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1 Antwort

Das Bild ist ein 1701 von Hyacinthe Rigaud gemaltes Herrscherporträt des Königs Ludwig (Louis) XIV., das ihn als mächtigen Herrscher und mit prunkvollem Aussehen im Apollon-Saal („Salon d' Apollon) des Schlosses Versailles bei einer Säule mit großem, aufwendig gestaltetem Sockel (Postament) zeigt.

Ludwig (Louis) XIV. ist in Krönungsornat und mit Herrschaftsinsignien (Insignien: Zeichen, die seine Stellung sichtbar machen) abgebildet:

  • Krönungsmantel (goldene Lilien – „Fleur-de-Lys“ ist die französische Bezeichnung für die „Lilienblume“ und war heraldisches Zeichen des Königshauses Bourbon – auf blauem Grund und weiße Innenseite – Weiß und Blau waren mit der Königsdynastie der Bourbonen eng verbundene Farben), ein prachtvoller Mantel (hermelingefütterte Robe mit Lilien)

  • Kreuz des Ordens vom Heiligen Geist (Ordre du Saint-Esprit), an einer Kette vor der Brust getragen, als Großmeister eines Ritterordens

  • Thron mit Baldachin (prunkvolle Überdachung)

  • angebliches Schwert Kaiser Karls des Großen mit dem Namen „Joyeuse“ („Freudvoll“), golden und mit Juwelen besetzt, mit Symbol der Ausübung der Herrschergewalt und der Legitimation des französischen Königtums

  • Krone als Zeichen der königlichen Autorität Richterstab (ein kurzes Zepter, das in eine Hand übergeht) „main de justice“ (Hand der Gerechtigkeit“) als Symbol der Gerechtigkeit

  • Lilienzepter (ein Kriegszepter) als Zeichen für militärische Macht

Schuhe mit hohen roten Absätzen und eine große Perücke mit langen lockigen Haaren (Allongeperücke) lassen ihn größer erscheinen und ersetzen fehlendes Haupthaar.

Schlank aussehende Beine sind in weiße Strümpfe mit zierlichen Bändern gehüllt.

Das gesamte Bild ist mit 2,77 m Höhe und 1,94 m Breite überlebensgroß. Im Bilderrahmen ist über dem Kopf des Königs eine große Sonne (in der Abbildung nicht gezeigt) geschnitzt (die Bezeichnung „Sonnenkönig“ [Roi-Soleil] drückt einen Bezug zur Sonne als gewähltes Symbol aus ; der Gott Phoibos Apollon aus der griechischen Mythologie [der Beiname bedeutet „der Leuchtende“; lateinisch Phoebus Apollo) wurde auch mit dem Sonnengott Helios gleichgesetzt).

Ludwig XIV. tritt imposant und stolz auf, zugleich nicht ohne Lässigkeit (Mantel zurückgeschlagen, auf ein umgedrehtes Zepter wie auf ein Stückchen gestützt) , steht dabei leichtfüßig wie in tänzerischer Pose da (Ballett-Stellung). Bei der prachtvollen Kleidung fallen einige Spuren des Alters im Gesicht auf. In der rechten Hand hält er ein Zepter, an der linken Seite befindet sich ein Schwert. Der Blick ist unbewegt und achtunggebietend, er steht im Mittelpunkt des Bildes.

Kostbare Stoffe wie Seide und Brokat schmücken die Umgebung, die Stufen, auf denen Ludwig XIV. steht, sind mit goldgewirktem Stoff bedeckt.

Starke Hell-Dunkel-Kontraste verstärken eine theatralische und erhabene Ausstrahlung.

Ein Betrachter soll mehr von unten herauf auf eine wundervolle Erscheinung sehen, die sich ihm ein wenig zuwendet (Haltung der Füße). Er wird sich eher klein vorkommen und eine pomphafte Inszenierung bestaunen. Tatsächlich war Ludwig XIV, zu dieser Zeit 63 Jahre.

http://www.bpb.de/themen/FQMIC1,3,0,Herrscherbilder.html: „Die Pracht- und Machtentfaltung Ludwigs XIV. thematisiert in beispielloser Opulenz Hyacinthe Rigaud in dem 1701/02 entstandenen Porträt. Kaum ein Bildnis eines Potentaten der Zeit hat die Typologie des Herrscherporträts des 18. Jahrhunderts so geprägt, wie dieses Gemälde. Der Sonnenkönig posiert im prachtvollen Krönungsornat; auf blauem, d.h. himmlischem Farbgrund des Mantels leuchten die stilisierten Lilien des Hauses Bourbon auf, die Innenseite erstrahlt im Weiß des Hermelins, eines Fells, das Reichtum und absolute Reinheit symbolisiert.

Unter dem Mantel leuchtet das mit Edelsteinen besetzte "Schwert Karls des Großen" hervor, das als Symbol der Legitimation des französischen Königtums gilt. Die Ordenskette des "Ordre du Saint-Esprit" ist Hinweis auf die geistige Integrität und den hohen Status des Trägers. Die Krone liegt auf einem Kissen auf einem Pult, daneben die "Main de Justice" als Symbol der höchsten richterlichen Gewalt des Königs. Auf das Kissen, das wie das Pult mit dem liliengemusterten Stoff des Mantels überzogen ist, stützt Ludwig XIV auch das Kriegsszepter mit der "fleur de lys" zum Zeichen militärische Potenz. Dahinter erblickt der Betrachter eine Marmorsäule, ebenfalls ein Attribut der Herrschaft, deren Postament eine weibliche Gestalt mit Schwert und Waage ziert, die Allegorie der Gerechtigkeit. Der Säulenschaft wird größtenteils durch eine aufwendige purpurne Draperie verdeckt, die den hinter dem König stehenden Thron in Form eines Baldachins bekrönt. Der elegante, bewusst gewählte Ausfallschritt, unterstreicht ebenso die Herrscherpose wie das Stemmen der linken Hand in die Hüfte. Zur Inszenierung königlicher Macht und höfischer Repräsentation gehört selbstverständlich auch die erhöhte Position, da der König auf einem Podest stehend alles überragt und niemandem ebenbürtig scheint.“

Bluefire2002 16.05.2015, 19:40

Coole Antwort hat mir geholfen

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CrazyDiva25 12.09.2015, 09:39
@Bluefire2002

ja ich musste dieses Bild auch beschreiben und die Antwort dafür war perfekt!  

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Butzibu 29.10.2016, 11:02

ich auch und sehr gut😊 bloß was bedeutet die lilie

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