darf man mit 14 abtreiben ohne dass die eltern es wissen?

6 Antworten

ALTER

  • Zwischen 14 und 16 entscheidet der Arzt über die Reife und Einsichtsfähigkeit der Schwangeren und kann auf die Einwilligung der Eltern verzichten. Nur wenn der Arzt Zweifel an der Einwilligungsfähigkeit des Mädchens hat, müsste er die Zustimmung der Eltern einholen. Dies ist regelhaft nicht der Fall, so dass ein Abbruch ohne Einwilligung und Kenntnis der Eltern in Deutschland normal ist.
  • Ab 14 Jahren gilt die Schweigepflicht des Arztes uneingeschränkt. Hat er also Zweifel an der Einwilligungsfähigkeit, so darf er nicht gegen den Willen des Mädchens die Eltern informieren, sondern allenfalls den Abbruch verweigern. Du kannst Dich also problemlos und ohne Angst an einen Frauenarzt oder an ProFamilia wenden und Dich ausführlich beraten lassen.

RATSCHLAG

  • Falls Du wirklich schwanger bist, solltest Du Dir UNVERZÜGLICH einen Termin für eine dringliche SCHWANGERSCHAFTSKONFLIKTBERATUNG geben lassen. ProFamilia berät neutral, professionell und umfassend. Auf profamilia.de findest Du rechts-oben "Angebote vor Ort" und kannst dort eine nahegelegene Filiale kontaktieren. Nach der Beratung hast Du immer noch ALLE Optionen und kannst Dich fundiert entscheiden.

Herzchen, wenn Du reif genug warst rumzusexen, dann bist du auch reif genug mit Deinen Eltern über einen Abtreibung zu sprechen.

Und ja, da Du noch Minderjährig bist, müssen Deine Eltern einer Abtreibung zustimmen. Wende Dich mal an ProFamilia (googeln).

FALSCH: Zustimmen müssen die Eltern auf keinen Fall. Nur wenn sie unzurechnungsfähig wäre. Ob sie informiert werden müssen hängt davon ab, ob der Arzt sie für einsichts- und urteilsfähig hält. Mit Minderjährigkeit hat das nichts zu tun.

Wenn Eltern ein Mädchen gegen seinen Willen zum Austragen zwingen wollen, kann sie sich ans Jugendamt wenden.

1

Eine Minderjährige braucht zum Schwangerschaftsabbruch nicht die Zustimmung ihrer Eltern, wenn sie in der Lage ist, die Bedeutung des Eingriffs und dessen Tragweite für ihr Leben zu erkennen.

Bei Jugendlichen, seien sie zwischen 14 - 16 oder 16 - 18 kann im Normalfall davon ausgegangen werden, daß sie die Bedeutung einer Schwangerschaft und die auf sie zukommenden Belastungen einschätzen und bewerten können. Altersgrenzen sind vom Gesetz nicht vorgesehen. Die genannten Altersgrenzen sind nur Anhaltspunkte dafür, wie sorgfältig die Einsichtsfähigkeit zu prüfen ist, da es im Einzelfall begründete Ausnahmen geben kann. http://www.profamilia-mainz.de/html/aktuelles/gutachten.htm

Ob die Einsichts- beziehungsweise Urteilsfähigkeit vorhanden ist, beurteilt der Arzt. Wenn die Einsichtsfähigkeit nicht gegeben ist und die Eltern die Entscheidung des Mädchens nicht akzeptieren, wird das Vormundschaftsgericht eingeschaltet.

Wenn es triftige Gründe für die Geheimhaltung gibt, werden die Eltern auch nicht informiert über den Eingriff. Auch junge Mädchen haben Anspruch auf das Arztgeheimnis.

Andrerseits ist es oft so, dass Mädchen falsche Ängste haben und die Eltern sie in ihrer Entscheidung unterstützen. Sicher ist es besser, wenn das Mädchen sich den Eltern /der Mutter anvertrauen kann. Aber manchmal gibt es halt doch gute Gründe, warum das nicht möglich ist. In der Beratung wird über diese Fragen gesprochen und das Mädchen wird nötigenfalls begleitet.

Was möchtest Du wissen?