Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki- unvermeidlich für die Beendung des 2. Weltkriegs?

...komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Es ist immer einfach, aus der geschichtlichen Distanz von 70 Jahren heraus zu Argumentieren, weil man Wissen und Kenntnisse heranziehen kann, die den Entscheidern zum Zeitpunkt einer Entscheidung

  • nicht
  • nicht vollständig
  • nicht in dieser Form
  • nicht in voller Kenntniss der Wirkung

vorgelegen haben. Natürlich kommt man mit dem heutigem Wissen und nach heutiger Sicht der Dinge oft zu einer anderen Erkenntniss als zum Zeitpunkt des Ereignisses.

Aus heutiger Sicht stellen sich Dinge oft anders dar, als wenn man selbst unmittelbar betroffen ist und Entscheidungen trifft.

Urteilen darf man aber nur nach der Faktenlage, wie sie sich dem Entscheider zum Zeitpunkt der Entscheidung dargestellt hat. Nachher ist man immer schlauer.

Vielleicht solltest Du anstatt einer Pro/Contra Darstellung eher eine

Kenntniss- / Absichts -/Wirkunsanalyse vornehmen und Dich dabei in die Situation der Entscheider hineinversetzen.

Die Abwürfe waren nicht unvermeidlich - der auf Nagasaki sowieso nicht.

Schon vorher sind diverse japanische Städte konventionell bombardiert worden und hatten zum großen Teil deutlich größere Schäden und Opfer zu verzeichen als Hiroshima und Nagasaki (z.B. Tokyo März '45) - ohne daß das für die japanische Führung ein Grund zur Kapitulation gewesen wäre.

Den Ausschlag gab vielmehr der Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Japan.

In den USA wußte man auch sehr genau, daß die Japaner kurz vor der Kapitulation standen:

"Die Japaner waren zur Kapitulation bereit, und es war unnötig, sie noch mit diesen furchtbaren [Waffen] anzugreifen." (Dwight D. Eisenhower) Diverse andere führende Militärs wie MacArthur und Nimitz äußerten sich ebenso.

Nein, es ging lediglich darum, die neue Waffe am lebenden Objekt zu testen, und gleichzeitig mit ihr die Sowjets einzuschüchtern.

Den Japanern ging es eigentlich nur darum, mit möglichst geringem Gesichtsverlust zu kapitulieren. Interessanterweise hatten die Alliierten vorher eine bedingungslose Kapitulation gefordert.Tätsächlich jedoch blieben Kaisertum und Staatsapparat unangetastet.

Ich haette noch geschrieben, das stehende Heer der Japaner stand ja in China Kwantungarmee mit knapp 1 Million Soldaten und voll unter Waffen. In Korea waren sie und eine Besatzungsmacht in Singapur. 

Diese Truppen wurden ja,vertragsgemaess von der Sowjetunion, geschlagen AUGUSTSTURM. Erst dann kapitulierten die Truppen  in Singapur. In Korea fanden entsprechende Kaempfe statt.

Diese Vorgaenge passierten ja 1 Monat nach der Kapitulation des Tenno in der Tokioer Bucht, somit duerfen sie nicht unter den Tisch fallen. 

0
@zetra

Ja, richtig. Daß die Kwangtungarmee erst nach dem Auguststurm kapituliert hat, ist ein weiterer Beleg dafür, daß die Atombomben nicht für die Kapitulation erforderlich waren. :-)

Die Wehrmacht hat auch weder nach Dresden noch nach Hamburg kapituliert.

2
@Hegemon

Wir verstehen uns immer besser, Informationsaustausch loest Probleme. Heute sitzt ja Trump am Schreibtisch im weissen Haus, es koennte spannend werden?

1
@Hegemon

Ein sehr guter Artikel: Allerdings sind diese Tatsachen schon laenger bekannt. Der US-Mainstream, vorneweg Truman, sagten ja aus, eine Invasion haette bis zu einer Million Soldaten das Leben gekostet. Diese Maer, in die Welt gesetzt, fuer die Aufbesserung der eigenen Moral, ist ja Heute noch all gegenwaertig, somit muss ab und zu immer wieder einmal die Wahrheit auf die Fuesse gestellt werden.

Laermende Falken, die hier wieder bolchewistische Propaganda vermuten, denen muss man mutig entgegentreten, keinen Spalt frei lassen fuer ihre Hetze. PS. Schon damals, den Russen beeindrucken, noch Fragen?

2

Nein, sie waren nicht unvermeidlich. Die USA hätten Japan auch mittels einer Invasion Japans besiegt. Nur hätte ein solches Vorgehen das Leben abertausender GIs gefordert. Das hat man vermieden und stattdessen abertausende Japaner getötet.

Ich will die Entscheidung moralisch nicht bewerten. Es gibt gute Argumente für und gegen den Abwurf der Bombe. Auf jeden Fall haben die Amerikaner damit ihr angestrebtes Ziel erreicht.

Sollte hier nicht zwischen Hiroshima und Nagasaki unterschieden werden?

0

Welche Argumente dafür und welche dagegen?

0
@teppichlileln

Oben siehst du schon ein Pro-Argument.

Contra wäre, dass ca. 70.000 Zivilisten getötet wurden, um das Leben von Soldaten zu schonen.

Allerdings wurden bei den Bombardierungen von Hamburg und Dresden mit konventionellen Bomben noch mehr Zivilisten getötet. Es ist also nicht so, dass durch die Abwürfe neue Maßstäbe des Bombenkrieges gesetzt wurden.

0
@archibaldesel

Aber sicher waren das neue Maßstäbe, völlig neue Maßstäbe.

"Nur" ZWEI Bomben...

Du kennst die ungefähren Opferzahlen von Dresden und Hiroshima?

0
@earnest

Ja, in Hiroshima und Nagasaki starben sofort ca. 70.000 - 80.000. Dazu kommen noch einmal ca. 130.000 Strahlenopfer.

In Hamburg ca. 35.000, in Dresden liegen Spannbreite der Opferzahlen sehr weit auseinander, weil niemand genau sagen kann, wie viel Flüchtlinge sich zum Zeitpunkt der Bombardierung in der Stadt befanden. Die Schätzungen liegen 25.000 und 250.000 je nachdem, welcher Quelle man glauben schenken möchte. Ich will und kann mich da nicht festlegen

Ich zweifle auch nicht die Effektivität der Bomben an. Das war sicher ein neuer Maßstab. Ich wollte damit sagen, dass man auch vorher wenig Hemmungen hatte, eine derart große Menge an zivilen Opfern nicht nur in Kauf zu nehmen, sondern als Ziel auszuwählen.

Es geht mir dabei nicht um einen Wettbewerb der Opfer, sondern darum, dass die moralischen Maßstäbe in der Zeit durchaus andere waren, als es heute der Fall ist. Arthur Harris war derjenige, der die Meinung vertreten hat, dass es sinnvoller sei, deutsche Arbeitersiedlungen zu bombardieren, weil Fabriken wieder aufgebaut würden. Fachkräfte aber nicht einfach ersetz werden können. Das opfern von Zivilisten zur Erreichung von Kriegszielen war im 2. Weltkrieg eine akzeptierte Strategie. Insofern waren Hiroshima und Nagasaki kein neuer Sündenfall.

0
@archibaldesel

Über Hiroshima könnte man vielleicht noch streiten - über Nagasaki meines Erachtens aber nicht.

Ein Sündenfall par excellence.



0
@earnest

Das ist eine völlig neue Dimension, ein Quantensprung.

0

Klingt zwar dämlich, aber "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende".

Unvermeidlich war das Ganze bestimmt nicht, aber Japan einnehmen heisst Insel für Insel zurückerobern.

Bei jeder Insel muss eine Offensive gestartet werden, und wie so etwas aussehen kann hat man ja in Iwo Jima gesehen.

Also kommt es bei den Allierten zu einer ganz kühlen Rechnung: entweder jetzt ein für allemal zuschlagen mit der Atombombe - oder aber nochmals hunderte oder tausende Marines opfern, um jede Insel einzeln ein zu nehmen.

Dazu kommt, was martinzuhause richtig gesagt hat: es war eine neue Waffe - und Kriege sind immer dazu bestimmt, um neue Waffen zu testen.

Schlussendlich war da noch der Rivale Russland - wenn die USA die Atombombe "testet" und damit Russland abschreckt und den Krieg damit zu Ende bringt und dann auch noch das Leben vom amerikanischen Soldaten rettet, dann haben die USA vier oder fünf mal gewonnen ... also lass die Enola Gay fliegen!

Die Sowjetunion war kein Rivale, sondern Teil der Alliierten, also Verbuendeter. Sie hielten ihre Vertraege ein, die Japaner in China zu besiegen.

Die Inseln waren alle schon erobert, die Hauptinsel war das letzte Ziel.

0
@zetra

Die Sowjetunion war offiziell Verbündeter - es war aber bloss eine Zweckehe - und der kalte Krieg war schon ganz deutlich am Horizon zu sehen.

Dass alle Inseln schon erobert waren ist falsch - siehe z.B. Hakkaido - oder Operation Auguststurm!

0
@Pasbal

Was ist daran falsch, alle Punkte sind genannt worden, der Zeitpunkt der A-Bombenabwuerfe steht hier zur Debatte, sowie der Restkampf in China und Korea.

0

Ich habe dir viele Beispiele als Untertitel geschrieben. Du wuerdest bei PeVau und auch bei mir detailierte Berichte ueber dieses Thema finden.

Alles kannst du glauben, nur nicht den Schmarren von den geretteten GL.

Die zweite war ein Test und hätten sie noch ne dritte andersartige gehabt, wäre die auch geflogen. Über die erste kann man sich streiten. Meiner Meinung nach kann es nicht sein, dass man eine ganze Stadt wegmacht.

Kuck dir ma das hier an:

Ich verstehe nicht ,warum uns die Japaner jetzt als Opfer der bösen ,blutrünstigen Amerikaner präsentiert werden. Die Japaner töteten mehr als 15 Millionen Unschuldiger und waren in ihrer Brutalität mit den Deutschen mindestens auf dem gleichen Level :).

Darum geht es hier nicht.

(Die Japaner haben allerdings nicht Millionen Menschen industriell vernichtet.)

0
@earnest

Um Munition zu sparen und als Wehrertuechtigung, wurden die meisten 20 Millionen Chinesen mit dem Bajonett erstochen. Handwerkliche Taetigkeit also.

1
@zetra

Dein Zynismus ist hier nicht hilfreich.

Ciao.

0
@earnest

earnest, das ist nicht zynisch, das war die Realitaet. 

1
@zetra

Wer die - ohne Zweifel schrecklichen - Kriegsverbrechen der Japaner (Nanking, etc.) gegen den industriellen, staatlich geplanten, ideologisch unterfütterten Holocaust "aufrechnet", ist als Holocaust-Verharmloser kein Gesprächspartner für mcih.

Danke und Tschüss.

0
@earnest

Niemand möchte die Taten der Deutschen gegenüber den Russen, Juden, Sinti und Roma, Polen,usw. relativieren .

1
@jackthegiant

earnest, bitte keinen Nebenkriegsschauplatz mit reininterpretieren, das ist deiner nicht wuerdig.

1

unvermeidlich sicher nicht.

aber die usa wollten ihre waffe testen und dem rest der welt zeigen was sie da haben

Die A-Waffen waren ausreichend in den USA getestet worden. Ohne zu Wissen, wie das Resultat denn nun ausgeht, waere die Schweinerei noch groesser gewesen.

0
@zetra

die waffen waren vorher nie real gestestet worden. die usa wollten schon wissen wie es aussieht wenn sie die über belebten städten abwerfen. und die welt sollte doch sehen was sie können

0
@martinzuhause

Sie haben es gesehen, ob sie daraus etwas gelernt haben, darueber habe ich meine Zweifel.

0

Amerika entschied sich nach langer Überlegung eine Atombombe statt Chuck Norris nach Hiroshima zu werfen. Warum?

Das ist Humaner.

Mich wundert, dass hier bisher nicht zwischen Hiroshima und Nagasaki unterschieden wurde.

Für die zweite Bombe gibt es aus meiner Sicht KEINERLEI Rechtfertigung.

Auch der erste Bombenabwurf war nicht "unvermeidlich". Japan war praktisch kapitulationsbereit.

Aber "man" hatte nun mal die Bomben - auch als Machtdemonstration gegenüber der Sowjetunion. Also wurden sie auch eingesetzt.

Das dabei benutzte Argument: Rettung von einigen Tausend GI-Leben.

Gruß, earnest

Um deine Antwort mit meiner zu verlinken:

Die zweite Bombe war eine Plutonium-bombe (Fat Man) - man hat also getestet, ob auch diese Bombe funktionniert.

Und wenn man einem knienden noch mit dem Fuss ins Gesicht treten kann, dann ist man auch sicher, dass er sich legen wird ... was soll ich sagen ...

2

1. Japan war überhaupt nicht kapitulationsbereit ,sonst hätte Japan die bedingungslose Kapitulation vor Hiroshima und Nagasaki schon unterschrieben.

2.Auch nach der ersten Bombe war Japan und der Tenno nicht bereit die Kapitulation anzunehmen. Erst nachdem dem Kaiserhaus das Fortbestehen nach der Kapitulation zugesichert wurde ,waren sie auch bereit aufzugeben. (Quelle: Wikipedia Kapitulation Japans)

1
@jackthegiant

Nicht kapitulationsbereit?

Seltsam, dass Eisenhower das völlig anders sah. Andere führende Militärs ebenso - siehe die Antwort von Hegemon.

0
@earnest

Seltsam auch, dass da in deinem Wiki-Artikel im zweiten Absatz etwas anderes steht: Da ist von Friedensfühlern die Rede, die vom japanischen Militär ausgestreckt wurden.

Der Tenno war eh mehr oder weniger außen vor.

0
@earnest

Wäre Japan gewillt gewesen zu kapitulieren ,hätten sie es vor den Bomben auch getan.

1
@earnest

Ja und zwar informell mit der Sowjetunion . Und zwar um einen besseren Frieden zu bekommen als den von den Amis.

1
@jackthegiant

Das stehende Heer in China musste erst geschlagen werden, danach kam erst die Einsicht, wie gesagt, einen Monat nach den Bomben.

0
@jackthegiant

Du hast den zweiten Absatz offenbar immer noch nicht verstanden.

Ich bin deshalb hier jetzt raus - es hat keinen Sinn...

0
@jackthegiant

Du hast offenbar nicht zur Kenntnis genommen, dass ich zwischen "Bombe 1" und "Bombe 2" unterschieden habe.

Aber, wie gesagt: Ich bin jetzt hier raus.

0

Was möchtest Du wissen?