anime & manga in Japan

6 Antworten

Hmm... Ich denke Anime und Manga sind in Japan schon beliebt (gerade auch bei Kindern) und findet daher auch ihre Abnehmer. Allerdings habe ich mich mal mit der japanisch Tandempatnerin meines Freundes unterhalten. Sie ist 27 also noch recht jung, hat aber noch nie Manga gelesen. Das erste mal als sie einen Manga in der Hand hielt war vor ein paar Monaten (es war der von meinen Freund). Und sie hat uns erzählt das der Begriff Otaku in Japan immer noch negativ ist. Mit Otaku ist da derjenige gemeint der nur zu Hause ist fern der Realität lebt und nur seine Manga und Anime hat. Zudem meinte sie das Viele Japaner den Begriff Otaku oft mit dem Otaku-Killer assoziert wird.

ohje also mein freund doch recht. hab echt gedacht das anime & manga generell total beliebt wären. aber das das wort otaku doch noch etwas negativ in verbindung steht und nicht soooo gern gesehn wird, hätt ich etz echt nich gedacht ^^

0

Ich kann die bisher hier gemachten Angaben, zumindest von meinen Kontakten und Bekannten in Japan aus, praktisch bestätigen.

Otaku: Der Otaku ist eine Art "Extrem-Fan", der sich von der Realität abschottet und sich nur noch mit seinem Thema, wie etwa AV-Idols, Manga, Computerspiele, etc befasst.

Dieser Typus wird sehr skeptisch gesehen, gilt auch durchaus als "pervers" und die Geschichte des "Otaku-Killers" hier ja schon als Begründung genannt.

Im allgemeinen hat man sich mit diesen Fans aber "arrangiert"

Wie mirichuuei völlig richtig sagte, toleriert man in Japan zwar das "Fan-sein" gerade bei jungen Menschen, erwartet aber dann eine normale Sozialisierung von Ihnen.

Hikikomori: Extreme wie "hikikomori" - Personen die ihre Wohnung, oder sogar ihr Zimmer nicht mehr verlassen - verstoßen aufgrund der mangelnden Sozialisierung noch stärker gegen gesellschaftliche Normen, als irgendein verrückter Fan, der sich sonst zu benehmen weiß.

Manga-Popularität: Der Beliebtheit von Manga und Anime in der japanischen Gesellschaft tut dies natürlich keinen Abbruch. ;-)

Bedeutungsverschiebung: Man sollte aber auch nicht vergessen, dass gerade Japans Jugend auch ausländische "Lebensart" importiert, so dass es langsam zu einer positiven Bedeutungsverschiebung des Wortes Otaku kommen könnte.

Wenn viele westliche Fans diese Eigenbezeichnung mit Stolz tragen (was japanische Fans erst einmal irritieren mag), dann kann es durchaus sein, dass dies auf die japanische Gesellschaft abfärbt und die Eigenbezeichnung "otaku" gewohnter und weniger negativ besetzt wird.

So etwas geht aber nicht von heute auf morgen.

Im Zweifelsfall nennt man sich also lieber "Fan" statt "Otaku" ;-)

"Otaku" ist in Japan nicht unbedingt ein Kompliment, klingt halt wirklich eher nach jemandem der sich vollkommen seinem nerdigen Hobby verschrieben hat und sich damit in seinen eigenen vier Wänden verbarrikadiert. Otaku heißt aber nicht automatisch man steht auf Manga und Anime, man kann auch voll auf irgendwelche Bands oder Videospiele oder sonstwas abfahren, dann ist man auch ein Otaku. Das ist aber nicht das einzige Wort mit dem man ausdrücken kann, dass man Fan von irgendwas ist. Wenn man sagt "ich mag Manga" oder "ich schaue gern Anime" oder "ich bin Fan von..." klingt es nicht mehr abwertend. Manga und Anime finden in Japan eine viel größere Fangemeinde als hier, es gibt in allen möglichen Altersklassen Manga- oder Anime-Fans. Man erwartet aber schon, dass die "Otakus" ab einem gewissen Alter "vernünftig" werden. So lange sie wie normale Menschen am Gesellschaftsleben teilnehmen (arbeiten gehen, ein Familienleben pflegen und so weiter) hat man glaube ich keine großen Probleme zu erwarten. Es wird viel Wert darauf gelegt der Gesellschaft nicht zur Last zu fallen, wenn man das nicht tut, ist alles okay so weit

Was möchtest Du wissen?