''Ab'' wann muss man in auf die Sonderschule?

3 Antworten

Man m u s s gar nicht auf die Förderschule. Entweder beantragen es die Eltern selbst, oder die Schule beschließt, ein Verfahren zu beginnen, den Schüler auf eine Förderschule zu überweisen (aufgrund Leistungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten). Die Eltern müssen mit der Einleitung des Verfahrens nach Information und Beratung einverstanden sein bzw. Kenntnis davon nehmen. Es folgen dann Testverfahren durch einen qualifizierten Förderschullehrer. Erst dann wird entschieden (nach weiterer Beratung). Es ist klar, dass z. B. ein blindes Kind eher auf einer Spezialschule für Blinde gefördert werden kann; unter Umständen ist aber auch eine Förderung auf einer "Regelschule" möglich, wenn die Voraussetzungen für die Förderung an der Schule gegeben sind. Eine Überweisung von der Regelschule zur Förderschule ist in der Regel bis zur 6. Klasse einschließlich ratsam.

Sonderschule ist keine Strafe sondern ein Ort, an dem man Schülerinnen und Schüler, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, die passende Förderung zukommen lässt. Also muss man nicht auf eine Sonderschule gehen, sondern man darf.

Selten so einen Quatsch gelesen. Sowas kann nur jemand schreiben, der nie betroffen war. Sicher soll die Sonderschule einer besonderen Förderung dienen. Aber wer soetwas, wie oben zu lesen, schreibt, sollte sich einmal den bundesdeutschen Sonderschulalltag ansehen. Extrem viele verhaltensauffällige Kinder, hoher Ausländeranteil usw. machen eine spezielle Förderung, wie angebracht fast unmöglich. Sensible Kinder gehen reihenweise vor die Hunde, da sie mit dem hohen Aggressionspotential nicht klar kommen. Kinder die bis dahin "nur" eine Teilleistungsstörung haben, entwickeln an diesen Schulen häufig psychische Auffälligkeiten und begleitende Aggressionen. Fakt ist, dass es in Deutschland kaum Schulen gibt, die diesem erhöhten Förderbedarf gerecht werden. Da muss ein Kind schon viel Glück haben.

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@petergoge

Haben wir heute internationalen Polemiktag? Natürlich könnte immer alles besser sein als es ist. Der Ausschnitt, den Sie aus dem deutschen Sonderschulalltag haben, ist offensichtlich ein anderer als der, den ich habe. Ohne differenzierte Sonderschulen hätten viele Kinder jedenfalls überhaupt keine Möglichkeit, gefördert zu werden.

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@minister

Nun weiß ich nicht, in welcher heilen Welt Sie unterrichten. Aber ich hoffe, dass 22 Jahre Sonderschulerfahrung und 17 Jahre Grundschulerfahrung ausreichen dürften, um a) einen halbwegs realistischen Eindruck und b) einen relativ objektiven Vergleich anstellen zu können. Kinder, die sensibel sind und aus halbwegs intakten Familienverhältnissen kommen, leiden extrem unter den Verhältnissen einer Sonderschule. Die Sensibilität für die Empfindungen der Kinder und der Blick für Ihre Wesensveränderung ist mir zum Glück in den vielen Jahren des Arbeitsalltags nicht abhanden gekommen. Leider ist es so, dass an den meisten Sonderschulen viel Kraft durch Kinder gebunden wird, denen normales Verhalten niemals beigebracht wurde. Viele der Kinder an Sonderschulen sind eigentlich, rein kognitiv betrachtet, nicht wirklich lernbehindert. Nur hat Ihr familiäres Umfeld eine normale Entwicklung nicht zugelassen. Kinder, die erwachsene Personen nicht mehr ernst nehmen und nicht in der Lage sind 45min. zu überstehen, ohne Mitschüler und/oder Lehrkräfte zu beleidigen oder anzugreifen, sind leider mittlerweile an vielen Schulen in erschreckend hoher Zahl vertreten. Häufig sind es Kinder mit sogenanntem Migrationshintergrund. Mag sein, dass es irgendwo noch eine abgelegene Region gibt, die von diesen Problemen verschont blieb. In weiten Teilen des Landes sieht die Welt aber anders aus. Was das mit Polemik zu tun hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderschule

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