augenschädlichkeit led bei nicht direktem reingucken

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Die Gefahrenklasse bezieht sich auf den direkten Blick in die Lampe. Bei indirekter Benutzung ist sie für die Netzhaut ungefährlich. Sonnenschein ist da viel belastender, selbst wenn man den direkten Blick in die Sonne vermeidet. Denn Sonnenlicht hat einen ähnlich hohen Blauanteil wie eine "kaltweiße" LED, ist aber viel stärker (bis zu 100.000 Lux im Sommer; dagegen haben Schreibtischleuchten nur bis ca. 1000 Lux und Therapielampen bis zu 10.000 Lux). Ich habe mir das Paper zur Gefahrenklassifizierung angeschaut und nachgerechnet: Gefahr von Netzhautschäden besteht im wesentlichen dann, wenn das Licht blendet, etwa wie eine nasse Straße, in der sich das Sonnenlicht spiegelt. Oder eben eine unverkleidete LED-Lampe. Selbst klare Glühlampen können Leuchtdichten erreichen, die für die Netzhaut schädlich sind, wenn man längere Zeit in den Glühfaden starrt.

Bei indirekter Beleuchtung kann das Licht zwar immer noch unangenehm hell sein, was dann aber eher zu Schlafstörungen als zu Augenschäden führt. Wenn es beim Arbeiten nicht unangenehm hell ist, besteht für die Augen keine Gefahr, aber wenn Du bis in die Nacht darunter arbeitest, schläfst Du möglicherweise schlechter.

LED Leuchten müssen ein CE Zeichen haben, d.h der Blaulichtanteil und der als schädlich für die Augen bekannte UV Anteil werden gemessen. Das CE Zeichen wird nur vergeben, wenn die Leuchten die zulässigen Grenzwerte einhalten. Hier ein Auszug aus der entsprechenden Norm: IEC 62471 – Photobiologische Augensicherheit Die Norm stellt eine Anleitung für die Untersuchung der photobiologischen Sicherheit von Lampen und Lampensystemen, einschließlich Leuchten, zur Verfügung. Im Speziellen werden Grenzwerte für die Bestrahlung, Referenzmessverfahren und ein Klassifizierungsschema für die Untersuchung und den Schutz bezüglich photobiologischer Gefahren von allen elektrisch betriebenen inkohärenten optischen Breitbandstrahlungsquellen, LEDs eingeschlossen, aber nicht für Laser, im Wellenlängenbereich von 200 nm bis 3 000 nm spezifiziert.

Es kommt darauf an! Wenn du dort nur 1 Stunde jeden Tag sitzt ist es kein Problem. Ich würde dir auf jeden Fall für den Arbeitsplatz keine LED empfehlen. Eine Glühbirne eignet sich fürs Arbeiten besser. Die ist nicht nur besser für die Augen sondern auch für die Konzentration.

jo wir ham hier nur das problem der spannungsspitzen, unsere glühbirnen gehen ständig kaputt xD

so im schnitt alle 3 wochen können wir neu kaufen, mit leds hatten wir noch keine probleme, deshalb sind wir umgestiegen :D

gruß

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Stimmt nicht. Für die Konzentration ist gerade helles Licht mit hohem Blauanteil ideal, am besten Tageslicht. Glühlampen haben einen extrem niedrigen Blauanteil, was nicht nur die Farben stark verfälscht (da der "Weißabgleich" des Sehzentrums im Gehirn total überfordert wird) sondern auch fast genauso ermüdet wie absolute Dunkelheit, da das Gehirn in den "Nachtmodus" schaltet. Gut fürs abendliche Lesen, aber für die Schreibtischbeleuchtung oder gar am Büroarbeitsplatz ein absolutes No-go. Es gibt sogar Menschen, die bekommen von Glühlampenlicht Kopfschmerzen, weil ihr Gehirn andauernd versucht, den Gelbbraunton wegzubekommen, was aber nicht gelingt. Das kann zu Ermüdungserscheinungen führen wie eine schlechte Brille.

Die Belastung für die Augen ist im wesentlichen von der Helligkeit (Leuchtdichte oder Flächenhelligkeit) und dem netzhautwirksamen Blauanteil abhängig. Letzterer wird durch die Blau sehenden Zäpchenzellen bestimmt und geht daher direkt in den sichtbaren Farbton ein. Es gibt somit keinen "versteckten" Blauanteil (auch wenn die Glühbirnen-Retter-Fraktion oft etwas anderes behauptet), und eine "kaltweiße" LED-Beleuchtung belastet die Augen auch nicht mehr als Tageslicht. Ich habe im Büro eine Schreibtischlampe mit LED in 6000 Kelvin (entspricht etwa Tageslicht und harmoniert auch mit demselben), und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Allerdings kann zu helles und blauhaltiges Licht in den Abendstunden zu Schlafstörungen führen, weil der Körper daran gehindert wird, in den "Nachtmodus" umzuschalten. Das geht aber auch mit Halogenlampen (die sind etwas "weißer" als klassische Glühlampen, aber haben ebenso ein kontinuierliches Spektrum), wenn sie nur hell genug sind. Oder mit zu hell eingestellten Computerdisplays.

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