Darf man sich selber bemitleiden, wenn man weiß, dass es Personen gibt, denen es schlechter geht?

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Das Ergebnis besteht aus 7 Abstimmungen

Sonstiges 42%
Ja 28%
Eigentlich nicht 14%
Es kommt auf die Situation an 14%

9 Antworten

Sonstiges

Weißt du - kein Mensch ist ohne Fehler und Makel und Sorgen. Damit muss man klarkommen. Wenn es dir in bestimmten Situationen hilft, dich ein bisschen zu bemitleiden und dir was Gutes zu tun, dann ist das völlig OK.

Aber es hilft auch sehr, die Perspektive zu behalten.

Kennst du das Märchen vom Sorgenbaum? Das habe ich irgendwo mal gehört oder gelesen.

Irgendwo auf der Welt gibt es einen großen Baum, da hängen ganz viele Pakete dran. In diesen Paketen sind die Sorgen der Menschen, schön verpackt, die kann man da zurücklassen. Alle Pakete sehen gleich aus, du kannst nicht erkennen, was darin ist.

Du kannst deine Sorgen selbst in ein Paket verpacken und sie an den Baum hängen. Aber: Du darfst den Baum nicht ohne Paket wieder verlassen. Du musst also ein anderes Paket mitnehmen - ohne zu wissen, was darin ist.

In deinem Paket heißt es vielleicht "Ich habe Pickel und Streit mit meiner besten Freundin". Was machst du, wenn du ein fremdes Paket mitnimmst, und darin heißt es "Mein Mann verprügelt mich und die Kinder jeden Tag"?

Die meisten Menschen nehmen am Ende lieber ihr eigenes Paket wieder mit.

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Kommentar von KruemmelElli
21.08.2016, 22:32

Das Märchen ist wirklich beeindruckend und zugleich erschreckend. Das werde ich auf jeden Fall im Gedächtnis behalten.. Vielen Dank für deine Antwort!

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Sonstiges

Man "darf" schon - sollte es aber nicht. Selbstmitleid zieht einen nur noch weiter runter als man eh schon ist.

Und sich damit zu "trösten" dass es anderen schlechter geht ist irgendwie... mies.

Ich raffe mich auf indem ich mir sage "du hast schon soviel geschafft... das packst du jetzt auch noch" Oder das Berühmte "was dich nicht umbringt macht dich stärker" usw. 

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Ja

Hallo "KruemmelElli",

Natürlich hast Du das Recht ... etwas "Mitleid" für Dich zu realisieren. Du als Bewusstsein versuchst durch die Realisierung des "Mitleids" Deine "Gefühle ... Dich als Mensch etwas zu trösten. Vergleichbar einem kleinen Kind das hingefallen ist ... und sich "weh getan hat". Da geht der Mensch ... vielleicht Du oder ich, zum Kind und tröstet es (Geste des "den anderen in den Arm nehmen"). 

Sich selbst "bemitleiden" ist für den "Moment" ... wo du als Bewusstsein erkennst ... das Du als Mensch ... sagen wir einen klitzekleinen seelischen Schaden erlitten hast ...absolut okay. Symbolisch nimmst Du als "bewusstes Wesen Dich selbst in den Arm". Symbolisch sagst Du als "Bewusstsein" zu Deinen Gefühlen ... zu "Deinem eigenen menschlichen Herz" ... das sie (Gefühle) ... Du (der ganze Mensch) nicht "allein" sind/ bist. Du als symbolischer Erwachsener (Bewusstsein) versuchst das Kind (Gefühle - menschliches Herz) zu trösten. Absolut okay.

Dieser "Zustand des bemitleiden" sollte dann ... nach der "Begegnung des eigenen "Leides" jedoch beseitigt werden. Und zwar dadurch ... das Du Dich selbst symbolisch an die Hand nimmst ... und in bessere Situationen führst. Du verlässt dann den "Zustand des bemitleiden". Das zurückliegende hingefallene Kind "steht wieder auf" ... und läuft los. Nach einigen Augenblicken scheint der Moment des "hingefallen sein" nicht mehr von Bedeutung für das Kind.

Es gibt bei jeden Menschen von Zeit zu Zeit Momente des "Leides" Das ist unausweichlich. Jeder Mensch hat Momente in seinem Leben ... wo es ihm "nicht so gut geht". Dann ist es schöpferisch betrachtet eine tolle Geste (nur meine persönliche Ansicht), auf sich selbst zuzugehen ... um sich "selbst symbolisch in den Arm" zu nehmen.

Das es viele andere Menschen gibt ... die sich möglicherweise "noch viel schlechter fühlen" als Du Dich selbst ... ist sicher gegeben ... doch das hat nichts mit Deinem eigenen "Unwohlsein" zu tun. Du bist ein eigenständiges Wesen ... das eine "eigene Gefühlswelt" ... ein "eigenes persönliches Universum" besitzt ... und sich darum kümmert. So gut ... wie es "Dein persönliches Wissen" (geistiger Horizont) zulässt.

zu Deiner Aussage:

... Ich sage mir immer, wenn es mir schlecht geht oder ich mich wegen bestimmten Makeln ganz schlecht/traurig fühle, dass ich nicht das Recht dazu habe, da ich mich ja trotzdem mit meinem Leben und meiner Situation glücklich schätzen kann. Danach geht es mir meistens besser bzw. ich denke einfach nicht mehr darüber nach. Doch ist das die richtige Einstellung? ...

Der Ansatz in Deiner Aussage ist total in Ordnung ... jedoch der "symbolische Makel" ist "nicht das Recht zu haben". Diesen symbolischen "Makel " ersetze durch folgende Aussage ... wenn Du möchtest:

Ich weiß ... das es anderen Menschen "schlechter" geht als mir im Moment ... jedoch nehme ich mir das "schöpferisch menschliche Recht" ... auf mich selbst zuzugehen ... und mich für einen kleinen Moment ... für einige Sekunden ... "selbst in den Arm zu nehmen". Danach "laufe ich wieder los ... denn ... ich habe mir selbst etwas "Zuversicht" geschenkt (in den Arm genommen) ... das das Leben ... mein Leben ... wieder besser wird.

mfg minority000 


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Kommentar von KruemmelElli
21.08.2016, 22:18

Deine so ausführliche Antwort hat mir wirklich den Atem geraubt.. vielen vielen Dank dafür! 

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Eigentlich nicht

Der Verstand bemitleidet sich permanent, es sollte immer alles besser laufen, aber er hat die Dinge nicht unter Kontrolle, also sucht er sich Auswege, einer ist, dass es ja anderen viel schlechter geht, dann geht es ihm gut und so auch uns.

Ich finde, du hast als Antwort "Egentlich nicht" gewaehlt, was eine Einschraenkung bedeutet, das heisst, du wuenscht diese Antwort "eigentlich" nicht, obwohl es das ist was ich sage, also bin ich gewappnet der Woge, die da kommt.

Mir fehlt ein Nein, aber das hast du nicht vorgesehen, das ist das Problem deiner Frage.

Ich sage Nein, bemitleide dich nicht, egal wie vielen es schlechter geht als Du, erkenne das Leid als Leid deiner Gedanken, dir geht es ja gut.

Damit meine ich, dass es dir schlecht geht auf Grund deiner Gedanken, nicht auf Grund, weil es anderen schlechter geht!

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Kommentar von KruemmelElli
21.08.2016, 22:27

Vielen Dank für deine Antwort und du hast recht, dass ich meiner Frage ein einfaches "Nein" als Antwortmöglichkeit hätte hinzufügen sollen. 

Ich akzeptiere deine Antwort vollkommen und kann Dank der Erläuterung auch etwas damit anfangen. Mein Ziel war es so viele verschiedene Ansichten und Meinungen wie möglich zu diesem Thema zu lesen und deswegen bin ich wirklich dankbar über jeden Denkanstoß und jede Antwort. 

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Natürlich kannst und darfst du es. Wenn dir jemand sagt, dass du nicht wehleidig sein darfst, weil es anderen Menschen schlechter geht ist das so als würde dir jemand sagen, dass du nicht glücklich sein kannst weil es anderen Menschen besser geht.

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Ja

Jeder ist das Zentrum seiner Welt und ein Mitleid mindert in keiner Weise andere Problembereiche.

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Es kommt auf die Situation an

Ich würde sagen ja. Manche Sachen sind aber natürlich übertrieben. Man sollte jetzt keinen Heulkrampf bekommen, weil das Müsli alle ist.

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Kommentar von KruemmelElli
21.08.2016, 01:21

Da hast du natürlich recht

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Sonstiges

was solls bringen? ich hab mich noch nie selbstbemitleidet denn ich bin der auffassung, dass jeder mensch einen gewissen leidensdruck standhalten muß.

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Kommentar von KruemmelElli
21.08.2016, 01:23

So habe ich die Sache ehrlich gesagt, noch nie betrachtet - also mit dem Leidensdruck eines jeden. Danke auf jeden Fall für deine Antwort!

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es kommt sehr auf die situation an

bitte schreibe mich an

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