Orte auf der Welt mit besonders langer Tageslichtdauer?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ein Blick auf den Globus offenbart, dass es zwar prinzipiell möglich ist, auf der Südhalbkugel lange Tage zu erleben, aber dass die möglichen Optionen nicht gerade besonders toll sind.

Damit ein Tag 24 Stunden dauert, die Sonne also niemals untergeht, musst du mindestens einen der Polarkreise überqueren. Dies ist auf der Nordhalbkugel möglich in:

Skandinavien und Finnland, Russland, insbesondere Sibirien, aber auch auf dem europäischen Teil, Alaska, Nordwestkanada und die kanadischen Polarinseln, sowie Grönland. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Polarinseln, wie Spitzbergen, Jan Mayen und die vielen russischen Inseln.

Auf der Südhalbkugel sind diesbezüglich die Optionen ziemlich mau: Du muss zwangsläufig den antarktischen Kontinent bzw. eine der antarktischen Inseln betreten, um südlich des südlichen Polarkreises zu sein.

Wenn du einfach nur lange Tage haben willst, bestehen natürlich viel mehr Optionen. Oslo, Stockholm, Helsinki und Sankt Petersburg liegen alle relativ dicht am sechzigsten nördlichen Breitengrad, was wiederum heißt, dass dieser als Referenz für lange Tage dienen kann.

Auf der Nordhalbkugel verbreitert sich damit der Streifen der möglichen Reiseziele und schließt nun diverse Inseln wie Island, die Faröer oder Shetland mit ein. In Russland, Alaska und Kanada bleibt es beim Wesentlichen, wenngleich in Alaska zumindest der Mount KcKinley und Anchorange ins Spektrum fallen.

Und auf der Südhalbkugel? Nun, hier kommt nichts hinzu, außer ein paar subantarktischen Felseninseln, denn der südliche sechzigste Breitengrad liegt mitten im Wasser.

Ginge man noch einen Schritt weiter, auf den fünfzigsten Breitengrad, hätte man auf der Nordhalbkugel zuviele Optionen, um sie hier noch sinnvoll aufzuzählen. Auf der Südhalbkugel hingegen wäre gerade einmal die Südspitze Südamerikas hinzugekommen. Als Referenz: Frankfurt am Main, Luxemburg oder Kiev liegen auf dem 50. Breitengrad.

Fazit: Wer lange Nächte will, bleibt auf der Nordhalbkugel oder unternimmt eine Reise auf den Südkontinent. Mit Ausnahme der Südspitze Südamerikas gibt es dort sonst nicht, was der Tageslänge in Mittel- oder Nordeuropa gleichkäme.

Als Referenz für Atlas und Globus:

50° Nord: Frankfurt am Main

55° Nord: Sylt

60° Nord: Oslo

35° Süd: Kapstadt

45° Süd: Dunedin (Neuseeland Südinsel)

55° Süd: Feuerland

65° Süd: Nordspitze von Antarktika

Dankeschön für den Stern!

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Das liegt einfach daran, dass es auf der Nordhalbkugel viel Landmasse gibt, die tatsächlich weit nördlich ist, auf der Südhalbkugel aber nicht viel Landmasse, die tatsächlich weit südlich ist.

Für die Länge des Tages ist quasi ausschließlich der Breitengrad ausschlaggebend. Je weiter Du vom Äquator (Breite Null) abweichst, desto länger werden die Tage im dortigen Sommer (und desto kürzer werden sie im dortigen Winter).

Bin vor 3 Wochen von einer Nordkapkreuzfahrt zurückgekommen und da oben stand die Sonne um Mitternacht noch gut eine handbreit über dem Horizont. Das ist die sogenannte Mitternachtssonne und die führt dazu, dass der Tag 24h lang hell ist.

Orte, die den Polarkreisen möglichst nahe sind, sind für ihre enorme Tageslichtdauer bekannt, vor allem dann, wenn an dem betreffenden Ort quasi die Rotationsachse mit der Erdoberfläche kreuzt.

Die Rotationsachse der Erde kreuzt die Erdoberfläche nur an den beiden Polen, also bei 90° nördlicher und 90° südlicher Breite. Die Polarkreise sind anders definiert (durch die Schiefe der Ekliptik).

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@mineralixx

Okay, Du hast recht, ich habe mich vertan. Sorry. Nahe den magnetischen Polen sollte die Tageslichtdauer am längsten sein. Ist es so besser?

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@NoHumanBeing

Die geographischen Pole sind die Punkte, an denen die Rotationsachse der Erde die Erdoberfläche kreuzt. Die Pole des Erdmagnetfeldes sind auf der Senkrechten zur Umlaufbahn der Erde um die Sonne in etwa ausgerichtet. Meinst Du echt, ich mache zweimal denselben Fehler? So blöd bin ich dann doch nicht.

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@JTKirk2000

Nein, das ist nicht korrekt. Nicht die magnet. Pole sind für die Tageslängen bestimmend, sondern die geographischen Pole.

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@mineralixx

Bei den geografischen Polen beträgt eine Tageslichtdauer in etwa ein halbes Jahr, das ist korrekt. Aber am Polarkreis, an der Position wo die Senkrechte zur Bahnebene der Umlaufbahn  der Erde um die Sonne die Erdoberfläche kreuzt, da ist es immer, also die gesamte Zeit über zumindest Dämmerung, um genau zu sein, ist dort die Sonne immer direkt am Horizont. Da die Präzession der Erde in etwa 25600 Jahre dauert, dürfte an einem Ort ein solcher Tag vermutlich mehrere Jahre andauern (zählt man die Dämmerung dazu, sogar Jahrzehnte oder Jahrhunderte) und eben nicht "nur" ein halbes Jahr.

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@JTKirk2000

Die magnetischen Pole haben nichts mit der Tageslänge zu tun. Auf geologischen Zeitskalen "wandern" die magnetischen Pole. Dabei können sie durchaus auch in der Nähe des Äquators liegen und es kann auch mehr, als zwei magnetische Pole geben.

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@NoHumanBeing

Wenn es sonst nichts weiter zu kritisieren gibt, wird so lange gesucht, bis man einen noch so kleinen Ansatzpunkt findet, oder?Genau diesen Eindruck habe ich hier gerade.

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