Canon Ef 50mm f/1.8 STM oder Ef 50mm f/1.4 USM?

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Ich habe beide Objektive und kann dir sagen: Den Sprung von 1.8 zu 1.4 wirst du nicht merken. Dazu kommt, dass das 1.4er schwerer und größer ist. Der Fokus des 1.8er ist etwas langsamer, aber nicht wirklich merklich. Von der Schärfe her sind beide sehr gut. Fazit: Spar dir das Geld und nimmt das günstigere Objektiv.

Viele Grüße aus Passau

Woher ich das weiß:Beruf – Fotografie im Nebengewerbe

Das ist immerhin eine ganze Blende...

mach doch mal den Test mit einem anderen Objektiv, indem du zweimal das gleiche aus gleicher Position fotografierst. Einmal mit der größtmöglichen Blendenöffnung und dann mit einer Blendenstufe kleiner. Ist der Unterschied für dich gravierend?

ich selbst habe das 50mm f1.8. Ich bin begeistert. Habe aber leider keinen Vergleich mit 1.4. Ich selbst würde, wenn ich dieses Objektiv ersetzen wollte, eines mit f1.2 kaufen... ich will es jedoch gar nicht ersetzen, bin super zufrieden.

evtl. Kannst du auch im Geschäft mal beide Linsen testen? (Kamera mitnehmen.)

Dankeschön!

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Das ist immerhin eine ganze Blende...

Eine 2/3-Blende.

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Hallo

das EF 50/1.4 ist in der Bildqualität nicht wesentlich besser und hat auch keinen schnellen (Ring) USM Antrieb und lässt sich schlecht manuel focusieren. Das 1.4er kauft man sich primär wegen dem besseren Bokeh wenn auch Canon das 1.4 so mässig baut das die Profis gleich zum 50er L Greifen (müssen) oder zur Konkurrenz abwandern. Bzw einige haben sich auch alte Canon FD Optiken auf EF Adaptiert bzw adaptieren Optiken von Zeiss, Pentax, Leica, Nikon.

Die 700D ist wegen dem Gucklochsucher mit lichtstarken Optiken eh nicht sinnvoll nutzbar zumindest nicht im Porträtbereich.

Ansonsten mal rechnerisch:

bei 2 Meter Objektentfernung hat man in etwa einen Frame von 60x90cm und folgende Freistellung/Schärfentiefe (bei Halbformat Unschärfekreis 0,025) ;

f1.0 > 6cm

f1.4 > 8cm

f1.7 > 10cm

f2.0 > 12cm

f2.8 > 16cm

f4.0 > 24cm

f5.6 > 32cm

bei 1 Meter hat man einen Frame von 30x45cm und folgende Freistellung/Schärfentiefe (bei Halbformat Unschärfekreis 0,025) ;

f1.0 > 1,5cm

f1.4 > 2cm

f1.7 > 2,5cm

f2.0 > 3cm

f2.8 > 4cm

f4.0 > 6cm

f5.6 > 8cm

Punkt ist nah ans Motiv rangehen bringt "mehr" Freistellung als mehr Lichtstärke. Das ist der Punkt wo Messsucherkameras oder Systemkameras die DSLR deswegen im Look "überholen" weil man damit "näher" fotografieren kann.

Bei Beauty Portraits will man scharfe Augen und die Nasenspitze, Stirn und Wangen sollten schon im unscharfen Bereich sein um die Hautstruktur zu "entschärfen" (glätten). Daraus ergibt sich je lichtstärker die Optik um so unschärfer werden die Ohren und der Hintergrund. Nun kann man aber per Bildbearbeitung bei Bedarf Bildinhalte partiell entschärfen/soften also kann man einfach die Schärfenzone soweit in den Nahbereich vor dem Gesicht ziehen das Augen und Haaransatz optimal scharf sind und dahinter die Ohren schon so unscharf werden wie bei einer grossen Offenblende. Der "Witz" ist diese Arbeitstechnik kann man auch mit einer 18-55 Kit Optik anwenden und denn Offenblendlook eines 50/1.8 erzeugen. Aber dazu muss man eine Mattscheibe in der Kamera haben und manuel auf denn Punkt (de)focusieren. Sobald man denn Autofocus einsetzt wird die Schärfe auf denn Mittelpunkt der Schärfentiefe verlegt und man hat die Freistellung "verschenkt".

Wo ich beim funktionalen Humbug der AF Technik bin der doofe Autofocus zwingt zum Einsatz lichtstarker Optiken zur maximalen Freistellung um dann Bilder zu erzeugen die auch mit lichtschwachen Optiken und etwas Handarbeit und Kow How erzeugbar sind.

Was die Optiken wesentlicher unterscheidet ist deren Bouquet/Bokeh bzw "Look" und denn muss man sich selber ansehen/erarbeiten weil das Bokeh hängt von der Entfernung/Tiefenstaffelung und der Blende ab.

Das Bokeh einer Optik "beschreiben" ist so komplex das es keiner mit Worten kann und dass ist dann auch noch eine "Geschmacksfrage" .

Aber im Netz findet man ja 1000e Bilder der Optiken und Bokehvergleiche.

Generel kostet gutes Bokeh Auflösung und Geld/Materiealaufwand. Aus dem Grund haben Profis unterschiedliche Optiken mit Unterschiedlichen Bokehs für unterschIedliche Einsätze. Es gibt durchaus Profis die alles mit einer 50mm Optik machen (wollen) und andere die ein halbes Dutzend 50er in der Schublade oder Kameratasche haben. Typische "eine für fast alles" Optiken sind das 50/1.4 Zeiss Planar, das 50er Leica R Summilux, das Topcor 58/1.4 oder das Pentax KA 50/1.4

Canon EOS hat bei 50mm im Prinzip eine Unterklasseoptik (50/1.8), eine Mittelklasseoptik (50/1.4) und obendrauf die "Profioptiken" (50/1.2 und 50/2.5 Macro). Alle Optiken haben unterschiedliche Einsatzfelder wer maximales Bokeh braucht greift zum 50/1.2 und wer maximale Auflösung braucht zum 50/2.5. Beides zusammen mit "Abstrichen" gibt es mit dem 50/1.4. Aber alle 4 Optiken haben eigenständige Bokehs und alle 4 sind analoge Rechnungen für 3 Schicht Farbfilm mit leichter "Durchwölbung" und deutlichen Farblängsfehler bei Digitalsensoren.

Aus dem Grund sollte man sich das EF50/2.5 und das EFS 60/2.8 USM für Portraitshoots austesten oder das Tamron LD 60/2. Diese Optiken haben kaum Farblängsfehler im Bokeh und keine Plastiklinsen welche "Zwiebelringe" erzeugen.

Und Freistellung bei 60mm in 2 Meter (ca 50x75cm) sind in etwa (rechnerisch);

f2.0 > 8cm

f2.8 > 10cm

f4.0 > 15cm

f5.6 > 20cm

Aber beide 60mm Optiken haben Innenfocusierung bzw Hinterlinsenfocusierung, verkürzen also die Brennweite zum Nahbereich wodurch die Schärfentiefe ansteigt (Bei Makrooptiken von Vorteil)

Kommt es Dir mit der Eventfotografie auf ds letzte Quentchen Lichtstärke an, führt am 1,4er nur das neue Nikon f0,95 für die Z-Serie vorbei (das ist nochmal 4/3 Blenden mehr als 1,4)! Ansonsten ist der Vorteil der 2/3 Blende von 1,8 zu 1,4 gar nicht so groß, hat aber im Gegenzug auch den Nachteil einer noch geringeren Schärfentiefe - manchmal zu wenig!

Deswegen finde ich: solche Optiken sind etwas für den, der das unbedingt braucht, und der stellt diese Frage nicht! Solange Du diesse Fragen stellst, reicht Dir das 1,8er dicke! Zusätzlich sparst Du viel Geld und Schlepperei, und kannst mit dem Geld vielleicht mal ein Model buchen oder einen Kurztrip zu einer interessanten Location machen, bzw. in Deiner Situation den DJ bestechen damit Du näher ran kannst? - das gibt schöne Bilder!

An dieser Stelle meine Grundregel: solange Du nicht genau weißt wo und wie weit Du Deine Kamera für Deinen Anspruch aufrüsten musst, solange besteht auch kein Bedarf! Lerne lieber das einzusetzen was Du hast, mach' damit schöne Bilder, und nutze das gesparte Geld um diese Bilder machen zu können!

p.s.: kauf' Dir das 1,8er gebraucht, und wenn Du in einem Jahr feststellst dass es doch das 1,4er sein muss oder die Nikon mit dem 0,95er, dann kannst Du es zum annähernd gleichen Preis wieder verkaufen!

Woher ich das weiß:Hobby – Amateurfotograf seit 85, noch alles ohne Automatik gelernt.

Das STM ist, abgesehen von der Lichtstärke, in allen Bereichen überlegen. Das USM ist immerhin 22 Jahre alt und wurde für Analogkameras entwickelt. Wenn du ein 1.4er willst, dann nimm ein aktuelles wie das Sigma Art.

Vielen Dank!

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