Kpop und deren Erfolg
- Warum streiten sich K-Pop-Fans so extrem zwischen den Fandoms, statt einfach die Musik zu genießen?
- Werden Fans eigentlich ausgenutzt, weil sie immer mehr Geld für Alben, Merch und Konzerte zahlen?
- Ist K-Pop-Fankultur eine Leidenschaft – oder manchmal schon eine Form von Fanatismus
- Warum werden K-Pop-Stars so sehr gefeiert, obwohl viele von ihnen gar nicht ihre eigenen Songs schreiben?
PS:Ich bin Kpop Fan und möchte die Meinung gerne hören was ihr dazu sagt
3 Antworten
• Warum streiten sich K-Pop-Fans so extrem zwischen den Fandoms, statt einfach die Musik zu genießen?
Nun ich würde das nicht verallgemeinern aber ja Fan-Wars sind nicht unüblich. Das gibt es auch außerhalb von K-Pop und zwar im Leistungs-Mannschaftssport. Tatsächlich ist das nicht die einzige Parallele. Beide Systeme sind extrem kompetitiv, sehr Teamorientiert, haben ein vergleichbares Trainee-System und einiges mehr. Wie schon gesagt würde ich das ganze aber nicht generalisieren. Es gibt auch jede Menge Multi-Stans.
• Werden Fans eigentlich ausgenutzt, weil sie immer mehr Geld für Alben, Merch und Konzerte zahlen?
Das ist eine recht simplifizierte Kapitalismuskritik. Niemand wird gezwungen, Gelder auszugeben. Musik lässt sich heute, viel mehr als früher, extrem günstig konsumieren. Auch stellt sich die Frage warum man hier K-Pop eine Sonderstellung einräumen sollte. Ich darf an den Pokemon-Karten-Hype erinnern. Es wird immer Fans geben, die bereit sind hohe Summen für ihr Hobby auszugeben.
• Ist K-Pop-Fankultur eine Leidenschaft – oder manchmal schon eine Form von Fanatismus
Auch das sind keine Formen, die ausschließlich im K-Pop-Fandom vorkommen. Allerdings setzt man in der K-Pop-Industrie recht explizit und sehr erfolgreich auf parasoziale Beziehungen. Es wird bewusst auf eine loyale Fanbindung angestrebt und die Idols sind das eigentliche Vermarktungsobjekt. Die Musik und die Videos sind eher der Zugangsweg.
• Warum werden K-Pop-Stars so sehr gefeiert, obwohl viele von ihnen gar nicht ihre eigenen Songs schreiben?
Ich denke, hier muss man sehr differenziert herangehen. Das viele Idols nicht ihre "eigenen" Songs schreiben ist eine grobe Vereinfachung. Ja es wird sehr viel Expertise eingekauft, Musikproduzenten, Choreographen, Regisseure usw.. Jedoch sind die meisten Idols durchaus in den Prozess eingebunden. Sie fügen eigene Lines hinzu, passen die Choreo an, geben Vorschläge für die Konzepte an. Das ist auch nicht verwunderlich. Die meisten Idols sind in diesen Dingen extrem gut ausgebildet. Die Companies geben hohe Summen für deren Ausbildung aus. Warum sollten sie dieses Potenzial dann nicht nutzen? Zudem gewinnen viele Idols, je länger und erfolgreicher sie sind, auch oft zunehmend mehr Kontrolle. Insgesamt zählt aber in der K-Pop-Industrie eher das Team-Ergebnis und nicht die Einzelleistung. Das unterscheidet K-Pop extrem vom westlichen Künstler-Verständnis (btw. wobei sich da die Praxis auch völlig anders darstellt - da wird eher ein Klischee bedient).
westlichen Künstler-Verständnis
Das ist DER entscheidende Punkt. Deine Bsp werden ja in der westlichen Kultur-Industrie ebenfalls als minderwertig diskreditiert. Dabei habe ich selber eingeräumt, dass dieses Verständnis lediglich ein propagiertes Ideal darstellt und wenig mit der Realität zu tun hat, siehe:
(btw. wobei sich da die Praxis auch völlig anders darstellt - da wird eher ein Klischee bedient).
Das sind Bsp. aus der sogenannten Hoch- und nicht der Populär-Kultur. Gerade auch in DE wird zwischen beiden ja ein fundamentaler Gegensatz aufgemacht, siehe Horkheimer und Adorno.
Meines Wissens spielen diese Orchester auch recht selten "eigene" Musik sondern die von Komponisten.
im Übrigen, zitiere ich mich gerne selber
(btw. wobei sich da die Praxis auch völlig anders darstellt - da wird eher ein Klischee bedient).
Bei dir seh ich, dass du in einigen Abschnitten schreibst, dass K-Pop sich nicht von anderen Bereichen des Pop oder allgemein des Entertainment-Business unterscheidet (Kommerz und Fankultur) und machst ausgerechnet hier
Insgesamt zählt aber in der K-Pop-Industrie eher das Team-Ergebnis und nicht die Einzelleistung. Das unterscheidet K-Pop extrem vom westlichen Künstler-Verständnis
einen Schnitt, der für mich keinen Sinn macht. Weil ob die Boy-/Girlbands nun koreanisch im Jahr 2025 oder britisch-amerikanisch in den 90ern sind, sie unterscheiden sich nicht im Konzept und lassen sich nicht in westliche/östliche Kultur aufspalten.
Nochmal für Langsame; ich habe geschrieben
Insgesamt zählt aber in der K-Pop-Industrie eher das Team-Ergebnis und nicht die Einzelleistung. Das unterscheidet K-Pop extrem vom westlichen Künstler-Verständnis
Zudem habe ich festgestellt, dass dieses VERSTÄNDIS ein Klischee ist und sich nicht mit der Realität deckt.
btw. du bestätigst diese Verständnis doch selber
...weil wichtiger ist, dass irgendein gutaussehender Typ mit großen Augen nirgendwas in Mikro schmachtet, den ich als Fan anhimmeln kann, während ich die Musik eh nicht höre, weil ich und meine Mitfans allesamt hysterisch kreischen.
w.z.b.w.
statt einfach die Musik zu genießen?
Was gibt es da zu genießen?^^
Bei Boy- oder Girlgroups - die hat es ja auch vor den Koreanern immer schon gegeben - geht es vordergründig nicht um Musik, sondern um vielschichtiges Entertainment mit starker Kundenbindung. Man will die Sympathien der jungen Fans gewinnen, bietet denen ein Sammelsurium verschiedener hipper Charaktere, von denen sie sich dann einen als ihren Lieblingskünstler aussuchen können.
Wichtiger als der Klang ist, dass es gut aussieht; sowohl die Figuren als auch die Präsentation (z.B. Videos, Dancemoves). Und ganz wichtig ist die Gruppendynamik der Fans; erst die macht das Fansein zu einem Erlebnis, weil sich Fans untereinander austauschen und gegenseitig weiter anheizen. Das ist tatsächlich vergleichbar mit Fußballfans, bei denen sich manche Individuen auch in Fanatismus bis hin zu religiösen Zügen steigern können.
Natürlich geht es am Ende ums Geld. Das ist im Entertainmentgeschäft letztlich überall so. Boy- und Girlgroups haben die Besonderheit, dass sie schon extrem junge Leute locken und längerfristig binden können.
Was gibt es da zu genießen?^^
Wo steht das im Widerspruch zu deinen Aussagen?
Nicht ICH sondern DU hast hier einen Widerspruch behauptet.
Die Frage war:
Warum streiten sich K-Pop-Fans so extrem zwischen den Fandoms, statt einfach die Musik zu genießen?
Deine Antwort darauf:
Was gibt es da zu genießen?^^....
Du zählst dann jede Menge Argumente auf, die auch gar nicht falsch sind. Nur ist es halt Fakt das K-Pop-Fans TROTZ dessen durchaus die Musik genießen können. Man (K-Pop-Fans) können also die Musik durchaus genießen auch unter den von dir geschilderten Argumenten - ergo es gibt KEINEN Widerspruch. Den behauptest Du auf der Basis, dass DU das nicht unter diesen Voraussetzungen genießen kannst. Das ist aber nicht die Beantwortung der Frage sondern eine persönliche Darstellung DEINES Musikgeschmacks.
Sie können qualitativ minderwertige Musik vielleicht genießen. Vielleicht spielt das aber auch gar kein Rolle (so wie ich geschrieben habe), weil wichtiger ist, dass irgendein gutaussehender Typ mit großen Augen nirgendwas in Mikro schmachtet, den ich als Fan anhimmeln kann, während ich die Musik eh nicht höre, weil ich und meine Mitfans allesamt hysterisch kreischen.
Auch bei Deutschrap und co. weiß ich nicht, ob die Leute ihre Musik genießen, oder ob sie einfach nur akkustisch ihr Revier für sich und ihre Gruppe abstecken und von anderen abgrenzen.
Tja und nun offenbart sich, dass es Dir gar nicht um die Beantwortung der Frage ging, sondern einfach nur darum Fankulturen, denen du offensichtlich nicht angehörst, zu diskreditieren.
nur akkustisch ihr Revier für sich und ihre Gruppe abstecken und von anderen abgrenzen.
Ich denke der Vorwurf lässt sich auf Dich sogar viel besser anwenden.
Warum streiten sich K-Pop-Fans so extrem zwischen den Fandoms, statt einfach die Musik zu genießen?
Weil da einfach nicht viel zu genießen ist.
Werden Fans eigentlich ausgenutzt, weil sie immer mehr Geld für Alben, Merch und Konzerte zahlen?
Im Musikbusiness, gerade im Pop-Bereich, insbesondere in diesem Jahrtausend, geht es vor allem um maximalen Profit und nicht um Kunst.
Ist K-Pop-Fankultur eine Leidenschaft – oder manchmal schon eine Form von Fanatismus
Viele empfinden das sicherlich als Leidenschaft. Schwer zu beantworten, ob das tatsächlich so ist. Fanatiker gibt es überall, auch beim Fußball zum Beispiel. Im K-Pop-Bereich sicherlich auch.
Warum werden K-Pop-Stars so sehr gefeiert, obwohl viele von ihnen gar nicht ihre eigenen Songs schreiben?
Tja, das wird sich mir auch nie erschließen. Diese Stars verkörpern nach außen wohl irgendeine Art von Ideal. Und das finden die Leute toll. Viele Musikhörer im Pop-Bereich stellen sich die Frage nach den Songwritern erst gar nicht. Viele Leute hören Musik sehr oberflächlich, nicht nur im K-Pop-Genre.
Take That, New Kids On The Block, Backstreet Boys, Boyzone, Westlife, East 17, One Direction, Spice Girls, No Angels