Wie genau kommt ein Schüler eigentlich auf die Sonderschule?

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5 Antworten

Du solltest erstmal ein bisschen runter kommen. So schnell landet niemand auf der Sonderschule (das heißt heute auch gar nicht mehr so sondern Schule mit Förderschwerpunkt...). Solche Geschichten, dass Menschen einfach auf der Förderschule geparkt werden, sind meistens wirklich nur Mythen weder Lehrer, Eltern, noch Ämter fahren darauf ab Kinder "abzuschieben".

Du musst auch nicht unbedingt die Schule wechseln, nur weil deine Lehrer das sagen. Außer du wiederholst zum zweiten mal oder hast etwas angestellt, dass du von der Schule verwiesen wirst. 

Ansonsten würde dein Weg vermutlich so aussehen:

Du wiederholst das jetzige Schuljahr, wenn du es dann noch einmal wiederholen würdest, kannst du auf die Realschule wechseln. Dort kommst du dann vermutlich in die Jahrgangsstufe in die du auf dem Gymnasium nicht gekommen wärst (also hättest du am Gymnasium die 7. zwei mal gemacht, würdest du an der Realschule in die 8. kommen). Dort hast du dann vermutlich erstmal drei Monate Probezeit. Wenn du diese nicht bestehst kannst du dir eine andere Realschule suchen oder gehst direkt auf dieHauptschule. Dort gilt dann wieder das selbe Prinzip du kannst ein Jahr nur 2 Mal machen. 

Wenn du auf der Hauptschule bist, wird sich vermutlich früher oder später das Schulamt bzw der Schulpsychologische Dienst einschalten.

Bevor du auf die Förderschule kommst wird ersteinmal dein Förderbedarf festgestellt. Das bedarf ein ASoF verfahren. Da wirst du ausreichend untersucht. Deine Eltern und Lehrer werden befragt usw usf. 

Wenn dann herauskommt, dass du einen Förderbedarf hast, wirst du auf eine Förderschule gehen können oder auf deiner aktuellen Schule nach Förderlehrplan unterrichtet. dabei steht dir dann noch gesonderte Hilfe zur Verfügung. Ich persönlich halte die Inklusion in der Form in vielen Fällen für negativ fördernd.

Wenn heraus kommt, dass du keinen Förderbedarf hast, werdet ihr gemeinsam schauen, welche Möglichkeiten der Beschulung sich anbieten. Die können ganz vielfältig sein.

Wie alt bist du? Kommen deine probleme durch deine Einstellung/Faulheit oder woher stammen sie? was tust du dagegen - Strategien?

Gab es schon einmal Tests wegen Legasthenie oder Autismus in einer leichten Form?

Danach hört es sich nämlich an. Es gibt eine ganze Menge Aspergers auf den weiterführenden Schulen - wenn eine Diagnose da ist, sollte noch einmal beraten werden, eventuell mit dem Schulamt. es gibt auch Gymnasien, die besondere Rücksicht auf chronisch Kranke/Behinderte nehmen.

Als erstes musst du zur schulpsychologischen Beratungsstelle, deine Eltern sollen aktiv werden und dann ab ins Testing. Geh der Sache auf den Grund.

Ich habe keine Legasthenie und ich glaube auch nicht, dass ich Autist bin. 

Ich bin auch nicht unbedingt faul, aber ich bekomme viele Dinge einfach nicht auf die Kette, weil ich dafür oft lange brauche.

bin 12

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@robi187

was sollen sie sagen?

Sie finden das nicht cool, dass ich die Schule wechseln muss und so. 

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@heimkid

Es gibt eine ganze Menge Wahrnehmungsstörungen, die tw. angeboren sind. So kann es sein, dass die Ohren nicht mit den Hirnhälften zusammenarbeiten, verstecktes Schielen etc. Die Liste ist ziemlich lang und es braucht Experten, um diese Störungen zu erkennen. Es kann auch sein, dass so eine Störung im Kindesalter bestand, nun aber nicht mehr besteht aber noch Nachholbedarf besteht.

das ist nichts Schlimmes, das ist keine Behinderung, das ist gar nicht so selten.

Insofern: Ab in die Diagnostik.

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@feirefiz

ich habe aber nichts. Ich bin vollkommen gesund, ich bin lediglich dumm. 

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Ich würde Dir bzw. Deinen Eltern dringend raten, eine umfassende Diagnostik machen zu lassen!

Es gibt heute so viele Namen für verschiedene "Diagnosen", aber das Einzige, was sie wirklich sagen, ist "hier liegt das Problem" (nicht "die Krankheit"). Es ist keine Schaden, eine Diagnose zu haben. Es gibt ganz verschiedene Ursachen, warum jemand eine Leistung nicht erbringen kann.

Bei Dir lese ich vieles, was sich z.B. mit ADS decken würde (Hefte vergessen, Sachen halb abschreiben, ggf. auch Rechtschreibprobleme, weil einfach die Konzentration wandert).

Eine Möglichkeit wäre ggf. Ergotherapie. 

In jedem Fall braucht Du neben reiner Nachhilfe Hilfe im Organisieren: 

Was muss ich diese Woche mitnehmen/ vorbereiten/ lernen?

Wann muss was mit/ fertig sein?

Wie organisiere ich meine Schultasche, meine Schulnotizen (Tafelbilder, Hausaufgaben eintragen etc.)?

Wie organisieren ich meine Hausaufgaben und mein Lernen? 

Wie viel Freizeit bleibt, wie verbringe ich die?

Wie lerne ich für einen Test?

Wie und wann mache ich am besten Hausaufgaben, um erfolgreich und effizient zu sein?

Usw.

Das sollte jemand mit Dir besprechen und dann üben.

Üben heißt, es bringt nichts, bspw. zu sagen, "lerne jeden Abend 10 Vokabeln", wenn Du das einfach nicht schaffst, weil Du es vergisst, keine Zeit dafür findest, nicht weißt, wie Du überhaupt effizient Vokabeln lernen sollest, immer erst daran denkst, wenn Deine Lieblingsserie läuft oder du schlafen willst etc.

Dafür brauchst du also jemanden, der genau mit Dir durchgehen, was Du wie lernen sollst, wie Du Zeit dafür findest, wie Du die Zeit einteilst und so legst, dass Du möglichst wenige Ablenkungen hast und dann ein System erstellt, dass sicherstellt, dass Du die besprochenen Aufgaben in der vorgesehenen Zeit auch wirklich machst!

Das kann ein Nachhilfelehrer, ein Lerncoach, ein Ergotherapeut etc. sein. Es sollte aber so lange geübt werden, bis Du es wirklich zuverlässig alleine kannst!

Setze Dich mal hin, mache eine Liste Deine Probleme (wie in der Fragestellung, nur detaillierter, mit Beispielen) und dann überlege Dir selbst verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Z.B. Handybild von der Tafel, wenn man das Tafelbild nicht rechtzeitig abschreiben konnte. Hausaufgaen immer noch einmal vom Freund schicken lassen. Tabelle für Wochentagen, was wann mit in die Schule muss.

Übrigens: "Du bist besser auf der RS aufgehoben" kann bedeuten, dass man dort detaillierter Arbeitsanweisungen bekommt. Da sagt der Lehrer dann mehrfach, was man wann mitzubringen hat, während Gymnasiallehrer das gern mal voraussetzen, weil sie es am Schuljahresanfang einmal erwähnt haben. Es muss nichts mit Deiner Intelligenz zu tun haben!

Finde Gründe für Deine Blockaden und suche nach Lösungswegen. Wenn das nicht vor Ort mit Experten geht, suche in Foren für Schüler, ADS-Betroffene, LRS-Betroffene, Asperger etc. Auch, wenn so etwas bei Dir nicht diagnostiziert wurde, könnte es dort Strategien geben, die Dir helfen. Suche Dir Webseiten und Bücher in der Bücherei zum Thema Organisation, effizientes Lernen, Zeitmanagement und setze einen Tipp auch konsequent für eine Woche um - schreibe Dir das auf und belohne Dich, wenn du es eine Woche jeden Tag geschafft hast!

Gehe dann den nächsten Tipp an.

Suche aktiv nach Videos, Blogs, Infoseiten zu Problemen, die Du in der Schulen haben könntest - Organisation im weitesten Sinne, Disziplin etc. - und finde Strategien, die für Dich passen. Wenn Du keinen Experten findest, kannst Du Dir so auch selbst helfen.

Sprich offen über Deine Schwächen und bitte ggf. Lehrer um Mithilfe statt Bestrafung. Z.B. statt Sanktionen für nicht gemachte HA bitte Lehrer, sicherzustellen, dass Du die HA aufgeschrieben hast etc.

Ich habe kein ADHS, LRS oder sonst was. Ich habe schon gefühlt tausend Dank hinter mir l... ich habe wohl eine leichte Konzentrationsschwäche, die keine Behandlung bedarf. Eine Lehrerin gab meinen Eltern den Tipp eine Reittherapie zu machen. Das mache ich jetzt schon ein paar Monate, wobei das nicht bringt außer einen leeren Geldbeutel bei meinen Eltern...

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@heimkid

Ich sage ja nicht, dass Du zwingend "etwas hast". Aber es könnte trotzdem sein, dass Strategien für bestimmte Betroffene auch bei Dir greifen bzw. Dir helfen.

Wir haben alle von vielen Diagnosen "kleine Splitter". Auch gesunde Menschen haben teilweise Probleme, die bei Menschen mit bestimmten Diagnosen geballt auftreten. Z.B. kann man schlechter Gesichter erkennen oder kann besser arbeiten, wenn alles ruhig ist oder macht leicht Flüchtigkeitsfehler, auch wenn man weder Asperger, noch ADS oder LRS hat. Man kann sich aber von den dortigen Strategien für seine eigenen Probleme Tipps holen, die vielleicht auch funktionieren. Manchmal sind die Tipps banal und etwas, das einem vorher extrem schwierig vorkam wird plötzlich einfach. Nicht ohne Grund kaufen so viele Menschen Bücher über das richtige Aufräumen, Zeitmanagement, Überwinden des inneren Schweinehundes etc. Weil viele Teile der Probleme haben, die Menschen mit ADS oder anderen Diagnosen geballt haben. Weil viele immer noch mit kleinen Alltagsaufgaben überfordert sind, weil sie für sich noch nicht die richtige Strategie gefunden haben.

Ich hatte mal ein Gespräch mit Durchschnittsmenschen, es ging ums Aufräumen, einer sagte dann: "Jedes Ding muss einfach seinen Platz haben!" Eine Binsenweisheit. Für einen der Gesprächspartner war das eine neue Erkenntnis, die ihm ganz neue Perspektiven eröffnete: Bei ihm war es immer unordentlich, weil alles mal hier, mal dort lag und eben keinen festen Platz hatte. Manchmal braucht man wirklich zur Lösung der eigenen Probleme nur solche banale Tipps, auf die man nicht immer selbst kommt.

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Wenn du meinst... ich glaube ich bin ziemlich normal ohne große Probleme. Wenn das so wäre hätten das jene Experten erkannt und mir dir richtige Hilfe angeboten, wieso sollte grade ich ein Mensch mit besonderen Problemen sein. Es ist viel wahrscheinlicher, dass ich lediglich dumm bin.

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Ich weiß auch nicht, wieso Menschen sich das mit Diagnosen schön reden wollen..

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@heimkid

Dumm würde bedeuten, dass du einfach den Stoff nicht bewältigst, keine weiterführenden Schritte denken kannst (Transfer), langsam bist im Verstehen, den Stoff nicht nachproduzieren kannst und auch keine Querbeziehungen herstellen kannst. Aber das beschreibst du nicht.

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Wie kommst du darauf, dass du in der Position bist zu sagen, was dumm ist und was nicht? Ich habe so viele Tests gemacht und alle ohne Ergebnis. Da bleiben nicht mehr so viele Möglichkeiten.

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lass mal von Schulpsyhologen überprüfen ob du ggf Lese Rechtschreibschwäche hast. Eventuell reicht längerfristige Nachhilfe bevor du in eine Förderschule wechselst

ich habe keine LRS. und Ich bekomme schon nachhilfe.

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Vielleichtt würde ein Gespräch mit dem Schulpsychologen Sinn machen.

Auch wenn Du Legastheniker bist, bist Du ja nicht minderbegabt. Also scheinen diese Lehrer nur sehr geringe Ahnung von Deinen realen Lerndefiziten zu haben.

Ich gehe zu keinem Psychologen und ich habe, keine Legasthenie. Das dachten meine Lehrer auch und das wurde getestet.

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@heimkid

Auf Legasthenie kam ich wegen des erwähnten Rechtschreibprogramms.

Deine mangelnde Wahrnehmungsmöglichkeit muß woanders gefunden werden. Gegen das Verlassens des Gymnasiums sollten Deine Eltern und Du Dich wehren, bis abschließend geklärt ist, welche gesundheitlichen Defizite überhaupt vorliegen.

Hat es evtl. ein EEG gegeben?

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ne ich glaube nicht, aber eine Menge anderer Untersuchungen in so einem für Menschen mit Behinderung... Das war aber auch voll komisch..

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@heimkid

Ein EEG ist eine Gehirnstrommessung und wird üblicherweise von einem Neurologen durchgeführt. Schau Dir die Bilderan, dann weißt Du garantiert ob bei Dir schon einmal eine solche Untersuchung durchgeführt wurde.

Vielleicht magst Du einmal Dein Alter und Klassenstufe sagen.

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Ich weiß es nicht. Es wurde so viel mit mir gemacht... Bin 12, 6. Klasse

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