Als Industriemechaniker in die USA?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Als deutscher Handwerker oder Facharbeiter hat man in den USA gute Chancen, wenn man sich bei der Bewerbung gut "verkaufen" kann. Denn viele Firmenleiter haben keine große Ahnung, was das deutsche duale Ausbildungssystem beinhaltet. Also muss man am besten Arbeitsproben, Gesellen- oder Meisterstücke vorlegen oder eine Probearbeitszeit vereinbaren. Um den Job zu erhalten, wird man auch erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssen: Spitzengehalt wird es nicht geben und 1 Woche Urlaub nach 1 Jahr Arbeit ist ganz normal.

Man sollte auf jeden Fall die nötigen Englischkenntnisse einschließlich Fachbegriffe kennen und dazu noch mit dem Standard System (Inch, Feet) vertraut sein. In den meisten Toolrooms haben sämtliche Arbeiter ihr komplettes eigenes Werkzeug, vom Schraubendreher über Bohrersatz bis hin zum Messwerkzeug. Die gesamte Ausrüstung kostet locker mehrere Tausend Dollars und vieles ist dazu noch selbstgemacht (z.B. Spannwinkel mit Zollgewinde). Diese Ausgaben sind zwingend vor dem ersten Arbeitstag auszulegen.

So, nachdem ich all das geschrieben habe, kommt die große Fußnote: Ich setze voraus, dass man eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis im Land hat. Außerdem ist der US Arbeitsmarkt zur Zeit absolut am Boden.

Handwerkliche Berufe sind generell im Ausland sehr gefragt und es werden sehr gerne Deutsche genommen...und in den USA haste Chancen als Industriemechaniker..gibt auch viele deutsche Firmen in den Staaten

Warst Du schon mal in den USA? Hast Du Dich schon mal mit der Arbeitsmarktsituation und den Visabsteimmungen für die USA befasst? Oder gibst Du hier Gerüchte und Klischees wieder?

0

Hallo Ich wollte einfach mal Fragen ob man als Industriemechaniker Chancen in den USA hat?

Nein.

Oder ist das egal hauptsache ein Handwerklicher Beruf? weil die Handwerklichen Berufe da wohl sehr gefragt sind.

Nein. Wie kommst Du darauf?

Fakt ist, dass die meisten Amerikaner die deutsche Handwerksausbildung weder kennen noch einschätzen können. Und wenn man denen dann erzählt, dass man in Deutschland für einen Beruf, der in den USA binnen weniger Wochen als Anlernberuf erlernt wird, drei Jahre lernen und zur Schule gehen muss, wird man wahlweise mit Unglauben und/oder Gelächter konfrontiert.

Außerdem hat der ach so gut ausgebildete deutsche Handwerker in aller Regel nicht die in den USA notwendigen Zertfizierungen und darf hier folglich gar nicht arbeitsberechtigt ist. Und damit fehlt auch jede Grundlage für ein Arbeitsvisum.

Es gibt Berufe, in denen das anders ist. Deutsche Bereitergesellen, die Spitzenpferde in den höchsten Klassen ausgebildet haben, sind beispielsweise durchaus gefragt. Oder deutsche Köche mit solider Berufserfahrung finden auch oft eine visumsfähige Stelle. Diese Leute bringen natürlich auch etwas mit, das in den USA nicht bereits im Überfluss vorhanden ist. Aber in den klassischen Bau- und Industrieberufen sollte man sich da keine Hoffnungen machen. Kein Mensch wartet hier in den USA auf deutsche Mechaniker, Mechatroniker, Schweißer, Dreher, Zimmerleute etc.

Dieser Satz ...

Außerdem hat der ach so gut ausgebildete deutsche Handwerker in aller Regel nicht die in den USA notwendigen Zertfizierungen und darf hier folglich gar nicht arbeitsberechtigt ist.

... muss natürlich eigentlich heißen: "Außerdem hat der ach so gut ausgebildete deutsche Handwerker in aller Regel nicht die in den USA notwendigen Zertfizierungen und ist hier folglich gar nicht direkt arbeitsberechtigt."

Das passiert, wenn die Finger schneller tippen als der Kopp denkt. ;-)

0

Handwerker, die in Deutschland gut ausgebildet wurden sind auf der ganzen Welt gefragt. Allerdings sollte man die jeweilige Landessprache vorher lernen incl. Fachbegriffe. Gruß aus Spanien von einem Handwerksmeister.

Warst Du schon mal in den USA? Hast Du Dich schon mal mit der Arbeitsmarktsituation und den Visabestimmungen für die USA befasst? Oder gibst Du hier Gerüchte und Klischees wieder?

Ich lebe in den USA und kann Deine Behauptung "Handwerker, die in Deutschland gut ausgebildet wurden sind auf der ganzen Welt gefragt" für die USA absolut nicht bestätigen.

0
@Urbanessa

Wenn der ganze Arbeitsmarkt, wie in den USA darniederliegt, nützt dir die beste Ausbildung nichts. Oder du hast den Mut, dich selbständig zu machen. Ja, ich war u.a. auch in Amerika

0
@Urbanessa

Deutsche handwerkliche Ausbildung hat in den USA nach wie vor einen guten Ruf. Ganz einfach aus dem Grund, weil es in den USA i.d.R. keine gleichwertige duale Ausbildung gibt. Das kann man (den derzeitigen US Arbeitsmarkt und die Einwanderungsbestimmungen außer Acht gelassen) nicht einfach abtun mit "ich lebe da und kann es deswegen absolut nicht bestätigen". Wenn ein Boss eine deutsche Ausbildung nicht zu würdigen weiß, dann sichtlich aus dem Grund, dass er keine Ahnung hat, was die deutsche duale Ausbildung beinhaltet. Nun kannst Du behaupten, ich würde hinter dem Mond leben. Der Mond liegt dann an der Westküste, mitsamt meinen persönlichen Erfahrungen als in D ausgebildeter Facharbeiter.

0

Was möchtest Du wissen?