Chinesische Trauerrituale?

2 Antworten

Chinesische Trauer-Rituale variieren je Region vermutlich stark.

Hier eines aus Ningbo:
http://panda.kulturarche.de/qing-ming-jie-wir-feiern-mit-den-toten/

Unten werden auch einige Fragen geklärt, wie:

  • Wieso zündet jeder drei Stäbchen an und verbeugt sich drei Mal?
  • Einige Schriftzeichen auf den Grabsteinen sind rot, andere schwarz. Was bedeutet das?
  • Es geht hier recht fröhlich zu, so im Vergleich zum Totensonntag in Deutschland. … .
  • Fotografieren am Grab – lieber nicht. Was passiert da?

Nun.... nein. M.P., so sehr ich Deine Antworten sonst schätze, so ist es nicht.

Es gibt in der chinesischen Tradition neben dem "normalen" Geld tatsächlich Totengeld, das extra aus Reispapier gedruckt wird. Dieses wird bei der Bestattung mit verbrannt.

Hier ein Text dazu: "Das Schriftzeichen Ying stellt ein Haus dar, aus dem Flammen schlagen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um einen gewöhnlichen Hausbrand, sondern um ein Haus, das zu genau diesem Zweck errichtet wurde. Damit stellt das Zeichen eine rituelle Opferung dar – möglicher Weise wurde den Göttern des Winters und den Ahnen geopfert um sie zu besänftigen damit das Yang wieder aufsteigen kann, dass ja bekanntlich im tiefsten Yin (Winter) geboren wird. Auch die Bedeutung „Ein Haus voller Reichtümer“ lässt auf diesen Opferritus schließen – bei Beerdigungen wurden „Häuser voller Reichtümer“ (natürlich nur aus Papier) verbrannt. Die Vorstellung war, dass durch das Verbrennen die feinstofflichen Anteile der Opferung von der Materie getrennt wurde. Die „feinstofflichen Reichtümer“ standen damit den Ahnen im Jenseits zur Verfügung um dort ein angenehmes Leben zu führen. Dieses Vorgehen war natürlich nicht ganz uneigennützig – so ging man davon aus, dass die Ahnen den Opfernden in einer Art „Tauschgeschäft“ mit weltlichen Reichtümern überschütten würden. Dieser Brauch hat sich bis heute in den chinesischen Gemeinden gehalten, wo es sogenanntes „Totengeld“ gibt, das den Ahnen geopfert wird. Dieses Totengeld gibt es in Form wunderschöner farbig gestalteter Reispapierblätter bis hin zu Monopolyartigem Spielgeld mit „Bank of Hell“ Aufdruck. Auf diese Weise kann man also auch die kriminelle Seite der Verwandtschaft für sich gewinnen :)."

Quelle dieses Textes: http://www.feng-shui-center-berlin.de/aid=860.phtml

Ich habe von diesem Brauch allerdings nicht nur über Google, sondern von 3 chinesischen Studierenden in einem Seminar über Bestattungskultur erfahren - ist also mehrfach abgesichert.

Es hat also nix mit "den Verstorbenen in Ehren halten" zu tun.

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