ist mache ich wieder mein Ding", sondern dass sie wie von selbst wieder in ein Schema verfallen. Die gute Nachricht ist also: Es ist in der Regel keine böse Absicht. Die schlechte: es sagt viel über die betreffende Person aus und dieses Verhalten ist kurz- oder mittelfristig kaum zu ändern. Warum? Weil solche tiefsitzenden Muster nur aus eigenem Antrieb und aus eigener Motivation heraus verändert werden können. Druck oder Ultimaten sind da Kontraproduktiv, denn das kommt eben "von außen" und sorgt damit unbewusst für Widerstand. Es geht ja gegen den eigenen, freien Willen.

Es würde also nur funktionieren, wenn der betreffende Mann eine sogenannte intrinsiche Motivation hat. Wenn er also ahnt oder spürt (und nicht gesagt bekommt) was für positive Auswirkungen es für ihn und sein Leben hat, wenn er das übliche Muster durchbricht. Es gilt also, eine solche Motivation für Haushaltstätigkeiten zu finden oder zu schaffen. Das dürfte eine Herausforderung sein...

Die andere Möglichkeit wäre, es alles bewusst anzugehen und zu akzeptieren, dass es Dinge gibt, die niemand gerne macht aber Zwangsweise erledigt werden müssen. Aber das erfordert Planung, Disziplin und Geduld. Zumindets zeigt er momentan die Bereitschaft hierzu, da kann nur die Zeit zeigen, ob er durchhält.

Ebenso bei der Einmischung seiner Mutter. Der Mann ist, aus ihrer Sicht, grad erst frisch zu Hause raus. Es ist die erste Partnerschaft "ihres Jungen", die so ernst ist. Natürlich macht sie sich da Gedanken, Sorgen und mehr - und all das in ihrem eigenen, für sie üblichen Verhaltensmuster. Nun ja, wenn man mit einer anderen Person eine so ernste Beziehung oder evtl sogar eine Ehe eingeht, dann bekommt man nicht nur einen Partner. Man bekommt auch seine ganze Familie gratis (und oft unerwünschter Weise) dazu. Aber das dauernde sich-einmischen Ihrerseits lässt nach einigen Jahren nach. Und wenn einmal Kinder da sind, dann ist es vielleicht ja auch ganz nett wenn sie eine Oma haben, die auch bereit ist, diese Rollle zu übernehmen. Oder hin und wieder auf´s Kind aufzupassen, damit die Eltern ein wenig Zeit für sich haben.

In Sachen Kinderplanung würde ich allerdings vielleicht lieber noch ein wenig warten. Zumindest bis die Partnerschaft reif und gefestigt genug ist dafür. Denn wenn diese Dinge jetzt schon für Probleme sorgen... Nun, die Herausforderungen werden nicht weniger als jetzt.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Über 2 Dekaden praktische Erfahrung in diesen Bereichen

Wow ich danke dir, deine klaren Worte werden ihr sicherlich helfen.

Das Problem bei der Mutter ist nicht nur das einmischen, sondern wie sie sich einmischt. Sie schreibt meiner Freundin "Das siehst du doch in Wirklichkeit gar nicht so und meinst es gar nicht ernst. Du brauchst nur Zeit." Sie hat ihm auch immer das Zimmer geputzt und bietet es heute noch an.

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@sleepingbeautyy

Das "wie" ist auch wirklich viel häufiger das Problem als das "was", nicht wahr? Die Mutter braucht offenbar Hilfe dabei, ihren Sohnemann loszulassen. Möchte vielleicht eine Art von Gewissheit, dass "ihr Kind" in Händen ist, die aus ihrer Sicht fürsorglich genug sind. Vielleicht kann deine Freundin, wenn sie aus dieser Perspektive mit ihr ein Gespräch von Frau zu Frau ührt, mehr erreichen?

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@MaHom

Wohl wahr...
Ich werde es ihr vorschlagen, vielen Dank nochmals.

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Ach du heiliger Haufen....

  • Sie ist nicht seine Ersatzmutter, das hat sie richtig erkannt und es ist auch richtig das sie sich das nicht gefallen lässt (sonst wird sich das nie ändern, auch wenn sie beispielsweise Vollzeitjob/ 3 Kinder/ 3 Hunde/ ehrenamtliche Tätigkeit in der Freizeit zusätzlich stemmen müsste).
  • Erwachsen wird man von alleine. Der Grad der Verantwortung die man übernehmen kann und will/ tragen kann und will, der Grad der Selbständigkeit, das ist etwas das man von Grund auf im Elternhaus anerzogen bekommt.... oder aber selbst entwickeln muss mit der Zeit.
  • Sie als Partnerin kann ihn nicht zum "Erwachsensein" erziehen
  • Ihre Auszeit war ein kurzfristiger Weckruf für ihn. Entweder wird er sich weiterhin daran erinnern und entsprechend dauerhaft handeln - oder aber es wird wie beim letzten Mal ablaufen .... und er fällt in alte Gewohnheiten zurück. Das wird sich dann zeigen
  • Kinderplanung sollten die beiden erst mal zurückstellen solange die Grundstruktur dieser Beziehung nicht funktioniert

Dein Rat (sich an seine Mutter zu wenden, ihr im Gespräch mitzuteilen das sie sich mehr raushalten soll aus der Beziehung ihres Sohnes) war eher nicht ideal. Tendenz neigt eher zu "schlecht".

Angenommen er ist Typ Mamasöhnchen, gewohnt von Mami alles zu bekommen wenn er sich nur lange genug doof anstellt mit dem Haushalt und sonstigem.... dann steckt dahinter eine gegenseitige Dynamik (er macht sich abhängig von ihr, sie mag die Nabelschnur noch immer nicht loslassen).

Angenommen er will selbst ja auch nicht das sie sich so reinbringt in sein Leben/ seine Beziehung/ die Entscheidungen des Paares... dann muss ER das mit seiner Mutter klären.

Denn die Partnerin von ihm, die kriegt sonst nur ihr Fett weg.... und mehr wird da nicht passieren. Warum sollte die Mutter auf die gemeine aktuelle Partnerin ihres Sohnes hören (übertrieben ausgedrückt). Es ist doch IHR Sohn und sie als Mutter weiß es eben doch besser.... und ausserdem hat Söhnchen doch sicher ne bessere Partnerin verdient..... Und so weiter. Das kann sich so richtig hoch schaukeln...

Nee, das muss er selbst mit seiner Mutter regeln. Grenzen setzen gehört auch zum Erwachsenwerden dazu.

Warte, sie ist 3 Jahre älter. Sie hat also 3 Jahre Entwicklungszeit mehr gesammelt als er. Und vielleicht wurde sie schon frühzeitig zur Selbständigkeit/ Eigenverantwortlichkeit erzogen? Aber nur weil das bei ihr so lief/ läuft, muss das ja kein Standard für alle anderen Leute sein.

Ich danke dir. Ja, ich habe dann auch geraten, dass er mit seiner Mutter reden soll. Wenn er das nicht will, dann weiss sie ja worauf das hinaus läuft.

Sie hält ihm auch nicht vor, dass er keine Verantwortung zeigt aber langsam sollte er doch ein wenig Selbstständigkeit zeigen. Zumal sie ihm mehrmals sagt, dass er doch die Wäsche waschen soll und wenn sie mal keine Wäsche von ihm macht, dann ist es ihm egal und er lebt dann halt ohne frische Wäsche bzw. macht er seine Wäsche nicht selbst. Er ist es sich gewohnt, dass Mama es ihm vom Boden aufsammelt und gewaschen in den Schrank legt. Mit Ü20 geht das mMn doch nicht mehr...

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Ganz ehrlich? Die Mutter hat sich rauszuhalten und wenn er noch immer an Mama's Rockzipfel hängt mit Anfang 20 ist er lange noch nicht reif genug für eine Erwachsene Beziehung geschweige denn für Kinder!

Wenn er von sich aus schon keinen Haushalt macht, wird das mit Kindern noch schlimmer und wenn von seiner Seite keine Romantik kommt und sich die Frau um alles kümmern muss ist das für mich keine schöne Beziehung, ganz im Gegenteil

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für deine ehrliche Antwort. Er versucht sich physisch abzukapseln, sie lässt das nicht zu. Auch psychisch ist er noch abhängig wie es scheint.

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@sleepingbeautyy

Tja, bevor er das nicht hinbekommen hat braucht man gar nicht über weitere Dinge nachdenken, geschweige denn über Kinder

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Das sind höchstwahrscheinlich mehr oder weniger komplexe Verstrickungen in seiner Familie.

Reden, Pläne machen und Versprechungen bringt meiner Einschätzung nach rein gar nichts. Dafür sind die zugrunde liegenden Muster meist zu stark. Er hat ja auch schon versucht, sich zu ändern, fällt aber in alte Muster zurück. Und sie hat das erkannt.

Eine gute Paarberatung bzw. ein guter Paartherapeut könnte da hilfreich sein.

Am effektivsten ist vermutlich, eine Familienaufstellung zu machen (z. B. nach Hellinger oder Nelles). Da können die alten Muster gesehen und im Idealfall sofort gelöst werden.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Selbsternannter Experte und Coach für heilsame Kommunikation

Ich stimme dir vollkommen zu, danke dir.

Sie können es ja versuchen, wenn sie wirklich daran festhalten wollen.
Klingt interessant, werde mich da mal reinlesen in eine Familienaufstellung. Danke.

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Habt ihr sonst irgendwelche Tipps?

Die Situation anders angehen, zb. zusammen einen Putzplan schreiben, wer macht wann was, benötigt er seine Freiheit sollte man das mit einbeziehen (zb. in den ersten drei Tage der Woche ist er dran mit dem Badezimmer putzen- so kann er selbst planen)

Aus meiner Erfahrung:

Wenn reden nicht hilft und man schon diverses versucht hat muss man akzeptieren. Wenn man jemand oder die Situation nicht akzeptiere kann muss man sich entscheiden, bleib ich unzufrieden oder ändere ich was?

Ist das noch zu retten?

Wenn Sie ihn so akzeptiert oder/und er bereit ist was zu ändern, Ja.

Hilft eine Paarberatung?

Könnte sein.

Man könnte auch ein Ultimatum setzten, in der Art "hilf mit oder ich bin weg" wenn man es dann jedoch nicht durchziehet verliert man an Glaubwürdigkeit.

Und schlussendlich muss man sich auch fragen, liebe ich ihn wirklich oder ist es eine Art Abhängigkeit oder Gemütlichkeit

Ich danke dir. Das wird ihr sicher weiterhelfen.
Das mit dem Ultimatuum habe ich ihr ebenso gesagt. Die beiden setzen sich morgen nochmals zusammen.

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