Azubi den Urlaub streichen?

10 Antworten

Jetzt meine Frage ,darf der das?

Nein, das darf er nicht.

Ist der Urlaub einmal genehmigt, ist das für beide Seiten verbindlich, egal ob das ein "alter" Chef war oder nicht.

So wie der AN an diesen Urlaub gebunden ist, ist es auch der Arbeitgeber. Zurückziehen geht also überhaupt nur in absoluten Notsituationen. Da muss der AG nachweisen können, dass dem Betrieb großer Schaden entsteht, wenn der AN nicht anwesend ist und das ist bei einem Azubi sowieso unmöglich.

Davon mal abgesehen müsste der AG, sollte der AN/Azubi zustimmen, die bisher entstandenen und noch entstehenden Kosten wie z.B. für gebuchten Urlaub übernehmen.

Mit welcher Begründung hat der Chef Deinen Sohn in Urlaub "geschickt"? Das ist auch nicht so einfach.

Urlaub darf zwar bis zu einem Teil vom AG angeordnet werden, das geht aber nur im Voraus (und zwar Monate und nicht Tage oder zwei, drei Wochen vorher) z.B. für Betriebsferien, Brückentage.

Wenn es jetzt etwa weniger Arbeit gibt kann der AG keinen Urlaub anordnen. Da würde er ja nur versuchen den Annahmeverzug nach § 615 BGB auf den AN abzuwälzen. Das geht aber nicht, weil der AG das Betriebsrisiko trägt und nicht der AN.

Wenn Dein Sohn seine Arbeitskraft angeboten hat, der AG sie aber nicht annimmt, muss der AG Deinen Sohn bezahlen als hätte er gearbeitet. Es können keine "Minusstunden" entstehen (geht i.d.R. beim Azubi sowieso nicht) und mit Urlaub verrechnen geht schon gar nicht. Das Bundesurlaubsgesetz hat mit § 615 BGB überhaupt nichts zu tun

Er meinte ,er müsste nun den Urlaub nehmen,weil es im November nicht gehen würde, da sie ihn für die Kassen eingeplant haben ...

Obwohl er eigentlich in die Warenannahme sollte

0
@besorgte33

In der Warenannahme wäre es wohl auch gegangen aber an der Kasse nicht

0
@besorgte33

Das geht nicht. Für den nächsten Tag Urlaub anordnen ist schlichtweg nicht erlaubt. Betriebsferien, die lange geplant sind, gingen, aber das nicht.

Und zugesagter Urlaub ist verbindlich, für beide Seiten.

0
@besorgte33

Das ist doch nicht das Problem Deines Sohnes. Da soll sich der Chef drum kümmern, dass genug Personal da ist.

Ein Azubi ist nicht im Betrieb um Arbeitskräfte zu ersetzen sondern um seine Ausbildung zu machen und zu lernen.

Wie schon gesagt, die Genehmigung des Urlaubs ist da und das gilt.

https://www.arbeitsrechte.de/urlaub-streichen/

Der AG Deines Sohnes soll mal die gesetzliche Grundlage für sein Ansinnen vorlegen.

4

Wenn der Urlaub von jemanden mit entsprechender Befugnis zugesagt wurde, dann ist er verbindlich.

Für einen Azubi dürfte es auch keine dringenden betrieblichen Gründe geben können, die daran etwas ändern, denn Azubis sollten für den Betriebsablauf nicht sonderlich wichtig sein. Das müsste der Arbeitgeber dann nachweisen und natürlich alle Kosten ersetzen.

So kurzfristig Urlaub anordnen geht auch nicht. Das ist in einem gewissen Umfang (Brückentage, Betriebsferien) zwar möglich, aber nicht so kurzfristig, der Arbeitnehmer muss schon die Chance haben sich darauf einzustellen.

Der Betroffene sollte morgen also wieder erscheinen und seine Arbeitskraft anbieten, dann muss der Arbeitgeber ihn auch bezahlen (selbst wenn er ihn zu unrecht wegschickt).

Hallo,

ob Tickets gebucht und gezahlt sind, ist für die eigentliche Beantwortung der Frage erstmal gar nicht relevant. Der AG darf keinen bereits genehmigten Urlaub einfach zurücknehmen und nach eigenem Gutdünken neu anordnen, unabhängig davon, ob der AN irgendwas gebucht hat oder einfach nur zuhause Playstation zocken wollte. Er darf es nicht. Punkt.

Fehlerhafte Absprache der Führungskräfte und Fehlplanung des Personaleinsatzes sind nicht das Problem des Arbeitnehmers. Die wichtigste Frage ist... ist der Urlaub auch tatsächlich genehmigt worden - gibt es einen Nachweis darüber. Wenn der vorhanden ist, kann man hier mal freundlich mit dem Bundesurlaubsgesetz winken.

Bevor ich zu viel schreibe, ohne inhaltlich mehr beitragen zu können als Hexle2... in der Antwort von Hexle2 ist eigentlich alles gut erklärt.

LG, Chris

Woher ich das weiß:Beruf – seit 2006 in verschiedenen touristischen Bereichen tätig

Ohne Begründung darf der schriftlich genehmigte Urlaub nicht verändert noch gestrichen werden. Dein Sohn sollte sich bei der Gewerkschaft des Betriebes beschweren und den vorgegebenen Urlaub ab heute nicht antreten.

Der darf das (aus betrieblichen Gründen).
Sollte der Urlaub allerdings verbindlich genehmigt worden sein (vom anderen Chef), so hat das Unternehmen die dem Mitarbeiter durch die Urlaubsbuchung entstandenen Kosten zu ersetzen.

habe gerade die Antwort von noerm gelesen. Meine Antwort gilt für regulär Beschäftigte; kann evtl. sein, dass Azubis andere Regeln haben (Welpenschutz :-))

Das müssen dringende betriebliche Gründe sein, das heißt dem Betrieb muss ein erheblicher Schaden entstehen wenn genau dieser Arbeitnehmer in den Urlaub fährt. Wenn ein Betrieb so von einem Azubi abhängig ist, dann läuft definitiv etwas falsch.

3

Was möchtest Du wissen?