Aquarium - Fische bewegen sich nicht

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2 Antworten

Hallo,

es ist eines der schwierigsten Dinge in der Aquaristik, ein laufendes Aquarium "umzuziehen". Das hat folgende Gründe:

In einem AQ existiert ein funktionierendes biologisches System (zumindest sollte es das), d.h.: in jedem AQ entstehen Schadstoffe, durch Futterreste und Fischausscheidungen. Diese Schadstoffe (Ammoniak/Nitrit) sind hochgiftig für die Fische. Nun gibt es die wichtigen nützlichen Bakterien (im Bodengrund und im Filtermaterial), die dafür sorgen, dass diese Schadstoffe in Nährstoff (Nitrat) für die Pflanzen umgebaut werden.

Diese Bakterien sind allerdings sehr sauerstoffabhängig, bedeutet: ist der Filter vom Strom getrennt, entsteht in ihm ein Sauerstoffmangel, die Bakterien sterben ab.

Bei einem Umzug, der ja mit dem kompletten Ausräumen des AQ verbunden ist, wird auch immer gleich "schön gründlich geputzt", der Bodengrund erneuert oder sehr gründlich, möglichst mit viel heißem Wasser, sauber gemacht. Damit sind die Bakterien dahin. Und auch der Filter wird meist gründlich geputzt und ist länger als eine halbe Stunde ohne Strom.

Dann wird das AQ eingerichtet, neu befüllt und die Fische (natürlich) direkt eingesetzt. Nun hast du auch noch viel zu warmes Wasser eingefüllt. Auch das ein fataler Fehler, denn erstens enthält wärmeres Wasser viel weniger Sauerstoff, zweitens darf der Temperaturunterschied beim Einsetzen der Fische niemals mehr als 2 Grad betragen (also der Unterschied vom Transportwasser zum AQ-Wasser oder später beim Teilwasserwechsel oder wann auch immer). So ein Fehler endet häufig tödlich für die Fische, denn es bereitet ihnen großen Stress (der Umzug ist ohnehin Stress ohne Ende für sie) - und Stress macht Fische krank oder tötet sie schnell.

Und selbst, wenn es die Fische jetzt überleben, werden sie in den nächsten Wochen noch schwer zu kämpfen haben, denn die Bakterien sind ja nun nicht mehr vorhanden. Die Schadstoffkonzentration im AQ wird in den nächsten 2 - 3 Wochen in die Höhe schießen und die Fische umbringen. Dem kannst du nur entgegenwirken, indem du entweder jeden Tag einen großen Teil des Wassers austauschst (mind. 50 - 70 % - viel Spaß bei der großen Menge!) oder dir von einem befreundeten Aquarianer schönes "schmutziges" Filtermaterial besorgst. Aber auch da darf der Transport nicht länger als ca. eine halbe Std. dauern, sonst nutzt es nichts.

Und wenn du den Filter nicht gründlich gesäubert hast, dann macht dies die Sache nicht besser. Denn - wie gesagt - ab einer halben Std. ohne Strom sterben die Bakterien ab und wenn man den Filter dann - ohne ihn gründlich gesäubert zu haben - ans Stromnetz anschließt, dann pumpt man eine hochgiftige Brühe ins Wasser - die Fische bekommen den nächsten Schlag.

Schade, dass du so ein Projekt scheinbar ohne das notwendige Grundwissen in Angriff genommen hast, denn ein AQ ist kein Vogelkäfig, bei dem es reicht: aufbauen, einrichten, Vogel rein - fertig.

Ein AQ ist ein höchst kompliziertes biologisches System, das nur funktionieren kann, wenn alle möglichen Faktoren miteinander im Einklang sind.

Ich drücke dir mal ganz feste die Daumen, dass es nicht die absolute Katastrophe wird.

Gutes Gelingen

Daniela

Hallo,

erstmal danke für die Antwort!!

Ich bin heut morgen schon mit schlechtem Gefühl aufgestanden und hatte leider recht. Es war wirklich das große Fischsterben :( nur die 4 Skalar schwimmen noch und ein paar kleinere (ich weiß nicht was das ist) Das Wasser hat jetzt die Temperatur von 26 Grad die die Vorbesitzerin immer hatte... ich muss auch sagen, der Geruch im ganzen Raum ist schrecklich, man riecht den Tod.

Daniela, wenn ich jetzt immer wieder einen Teil des Wasser austausche, soll ich die Fische drin lassen? Bringt es was, wenn ich irgendwie den Wert vom Wasser testen lasse?

Das Wasser ist auch extrem trüb, man sieht eigentlich gar nichts, ich habe jetzt Sand drin und nicht Steine wie die Vorbesitzerin. Ist es eigentlich sehr schlimm, wenn man die toten Fische nicht gleich entfernt? Ich habe es noch nicht übers Herz gebracht :(

Danke!!

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@StefanieAndrea7

Hallo,

JA, das WICHTIGSTE ist jetzt auf jeden Fall, SOFORT die toten Fische zu entfernen - das muss man immer machen, wenn man einen entdeckt. Durch die Zersetzung im Wasser gelangen noch mehr Giftstoffe hinein - die Wasserqualität wird immer schlechter und so weiter und so weiter.

Ja, du solltest dringend - auch wenn es extrem viel Arbeit ist, mind. die Hälfte des Wassers tauschen - aber bitte, bitte mit der richtigen Temperatur von 26 Grad.

Bevor du in einen Zooladen gehst und das Wasser testen lässt - nimm lieber ein paar Euro mehr in die Hand und kaufe dir vernünftige Tröpfchentests: du brauchst nicht alle, aber Ammoniak/Ammonium (NH/NH4) und Nitrit (NO2) solltest du dir schon kaufen. Du wirst diese Tests in den nächsten Wochen täglich brauchen, wenn dir das Wohl der verbliebenen Fische am Herzen liegt.

Mit diesen Tests kannst du sofort erkennen, ob die Schadstoffe in Bereichen liegen, wo es gefährlich für die Tiere wird - und dann kannst du mit Teilwasserwechseln gegensteuern. Bei kleineren AQ kann man natürlich auch per se jeden Tag die Hälfte oder mehr des Wassers wechseln - bei einem derart großen AQ ist das nicht unbedingt die tollste Aufgabe. Und ja, die Fische können im AQ bleiben - das ist der wenigste Stress und wenn du schön auf die Temperatur achtest, auch kein Problem.

Also einen großen neuen (!) Eimer oder ein Fass nehmen, Wasser hinein und heißes Wasser hinzu, bis du die 26 Grad erreicht hast. Dann erst langsam ins AQ füllen.

Du kannst im Zooladen auch nach LEBENDEN Starterbakterien fragen. Ich bin da kein Freund von und auch der Überzeugung, dass die nicht viel helfen, aber in so einem Katastrophenfall ist eine kleine Hilfe besser als keine.

Das trübe Wasser kommt wahrscheinlich vom Sand - das ist aber nicht weiter schlimm, das ist nur eine optische Sache, die sich von alleine gibt.

Wenn du einen Sauerstoffsprudler zur Hand hast, solltest du ihn auch anschließen (wenn man ihn auch im Normalfall nicht braucht - aber dies ist ja kein Normalfall). Wenn es jetzt nämlich auch noch zu einer sauerstoffzehrenden Bakterienvermehrung kommt - dann wird auch noch der Sauerstoff knapp. Leider sind es nämlich nicht die "Guten" (Bakterien), die sich jetzt explosionsartig vermehren könnten.

Und bitte: NICHT FÜTTERN! Die Fische verhungern nicht. Aber so kannst du die Wasserbelastung etwas geringer halten.

Wenn du noch Fragen hast, helfe ich dir gerne weiter.

Ich drücke weiterhin die Daumen

Daniela

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@dsupper

Hallo Daniela,

danke dir sehr für die Hilfe!!

Weil es den wenigen restlichen Fischen immer schlechter ging und gar nichts mehr auf die schnelle geholfen hätte, hab ich sie mit Bezahlung in ein Pflegeaquarium im Zoohandel gegeben, sie hier zu behalten wäre die schlechteste Idee gewesen, ich hätte ihnen nur beim sterben zusehen können. Ich bin gerade dabei, das Wasser eimerweise wieder abzuschöpfen bis es leer ist. Ich hab mir im Zoohandel 50 Aqua-test-Streifen gekauft, bei Nitrat ist der Wert 0, aber bei Nitrit auf >21° mg/L also hatten die im Zoohandel wohl recht, Nitritvergiftung. der Grad von der Wasserhärte ist bei 15° also wohl auch zu hart.

ich mach es jetzt komplett leer, schaue mal wie die Pumpe zu reinigen ist (hat die Vorbesitzerin wohl nicht gemacht) und gebe wieder neues, nicht so warmes Wasser und Wasseraufbereiter und Bactozym rein. Haben sie mir im Zoohandel empfohlen. Ist das so die richtige Vorgehensweise? Vielen Dank!!

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@StefanieAndrea7

Hallo,

ja, das hatte ich dir ja auch geschrieben, mit meiner Vermutung, dass es sich um eine Nitritvergiftung handelt, mangels nützlicher Bakterien

Und die Möglichkeit, sie im Zooladen in Pflege zu geben, ist auch ok.

Wasseraufbereiter kannst du dir übrigens in Zukunft sparen, das ist reine "Geldschneiderei", an der nur der Hersteller und der Verkäufer gut Geld verdienen. Chlor ist im Leitungswasser nicht vorhanden (nur im Katastrophenfall eines Hochwassers etc.) und zudem ist dieses Gas so flüchtig, dass es schon entschwindet, wenn du das Wasser in einen Eimer plätschern lässt. Und Schwermetalle darf unser überaus sauberes und geprüftes Trinkwasser nicht enthalten.

Bactozym - das sind diese lebenden Bakterien, von denen ich sprach - kann helfen, wichtiger ist jetzt aber, eine Einlaufzeit von ca 3 Wochen zu beachten. In dieser Zeit bilden sich die wichtigen nützlichen Bakterien auch von alleine. Wenn du jetzt keine Tiere mehr im Becken hast, würde ich es nicht total gründlich reinigen, denn damit kannst du die Einlaufzeit verkürzen. Jetzt ist ja schon Ammoniak und Nitrit vorhanden - da können sich jetzt schnell die Bakterien bilden. Machst du alles "klinisch rein", dann braucht es 1 - 2 Wochen, bevor sich überhaupt wieder (ohne Fische) Ammoniak und Nitrit bildet und erst dann können sich auch die entsprechenden Bakterien bilden.

Statt der Teststäbchen, die meist sehr ungenau sind, hättest du lieber die zwei von mir empfohlenen Tröpfchentests gekauft. Die hätten ausgereicht und aussagekräftigere Werte geliefert. Die Stäbchen heißen nicht umsonst in Aquarianerkreisen auch "Ratestäbchen".

Gutes Gelingen und bei weiteren Fragen und Problemen helfe ich dir gerne weiter.

Die Wasserhärte von 15 Grad dH ist nicht zu hoch für Skalare und Co - das ist kein eigentlich gar kein Problem. Daniela

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@dsupper

Hallo Daniela,

ich habe jetzt mit einer Nachbarin das Wasser abgeschöpft bis zur Sandschicht unten, da habe ich die oberste Schicht abgenommen, weil extrem viel Fischfutter von gestern drauf war. Der restliche Sand ist noch drin. Jetzt wollte ich den Filter reinigen aber es geht nur ein Teil von beiden auf. Weißt du zufällig wie das funktioniert? Es ist ein ab 200 Liter Filter von Eheim. Wie macht man dann die Schwämme sauber?

Ich würde dann morgen eine Schicht Kies kaufen auf den Sand drauf, ist das ok? Danach das Wasser eimerweise wieder einfüllen und sobald die 450 Liter drin sind, den Wasseraufbereiter und bactozym reingeben. Oder macht man das vorher schon?

Danke für die Hilfe, du solltest mir deine Adresse geben dass ich mich bedanken kann ;) du sagst mir die Dinge das eigentlich die Vorbesitzerin hätte machen sollen!

LG

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@StefanieAndrea7

Hallo,

du müsstest schon genau schreiben, welchen Filter du hast, denn leider stellt auch die Firma Eheim jede Menge verschiedener Filter her - jeder ist anders.

Die Schwämme kannst du im Moment - aber nur dieses eine einzige Mal - ganz ganz gründlich mit viel heißem Wasser auswaschen. In Zukunft darfst du das niemals mehr machen, sondern diese Schwämme nur in abgesaugtem AQ-Wasser kurz ausspülen, so dass der gröbste "Dreck" rausgespült wird. Mehr nicht.

Nein, kaufe bitte keinen Kies - denn beides zusammen funktioniert nicht. Sowohl Sand als auch Kies haben jeweils gute und schlechte Eigenschaften. Für welchen Bodengrund man sich letztendlich entscheidet, hängt von den gepflegten Fischen und auch von persönlichen Erfahrungen ab - ich persönlich ziehe immer einen Sandboden vor.

Aber wenn du beide Bodengrundarten mischst, dann bleiben von den Eigenschaften jeweils nur die schlechten übrig. Der Bodengrund wird weder - noch sein und nicht funktionieren.

Füll das AQ mit Wasser, nimm auch, wenn du es möchtest, den Wasseraufbereiter und die Starterbakterien (wie gesagt, jetzt, ohne Fische eigentlich gar nicht mehr nötig - Wasseraufbereiter ohnehin niemals nötig). Und dann lässt du das AQ in Ruhe 3 Wochen einlaufen - dann holst du die Fische zurück und du wirst sehen, alles wird gut.

Als Dankeschön reicht mir hier tatsächlich ein Danke. Es ist schon prima, wenn man auf viele Tipps wenigstens eine Reaktion erhält - oft hört man nämlich: gar nichts! Wohnst du vllt. in der Nähe von Duisburg - dann würde ich dir gerne meine persönliche Hilfestellung anbieten. Ansonsten kannst du mir gerne - wenn du magst - eine PN mit einer "Freundschaftsanfrage" schicken. Wenn du dann Fragen und Probleme hast, kann ich dir diese immer schnell beantworten und wir brauchen hier nicht so lange Threads zu schreiben.

Viele Grüße

Daniela

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@dsupper

Es ist ein ab 200 Liter Filter von Eheim.>

Hattest du nicht geschrieben, es wäre ein 450 l Aquarium? Warum ist dann nur so ein viel zu kleiner Filter dabei?

Mit diesem Filter - wenn es tatsächlich nur so ein kleines Teil ist - kann und wird das große AQ niemals wirklich funktionieren.

Schau bitte noch einmal genau nach, was auf dem Filter draufsteht, eine Nummer, eine Bezeichnung, damit genau geklärt werden kann, um was für einen Filter es sich handelt - sonst gibt es nachher noch mal eine Katastrophe.

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@dsupper

naja, bei meiner Vorbesitzerin hat es aber 3 Jahre einwandfrei funktioniert. es steht drauf Eheim Powerline, Innenfilter 2252, ab 200 Liter

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@dsupper

Kann ich morgen früh ganz neue Schwämme kaufen? Die sind nämlich wirklich sehr verdreckt. Da ging es wohl mit der Hygiene nicht so genau.

Leider macht mein Sand das Wasser so trüb, dass ich die Fische gar nicht mehr gesehen habe und hat sich auch nach einem Tag nicht gelegt. Ich habe sehr feinen Sand, kann ich dann grobkörnigeren drauftun?

Persönliche Hilfe wäre wirklich das gewesen was ich gebraucht hätte - leider bin ich aber aus Niederbayern :( hast du die Freundschaftsanfrage bekommen?

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Hey wie schon von dsupper erklärt ist ein Umzug mit eingefahrenem Aquarium sehr heikel. Du solltest immer zumindest einen Großteil des eingefahrenen Wassers mitnehmen damti die nötigen Bakterien vorhanden sind. Auch die Temperatur des Wasser wird garantiert etwas mit dem versterben der Fische zu tun haben. So ein Umzug ist für Fische schon Stress genug hinzu kommt dann noch der Temperaturwechsel von den Eimern in das Aquarium...

Im Normalfall lässt man ein Aquarium bei Neuansatz mindestens mal 2 Wochen einlaufen... Deine Fische wirst du wohl nicht mehr retten können vielleicht hast du Glück und die Skalare überleben es, ich habe die Erfahrung gemacht, dass das recht genügsame Fische sind, die auch mal einen Haltungsfehler verzeihen allerdings weiß ich nicht wie es bei so hohen Temperaturen ausschaut.

Beim nächsten Mal bist du hoffentlich schlauer und planst das ganze ein wenig im Voraus - du kannst es ja nur besser machen ;)

dein Ratschlag mit dem Wasser ist nicht so ganz richtig. Natürlich ist es immer gut, einen größeren Teil des Wassers bei einem Umzug "mitzunehmen", damit die Fische nicht auch noch (im schlimmsten Fall) mit völlig anderen Wasserwerten konfrontiert werden (was ihnen nicht besonders gut bekommt).

Mit den wichtigen nützlichen Bakterien hat das aber nichts zu tun, denn diese leben substratgebunden und schwimmen nicht so frei im Wasser herum.

Den Skalaren dürfen die recht hohen Temperaturen grundsätzlich nicht so viel ausmachen, da sie gerne höhere Temperaturen haben als viele andere Zierfische. Aber auch sie können Temperaturstürze und - erhöhungen in Bereichen von mehr oder weniger als 2 Grad nicht gut vertragen.

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@dsupper

Ok wieder was dazu gelernt danke :) Gut dass ich beim Umzug 60 % meines Wassers + den alten Kies (in Wasser) und den eingelaufenen Filter (in Wasser) mitgenommen habe ;) hat bei mir keinen einzigen Verlust gegeben :))

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@KipekeeTobi

ja, auch wenn es noch so "reizt", bei so einem Umzug die Chance zu nutzen, alles gründlich zu säubern (im Bodengrund sammelt sich ja immer eine ganze Menge "Dreck" an - stellt man dann erschrocken fest!), ist man immer gut beraten, dies nicht zu tun - die Fische danken es einem.

Oder eben hinterher das Wasser genauestens im Auge behalten und beim entsprechenden Anstieg der Schadstoffe richtig gegensteuern - aber dazu muss man sich natürlich mit der Theorie der Aquaristik auskennen und die Gefahr erkennen.

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@dsupper

ja aus dem Grund hab ich den Kies ja im Wasser transportiert und ohne Auswaschen wieder rein ;)

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