Alexander der Große Problemfrage?

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4 Antworten

Die überlegte Problemfrage halte ich für wenig geeignet. Ihre erschließende Kraft ist gering, weil Alexander der Große offenkundig beides gewesen ist. Er hat das kurzzeitig bestehende Alexanderreich geschaffen, das ein Vielvölkerreich war, und er hat einen großen Teil des Orients durch Eroberung mit Einsatz militärischer Mittel unterworfen.

Vielleicht ist nur die Formulierung unglücklich geraten. In anderen Fassungen von Fragen zum thematischen Gebiet des Umgangs mit den vielen verschiedenen Völkern steckt Potential.

einige Möglichkeiten:

Hatte Alexander der Große einen Traum einer Vereinigung der Menschheit in einer brüderlichen Gemeinschaft?

Hatte Alexander der Große das Ziel einer Völkerverschmelzung?

Hatte Alexander der Große das Ziel einer Zusammenführung von Völkern?

Hat Alexander der Große die bei den Griechen geläufige Verachtung anderer Völker als Barbaren überwunden?

Hat Alexander der Große orientalische Bräuche/Traditionen übernommen bzw. daran angeknüpft, um seine Königsherrschaft als eine unumschränkte Monarchie mit als göttlich geltendem König zu gestalten?   

 Zum Thema gehört unter anderem die Heranziehung von Angehörigen der persischen/iranischen Elite zu Führungspositionen in der Armee und der Verwaltung (vor allem Statthalter/Satrapen), die Massenhochzeit von Susa und die rechtliche Anerkennung von Beziehungen seiner Soldaten mit asiatischen Frauen als Ehen und Kindern aus den Beziehungen als ehelich/legitim, Herrschertitel, Verehrung wie ein Gott, Versuch einer Übernahme persischen/iranischen Hofzeremoniells einschließlich der Proskynese, die Ausbildung junger Perser/Iraner in griechischer Sprache und makedonischer Bewaffnung (dieser Heeresverband wurde als Epigonen = Nachfolger bezeichnet), Spannungen mit den makedonischen Soldaten und als Versöhnungsversuch das Bankett von Opis. Berücksichtigt wurden von den Völkern neben den Makedonen bzw. Griechen hauptsächlich die Perser/Iraner (ansonsten hat es eine Aufnahme baktrischer, sogdischer, parthischer und arachosischer Reiter in die Hetairenkavallerie gegeben), das Herrschervolk des Achaimenidenreiches.

Besonders weitgehende Annahmen von Menschheitsverbrüderung und
Völkerverschmelzung hat William Woodthorpe Tarn vertreten.

einiges an Menschheitsidee, Menschenverbrüderung und Loslöung von einem Gegensatz Griechen – Barbaren ist unter neueren Darstellungen anzutreffen bei:

Alexander Demandt, Sternstunden der Geschichte. 2. Auflage. München :
Beck, 2004 (Beck'sche Reihe ; 1558), S. 27 – 46 (2. Alexanders Rückkehr
nach Babylon Frühjahr 323 v. Chr.)

Alexander Demandt, Alexander der Große : Leben und Legende. München : Beck, 2009. ISBN 978-3-406-59085-6 (vor allem S. 47 und S. 372 – 380)

Überwiegend werden sehr weitgehende Gedanken als nicht mit der Realität übereinstimmend, Überhöhung und verbrämende Idealisierung zurückgewiesen.


Also das nenne ich eine starke Antwort 

Danke

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Komplexe und spannende Fragestellung. Hut ab! Die ist gut. Du suchst nicht den leichtesten Weg, das spricht für Dein echtes Interesse an Erkenntnisgewinn.

Alternativ fände ich im Zusammenhang mit Alexander von Makedonien interessant:

Was sind die Hauptursachen für den letztlich raschen Zusammenbruch des Alexanderreichs?

oder

Inwiefern ist Alexanders Imperialismus vergleichbar mit dem weltweiten Wirtschaftsimperialismus des transatlantischen, militärisch-industriellen Komplexes in der Gegenwart?  

(das würde aber voraussetzen, dass der Lehrer ein Streben seitens USrael nach globaler, wirtschaftlicher Monopolstellung als Solches anerkennt ;)

Viel Erfolg!!

Ohh die zweite frage ist sehr interessant 

Sehr sogar !

Aber für mich als schüler glaube ich etwas zu schwierig haha :)

Dennoch danke

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das kommt auf die betrachtungsweise an - im grunde ist aber beides richtig.

Ich verstehe den Widerspruch in deiner Frage nicht, um ehrlich zu sein. Er ist beides. 

Danke dann hab ich ja schon ein fazit

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