Ab wann ist man religiös?

16 Antworten

Das ist meiner Meinung nach sehr subjektiv.

Religiöses Empfinden

Meiner Meinung nach gibt es religiöses empfinden - etwa wenn man die Natur bewusst erfährt und von ihr sehr ergriffen ist, weil man emotional spürt, dass man Teil von etwas größerem ist, dann ist dies religiöses empfinden

Dieses Gefühl von Ehrfurcht und Verbundenheit ist vielleicht auf die Erfahrungen unserer Vorfahren zurückzuführen, die sich zB Blitz und Donner nicht erklären konnten und an göttliche Kräfte glaubten.

Religiöser Geist

Ich denke, dass eine Geisteshaltung die von humanistischen Vorstellungen geprägt ist, ebenfalls religiös sein kann. Vorstellungen, alle Menschen seien gleichberechtigte "Brüder und Schwestern" sind ein Beispiel dafür,

Nach meinem Verständnis haben alle großen Religionen diesen gemeinsamen religiösen Geist, der jedoch durch konservative Auslegung und bestimmte Gebräuche häufig verdeckt wird.

Religiöse Praxis

Ein Mensch, der religiöse Praktiken wie das Gebet als wertvoll ansieht, für sich daraus Kraft oder Einsichten schöpft, übt nicht nur irgendein bedeutungsloses Ritual, sondern eine lebendige religiöse Praxis.

Glaubensgemeinschaft

All das sind Kriterien, anhand derer man einen Menschen als "religiös" bezeichnen könnte. Die Mitgliedschaft in einer bestimmten Gemeinschaft bedeutet  dagegen nicht automatisch, dass ein Mensch religiös ist.

Ein Mensch der bereits als Kind als Teil einer Glaubensgemeinschaft nach deren Regeln erzogen wird, bekommt einen "Stempel" aufgedrückt, denn er aus freiem Willen gar nicht wählen würde.

Für ihn ist es normal, oder alltäglich irgendwelche Rituale zu vollführen - das "macht man eben so" - jedoch ohne davon überzeugt zu sein.

Das führt dann zum Einen zu "Gläubigen" die überhaupt kein Hintergrundwissen über ihre Religion haben und nur aus Gewohnheit bestimmte Dinge tun. Sie sind teilweise sehr leicht zu manipulieren.

Zum Anderen entstehen so Menschen, die zwar "offiziell" einer bestimmten Religionsgemeinschaft angehören, aber  überhaupt keinen Bezug dazu haben.

Das ist natürlich nur meine Meinung, die von niemandem geteilt werden muss.

Das ist natürlich nur meine Meinung

genau

die von niemandem geteilt werden muss

ja, und daran wollen wir uns auch mal halten.

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Die Frage ist so allgemein gestellt, dass die Übergänge von Religionen zu Weltanschauungen fließend sind. Definiert man zum Beispiel den Glauben an Götter oder andere transzendente Fabelwesen zur Voraussetzung, fällt der Buddhismus, der Satanismus und ein paar andere raus.

Lässt man den Gottglauben als Kriterium weg, muss man die Religionen irgendwie von den Ideologien trennen.

Für Götter gibt es auch keine allgemein gültige Definition. Im Pantheismus wird der Gott zum Beispiel nicht als Wesen aufgefasst, das Gebote erlässt, die Menschen überwacht,bestraft und auch mal eingreift. Für Pantheisten ist Gott eins mit der Natur. Damit erübrigt sich die Anbetung.

Deine Frage ist also nicht allgemein zu beantworten, es ist auch von der Sichtweise abhängig.

Imam Muhammad al-Baqir (Friede sei mit ihm) erzaehlte einst einem Student mit dem Namen Jabir: Ist es genug fuer eine Person sich damit zu schmuecken, dass er zu unserer Anhaenger gehoert, allein durch die Liebe zu uns, der Ahl-ul-Bayt? Nein! Bei Allah, eine Person gehoert nicht zu unseren Anhaengern solange er nicht Allah fuerchtet und Ihm gehorcht. Unsere Anhaengerschaft erkennt man, O Jabir, durch ihre Bescheidenheit, Unterwerfung, Ehrlichkeit, reichliche Lobpreisung Allahs, Fasten und Gebete. Gutherzigkeit zu ihren Eltern, Achtung vor den Armen, Beduerftigen, Schuldigen und den Waisen die neben ihnen leben. Sie muessen die Wahrheit sprechen, den Quran rezitieren, ihre Zunge nur fuer gute Woerter nutzen und Vertrauenswuerdig gegenueber den Verwandten in allen Angelegenheiten sein.

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