Crossing over/Stammbaumanalyse?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Erwin, du übersiehst, dass in deinem Stammbaum nur die Phänotypen angegeben sind. Die Frau Nr. 12 kann aber durchaus Überträgerin sein und muss das in diesem Falle sogar. Sie hat auf ihrem einen X-Chromosom die Anlage für Bluterkrankheit und auf ihrem anderen X-Chromosom die Anlage für Rotgrünblindheit, ist aber phänotypisch gesund.

Sie hat von ihrem Vater (Rotgrünblind) und von ihrem Großvater mütterlicherseits über ihre Mutter, die ebenfalls Überträgerin ist (Bluterkrankeit), die X-Chromosomen bekommen... der Rest dürfte klar sein oder?

Die beiden mittleren ihrer vier Sähne haben also jeweils eines ihrer X-Chromosomen erhalten, bei den beiden äußeren liegt crossing over vor.

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@valentin301

Vielen Dank für die Antwort. Ich glaube, ich habe es jetzt verstanden. Sowohl der Gendefekt für Rot-Grün-Blindheit, als auch der Gendefekt für die Bluterkrankheit werden ja rezessiv vererbt.

Da die beiden Defekte ja aber nichts miteinander zu tun haben, kann die Frau vom Phänotypen her gesund sein, selbst wenn beide ihrer X-Chromosomen einen Gendefekt haben. In diesem Fall hat ein Chromosom den Defekt RG-Blindheit, während das andere Chromosom den Defekt für Bluterkrankheit in sich trägt.

Der Gendefekt für die Bluterkrankheit liegt auf einem X-Chromosom und wird (da rezessiv) vom Gen "nicht Bluterkrank" auf dem anderen X-Chromosom überdeckt. Mit der R-G-Blindheit verhält es sich dann wohl genauso, auch hier wird der rezessive Gendefekt vom jeweils anderen homologen Chromosom mit dem "gesunden" uns dominanten Gen überdeckt, sodass man im Phänotyp letzten Endes nichts von beiden Krankheiten merkt, obwohl auf beiden Chromosomen ein Gendefekt sitzt.

Ist das soweit richtig?

Jetzt stört mich nur noch, dass in der Lösung Frau Nr. 12 als Crossing-Over-Auslöser gesehen wird. Das Crossing over müsste doch auch bereits früher (bei Frau Nr. 4) stattgefunden haben, oder?

Und wäre eine plötzliche Mutation denn gänzlich falsch, oder könnte man das auch als (primitiven) Lösungsweg betrachten?

Danke jedenfalls, dass du dir die Mühe gemacht hast! Sehr freundlich.

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@erwin2467
  1. Dein Gedankengang ist in den ersten drei Absätzen völlig richt - verstanden also :)

  2. Bei der Frau Nr. 12 muss crossing over stattgefunden haben, sonst wären die vier verschiedenen Söhne nicht erklärbar. Bei der Frau Nr.4 geht es ja nur um die Bluterkrankheit, für die sie Überträgerin sein muss. Hier wäre ein Crossing over ja gar nicht relevant.

  3. Mutationen sind natürlich grundsätzlich als Lösung möglich, aber in Anbetracht der Familiensituation sehr unwahrscheinlich, denn da ist die crossing-over-geschichte um ein Vielfaches wahrscheinlicher, Mutationen werden da als Lösung sicher nicht akzeptiert... :)

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@valentin301

Okay, alles verstanden. Vielen vielen Dank für Deine Mühe und Zeit. Mit einem gelösten Problem im Rücken lässt es sich viel leichter und motivierter lernen.

Schönen Abend noch!

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Ich kann deiner Argumentation absolut folgen und finde sie auch logisch.

Nun ist es hier so, dass eine Frau die Gene für Bluterkrankheit und Rot-Grün-Schwache ohne phänotypische Ausprägung besitzen kann. Also auf jedem X-Chromosom ein Gen. Ja, hm. Komisch, oder?

So wären dann auch die folgenden Phänotypen von 19, 20 und 21 zu erklären.

Meines Erachtens nach aber müsste Person 12 dann auch phänotypische Erscheinungen aufweisen. Die Aufgabenersteller sind da anderer Meinung. ;)

Ich kann dich also nicht korrigieren, sondern dich in deiner eigenen Meinung nur unterstützen.

Nein, sie hat natürlich keine phänotypischen Ausprägungen, es ist ja jeweils ein rezessiver Erbgang.

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Der Link geht nicht ;(

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