Defekte Grafikkarte kaufen und versuchen sie zu reparieren?

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10 Antworten

Bei der 2. hätte auch ich eher ein Vertrauen, das mit einem besseren Kühlkörper, etwa so etwas: https://www.alternate.de/html/product/1120508?gclid=CjwKCAjw2ZXMBRB2EiwA2HVD-DZ8bVc1vKbEK5pHSyqz7KLjZL7JUqpw3mohS-qoEnpqNiz2lH13OhoCOg0QAvD_BwE

zum stabilen Lauf zu bewegen, allerdings weiß du nicht, wie oft der den Grafikchip schon überhitzt hat, und der schon Schaden genommen hat.

Bei der ersten ist es zumeist ein Lötfehler ab Werk, der sich aber zumeist erst nach Ablauf der Garantie zeigt. Der Grafikchip ist nämlich mit einer so genannten BGA-Verlötung auf der Platine montiert, das bedeutet, auf den Grafikchip werden bei der Herstellung hunderte winzige Zinnperlen auf die im engen Raster stehenden Kontaktflächen aufgebracht, zusammen mit einem aus Baumharz hergestellten Flussmittel. Auch die Platine hat diese hunderte Löt-Kontakte. Dann wird die mit Lotpernen versehene Chip auf die Platine ausgerichtet, und beides zusammen in einem Reflow-Ofen so weit erhitzt, bis der Zinn schmilzt, und im Idealfall alle diese Lötpunktchen sich gleichzeitig verlöten.

Leider tritt dieser Idealfall nur selten auf, und praktisch immer verlöten sich nicht alle Lotpunkte auf beiden Seiten mit Platine und Chip, sondern bilden dann nur einen Zinn-Huckel, der durch die Kraft der gelungenen Lötungen rund herum zusammen gepresst wird, und erst einmal einen rein mechanischen Kontakt darstellt, sodass der Chip auch ordentlich funktioniert, und man diesen Fehler auch weder bemerkt noch messtechnisch erfassen kann.

Aber jedesmal wenn der Chip warm wird, dehnt sich das Material ja auch aus, und durch diese Mikro-Bewegung werden die nicht verlöteten Zinntropfen mit der Zeit flach gedrückt, sodass der Kontakt sich öffnet, sobald der Chip warm wird. Sind das jetzt ein paar der vielen.parallel geschalteten Stromzuführungs- oder Massekontakte passiert gar nichts, und die Grafikkarte funktioniert auch so weiter, bis sie so veraltet ist, das sie im Elektroschrott landet. Sind es jedoch Datenleitungen, entstehen die verschiedensten Bildfehler.

Wie wird so etwas repariert?

Nun, hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die einfachste ist der Backofen.

Hier wird von der Grafikkarte der Kühlkörper und der Lüfter abgebaut, die Grafikkarte schön sauber gemacht und dann kommt sie für 5 Minuten in den auf 215° - 220° vorgeheizten Backofen. Jetzt schmilzt das Zinn, und die flach gedrückten Kontaktpunkte der nicht richtig verlöteten Kontakte formen sich wieder rund. Kühlt die Grafikkarte dann wieder herunter, haben diese wieder Kontakt und die Grafikkarte funktioniert wieder.

Aber das ist nicht wirklich eine Reparatur, denn es wird eigentlich nur der schon fehlerhafte aber unauffällige Zustand vom Anfang wieder hergestellt, die Grafikkarte wird also dann Tage, Wochen oder mit Glück Monate wieder laufen, irgendwann kommt der Fehler aber mit Sicherheit wieder.

Eine richtige Reparatur ist dann das so genannte BGA-Rework:

Hier benötigt man ungleich mehr teure Ausstattung, So eine Heißluft-Lötstation, die auch einen guten, geregelten Lötkolben besitzt, am besten eine von Hakko, damit man keinen Schmorbrenner an die empfindliche Elektronik lässt, einen gut vor Elektrostatischer Aufladung geschützen Arbeitstisch, ein Arbeits.Mikroskop, den zu deinem Grafikchip passenden Halterahmen und eine passende BGA-Schablone. Zinnperlen in der richtigen Größe, Entlöt-Litze, und ein richtig gutes Flussmittel, von dem eine 50ml-Spritze auch gut 50 € kostet. China-Plagiate sind oft nur Vaseline und wirken nicht, oder sind so schmieriges Harz, das man die Platine kaum gereinigt bekommt, und, ach ja, am besten gutes altes Blei/Zinn-Lötzinn, das für solche Reparaturarbeiten einfach besser funktioniert, als das RoHS-Zeug.

Wichtig! Antistatik-Antistatik-Antistatik! Also Armbändchen, leitfähiger Fußboden und Schuhsohlen, und leitfähiger Tischbelag!.

Und dann gehts los: Lüfter runter, und Platine vom Staub, sowie Grafikchip vom Kühlkleister befreien. Dann mit Warmluft-Lötgriff den Grafikchip so weit erwärmen (Luft um 450°), bis sich dieser leicht von der Platine abheben lässt.

Jetzt mit Lötsauglitze alle alten Lotpunktchen von Chip und Platine mit Lötkolbenwärme frei putzen. Kontrollieren, ob die Lot-punkte silbrig glänzen, Wenn eicht, mit gutem Flussmittel und L-SnPb60 die Kontaktflächen noch mal richtig verzinnen, und erneut mit Lötsauglitze abputzen.

Ist alles blank, kommt der Chip in eine Haltevorrichtung, eine dünne Schicht Flussmittel drauf und dann eine zum Chip passende BGA-Schablone aus Edelstahlblech genau ausgerichtet darüber.

Jetzt unter dem Mikroskop in jedes Loch genau eine Zinnperle, Aufpassen das kein Loch leer bleibt, und sich in kein Loch 2 Kügelchen verirrt haben, Noch mal Flussmittel drauf und mit Heißluft die Zinnperlen schmelzen.

Nach abkühlen sollte dann auf jedem Lötkontakt ein gleichmäßig hoher Zinnhügel sitzen, dann ist der Chip bereit zum Verlöten. noch mal gut Flussmittel auf die Platine!

Jetzt den Chip in Position (richtig herum!!!, lötet man den verdreht aus, killt man ihn, testet man die reparierte Karte, passiert aber trotzdem jedem einmal) und dann entweder im Reflow-Ofen oder mit dem Heißluft-Löter den Chip erwärmen, bis er sich die letzten Zehntel Millimeter sichtbar in Position zieht.

Abkühlen, Flussmittelreste mit reichlich Isopropanol, oder hat man es sogar mit einem Platinen-Ultraschallbad entfernen, guut trocken lassen.

Dann eben Grafikkarte wieder richtig zusammen bauen, Kühlpaste nicht vergessen, auch testen das die Heatpipes auch funktionieren, und der Lüfter auch läuft. dann kann die Grafikkarte sogar besser sein, als eine komplett neue, sofern der Fehler nicht doch im Chip selbst lag, auch das ist ja möglich, und dann war die ganze Arbeit umsonst.

Solche Umsonst-Zeiten und umsonst vertanes Material muss man dann auch in seinem Stundensatz unterbringen. Schließlich ist nicht jede Reparatur erfolgreich, damit musst du eben auch rechnen. aber läuft die Karte, oder der Laptop dann wieder, ist das immer ein gutes Gefühl :-)

1. ist zu riskant.

2. wäre machbar. Ich hab mal eine gebrauchte GTX580 gekauft, die ohne Last bereits nach 5min bei 100°C war. Der Verkäufer hatte davon nichts erwähnt.

Es stellte sich heraus, daß eine der Heatpipes undicht war und keine Verdampferflüssigkeit mehr enthielt. Ich hatte noch eine alte 465 da, deren Kühlsystem passte auf die GTX580. Das war vor 4 Jahren, die läuft heute immer noch.

Mal davon abgesehen: 50 Tacken sind zu viel für eine defekte Grafikkarte, die älter ist als 5 Jahre, und die du möglicherweise nicht zum Laufen kriegen wirst.

1. Grafikkarte ist kurz davor komplett kaputt zu gehen, sie zu reparieren ist möglich aber verdammt aufwendig und du hast nicht die benötigten Werkzeuge dafür.

2. Wahrscheinlich überhitzt sie nur & es würde reichen den Kühler zu reinigen bzw einen besseren drauf zu klatschen.


Ich würde es nicht riskieren, vorallem wenn die 50€ kosten...

Du kannst die 50€ auch gleich aus dem Fenster schmeißen.

Schau dir doch mal die winzigen Bauteile an, die darauf verbaut sind. Diese Platinen werden von Robotern bestückt und automatisch verlötet. Selbst für einen kundigen Techniker in der Herstellerfirma wird es vermutlich nicht machbar sein, aus zwei Defekten eine Funktionstüchtige zusammen zu löten. Noch nicht mal, wenn er genau wüsste, welche Bauteile er austauschen müsste.

Nein, ich mochte nicht aus 2 Defekten 1 ganze bauen, ich möchte versuchen 1 von den beiden zu kaufen und versuchen sie zu reparieren.

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@GymKing

Und wie willst du das machen, ohne jedes Grundwissen, geschweige denn Fachwissen???

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@GymKing

Es kann etwas kleines sein, z.B hat er einen falschen Treiber gehabt, oder die Graka ist einfach verstaubt ? 

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Wärst du Technik interessiert und die dinger würden 10-30€ kosten dann würde ich sagen zuschlagen ist cool um Erfahrung zu sammeln, aber da du wahrscheinlich einfach nur eine Graka haben willst würde ich dir davon sehr abraten. Gerade Grafikkarten sind sehr empfindlich und haben oft Probleme du kannst.

-Die Temps  Messen

-Kühler entfernen neuen drauf oder säubern

- Backen( ja im Ofen, aber bitte dann das Plastik und so abschrauben sonst schmorrts). Aber dieser Prozess bite nur im absoluten Zweifelsfall.:D.

-Treiber wechseln

Würde eher die zweite nehmen, weil man einfach da dort mehr Chancen hat das da da ein einfacher Fehler vorliegen kann bei Grafik Pixel Streifen bla Zeugs würde ich mich fern halten :D

Klar, es kann nur etwas kleines sein, falsche Stromversorgung, Überhitzung, etc, aber 50€? Die HD 7970 ist funktionstüchtig 80€ wert, da braucht man doch nicht auf Glück setzen.

Wo hast du eine für 80 gefunden ? würde es direkt kaufen. 

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die r9 280 ist eine "erneuerte" Version der HD 7950, AMD verkauft oft alte Karten als neu... erst hieß sie HD 7950, dann r9 280 und schließlich r9 380... naja... und frag Mal nach normalem PayPal

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Kannst ja versuchen zu reparieren aber Garantie gibt's halt nicht

Weiß nicht, für 10-20€ könnte man sein glück versuchen. 

Wenn du nicht das nötige Fachwissen besitzt rate ich dir davon ab. Wäre am Ende nur eine riesige Geldverschwendung.

Wenn du nicht vom Fach bist lasse die Finger davon.

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