Existiert Altruismus?
Altruismus bezeichnet das selbstlose und uneigennützige Denken und Handeln zum Wohl anderer. Es ist das Gegenteil des Egoismus, bei dem man nur an den eigenen Nutzen denkt.
2 Antworten
Ja gut, dann antworte ich mir halt selbst 🤷♂️
Folgendes ist nur meine Meinung verpackt in unübersichtliges, abschweifendes und ständig Wiederholungen enthaltenes Geschwafel :)
Altruismus existiert in Praxis nicht in "reiner" Form, da würden mir wahrscheinlich alle zustimmen. Niemand ist vollkommen und immer altruistisch, aber auch Entscheidungen sind nie rein altruistischer Natur.
Man kann allerdings noch weiter gehen und sagen, unreiner Altruismus ist kein Altruismus und damit existiert er gar nicht. Warum zählt aber nur reiner? Weil das ganze eine Skala ist. Auf der einen Seite ist Altruismus und auf der anderen Egoismus, alles dazwischen ist genau das, irgendwas dazwischen.
Wieso gibt es keinen puren/reinen Altruismus im "wahren Leben"? Weil Menschen NIE uneigennützig Handeln.
Ein paar hypothetische Bespiele:
Ich bin sehr nett und freundlich zu einer Gruppe und biete meine Hilfe an, ohne etwas zurück zu wollen. =ich möchte das sie mich mögen und akzeptieren.
Ich spende regelmäßig Geld an arme Kinder. =ich will mein Karma verbessern.
Ich bleibe immer höflich im Internet. =ich möchte das mich andere dafür lieber mögen.
Ich verschenke gerne Spielzeuge an Kinder, damit sie sich freuen. =es freut mich, andere glücklich zu machen. ich tue das, um mich selbst gut zu fühlen.
Okay, gibt es also nicht, und jetzt? Was bedeutet das jetzt?
Heißt das, das es keinen puren Egoismus gibt? Nein, aus purem Egoismus zu handeln ist möglich für Menschen.
Heißt das es gibt nur Egoismus? Ja, vielleicht. Die Beispiele oben haben gezeigt das man nicht selbstlos handeln kann, man hat immer einen eigennützigen Hintergedanken. Das bedeutet doch jeder ist immer egoistisch, nur das es auch dafür eine Skala gibt? Auf dieser Skala ist dann: mein Egoismus: "hilft anderen sehr" bis "schadet anderen sehr".
Okay, wiederholen wir noch mal: es gibt keinen Altruismus, weil wenn dieser mit Egoismus gemischt wird, ist es keiner mehr. Warum ist dann jetzt alles Egoismus? Zählt da nicht die selbe Regel? Damit müsste gar nichts, außer purer Egoismus, nicht egoistisch sein. Weil Egoismus gemischt mit Altruismus ist ein Wiederspruch, existiert also nicht?
Ja schon, ABER wenn Egoismus/Altruismus gemischt mit dem jeweils anderen nicht existiert (weil Wiederspruch), gibt es nur noch die pure Form, in der es aber keinen Altruismus, nur Egoismus gibt. Das wiederrum bedeutet, unsere Skala besteht nur noch aus Egoismus, also handeln wir immer egoistisch.
Ist die Menschheit dadurch böse oder schlecht? Oder ist es sogar gut, denn purer Altruismus wäre pathologischer Altruismus- also selbstschädigend?
Gibt es pathologischen Altruismus dann überhaupt? Kann doch eigentlich nicht sein, oder?
Also, ist die Menschheit dadurch schlecht? Nein, Egoismus ist nicht schlecht oder böse, solange man keinen anderen damit schadet. Warum schaden wir denn nicht ständig anderen, wenn wir rein egoistisch sind? Wäre uns das dann nicht egal?
Oder ist der Gedanke, anderen nicht zu schaden bzw. wehzutun, "nur" damit andere keinen Schaden oder Schmerzen haben, das einzige altruistische das existiert?
Selbst, wenn es euch helfen würde andere zu verletzen, würden viele das nicht tun, Denken und Handeln also selbstlos und uneigennützig zum Wohl anderer= Altruismus. Also gibt es das doch?
Oder ist anderen nicht wehzutun/zuschaden neutral? Kann man "nicht anderen schaden", wirklich als etwas positives bezeichnen? Finde ich nicht. Also existiert Altruismus doch nicht und das ist einfach neutral.
Moment, moment, neutral gibt es doch auch nicht? Es gibt nur puren Egoismus, also kann es kein "Mittelding" oder "Nicht-Egoismus" geben, oder nicht?
Das ignorieren wir erstmal und stellen uns neue Fragen.
Was bedeutet neutral?
Angenommen, neutral heißt "die Mitte", die Rechnung wäre: 1(Altruismus) - 1(Egoismus)= 0(neutral)
Aber, weil Altruismus nicht existiert sähe das so aus: 1(Egoismus)= 0(neutral) Ne, eher nicht. Mein Mathelehrer würde bei diesem Anblick anfangen zu weinen.
Womit kann man also 1(Egoismus) ausgleichen, wenn es kein Gegenteil gibt? Ich habe keine Ahnung.
Angenommen, neutral ist nicht 50% von einer Skala und auch nicht das ausgeglichene Ergebniss einer Rechnung (die auch sehr vereinfacht wurde, denn gleicht einmal rein egoistisch handeln einmal rein altruistisch handeln- oder anders rum- aus? Ist 1× von einem von beiden, gleich viel wert wie 1× des anderem? Nein? Ja? Wer entscheidet was mehr wiegt und was weniger? Und weil wir hier bei der Frage "Woher kommt Gerechtigkeit?" sind, hören wir jetzt lieber auf), könnte neutral auch wirklich einfach "gar nichts" bedeuten. Nicht 1-1=0, sondern nur 0, obwohl, noch nicht mal null, denn null ist die "Mitte" von positiven und negativen Zahlen. Neutral ist also nicht auf einer Skala, sondern steht für sich allein. Ein kleiner Punkt, der ohne Halt in einem leeren Raum schwebt.
Schwer vollstellbar irgendwie, denn wenn man von neutral in irgendeine Richtung geht, kommt nicht mehr neutral. Also muss neutral irgendwo "dranhängen" oder nicht?
Also, was könnte neutral sonst noch sein? Genau richtig! Existiert (zumindest in diesem Szenario) auch nicht. Aber das bringt uns nicht weiter? Doch schon, denn neutral ist zwar nicht "ein bestimmter Punkt", existiert aber trotzdem irgendwie. Was wäre wenn, neutral überall ist? Wenn alles irgendwie neutral ist?
Neutral ist nämlich ein relativer Begriff. Kurze Nachhilfestunde: relativ bedeutet, das sich etwas verändert, je nach dem in welchem Kontext es ist. Drei Haare auf eurem Kopf sind relativ wenig, aber drei Haare in eurem Sandwich relativ viel. Also wie viel drei Haare sind ist relativ, aber wie ist das mit neutral?Jetzt tauscht ihr neutral und viel, und nicht neutral und wenig. Voilà.
Im Vergleich zu "anderen schaden um zu bekommen was man will" ist "anderen nicht zu schaden damit niemand schmerzen hat" gut.
Hier kommt das Problem, es gibt viele Perspektiven mit denen man das vergleichen könnte. Um genau zu sein, es gibt unendlich viele. Man kann also nicht sagen; "In zwei Vergleichen relativ gut und in zwei relativ schlecht, also neutral".
Jetzt können wir also nie herausfinden ob "nicht schaden damit keiner aua" neutral, altruistisch oder egoistisch ist? Doch, rein theoretisch schon, indem man herausfindet warum die meisten nach dieser Aussage leben. Je nach dem was der Grund ist, könnte man das also entscheiden und dadurch wissen, ob die Menschheit pur egoistisch ist, oder ob es die eine Ausnahme ist in der Altruismus existiert (oder falls es eine Mischung der beiden ist, Altruismus müsste dafür auch existieren UND es wäre möglich zu mischen, was auch die eine Ausnahme wäre).
Was könnten denn Gründe sein?
- die Gesellschaft hat entschieden das anderen schaden falsch ist (hier müsste man dann die Frage stellen: Ist jemanden in ein Gefängnis einzusperren ihm/ihr schadet, schützt oder mehr richtig als falsch ist weil alle anderen geschützt werde. Aber angenommen es gäbe keine Strafe darauf Verbrechen zu begehen, würden wir die/den Verbrecher/in selbst bestrafen? Ja. Würde die Selbstjustiz härter bestrafen als ein Gericht? Wahrscheinlich. Aus dieser Perspektive ist Gefängnis also Schutz für die Insassen, nicht Schaden.
Allgemein würden die meisten allerdings sagen, das wenn die Strafe nicht im Verhältniss zum Fehlverhalten steht -Strafe zu groß-, sie der Person schadet. Woher die Entscheidung, was angemessene und unangemessene Strafen sind und damit, woher Gerechtigkeit eigentlich kommt, ist aber wieder ein anderes Thema)
- Wir sind mit dem Wissen, das es falsch ist, geboren (womit wir wieder bei "woher kommt Gerechtigkeit" sind)
- Oder, wir tun es nicht, weil wir Empathie haben.
Stellt euch mal vor ihr dürfet Jedem eine reinhauen und euch wurde nie beigebracht es wäre falsch. Wem ihr wollt, wann ihr wollt und wie fest ihr wollt. Viele würden das machen, aber sie würden nicht jedem Menschen ins Gesicht schlagen, nur die, die sie nicht leiden können. Als Strafe oder Rache ist "schaden" also okay?
Und warum nicht jeden schlagen? Selber Grund warum wir es mögen Geschenke zu verschenken, wenn der/die Beschenkte sich freut, freuen wir uns auch, vorallem falls wir die Person mögen. Würdest du einer Person, die du magst, schaden, würde es ihr schlecht gehen und dir deshalb auch.
Anderen nicht zu schaden ist also egoistisch und damit ist die ganze Menschheit pur egoistisch und weder Altruismus, noch eine Mischung existiert.
Was fehlt jetzt noch?
~Pathologischer Altruismus~
ist eine psyschiche Störung, also sollte ich aufpassen, damit ich nicht gecancelt werde, weil ich gesagt habe die gibt es nicht. (Völlig berechtigt übrigens, man geht auch nicht ins Internet und sagt es gibt Depressionen nicht. Pathologischer Altruismus oder auch das Helfersyndrom, ist bewiesen eine psyschiche Störung. Meine Meinung, die ich um ein Uhr nachts auf Gutefrage schreibe, ändert nichts daran. Trotzdem, versuche ich erstmal, alles so zu erklären, das es in meine Theorie passt. Ich meine Folgendes also nicht böse, absolut nicht)
Nartürlich gibt es diese Störung und es gibt Menschen die darunter leiden. Heißt das sie sind die Einzigen, die eine Ausnahme, die altruistisch sind? Vielleicht, aber wahrscheinlicher finde ich, das sie einfach sehr nah an Altruismus dran sind. Ihnen ist nicht selbstlos und uneigennützig das Wohl der anderen so wichtig, das sie dieses über ihr eigenes packen. Sondern das gemocht, akzeptiert und geliebt zu werden, ein gutes Ansehen zu haben und ein guter Mensch zu sein ihnen wichtiger als ihr eigenes Wohl sind. Außerdem um sich selbst zu heilen, anderen zu geben was man selbst braucht, um sich besser zu fühlen.
Ist das meine persöhnliche Theorie? Ja. Macht das diese psyschiche Störung weniger schlimm? Nein.
Aber Moment, die Störung namens pathologischer ALTRUISMUS gibt es, gibt es Altruismus nicht dann auch? Laut meiner Theorie nein.
Das Handeln, der von dieser Störung betroffenden Person, ist genauso egoistisch wie das aller anderen und damit nicht altruistisch. Es ist nur auf der Skala von "mein Egoismus hilft anderen sehr" bis "er schadet anderen sehr", zu stark auf erstgenannter Seite.
Altruismus gibt es nur in der Theorie und nach dieser Theorie wurde die Störung, die sehr nah daran kommt, benannt. Feen gibt es auch nicht, trotzdem kenne ich ein Mädchen die so heißt.
LG 🤗
Und es geht weiter :) Ich habe neue Ideen. Purer Altruismus wäre laut mir also pure Selbstzerstörung. Oder?
Ich habe außerdem gesagt, Empathie ist ein Grund nett und nicht kacke zu anderen zu sein, also der Grund warum purer Egoismus gut sein kann.
Hypothetisch jetzt, nicht teil meiner Theorie:
Angenommen, Empathie ist an Egoismus gebunden. Wenn Altruismus dann ohne Empathie existieren würde, wäre das immer noch selbstzerstörerischer als das Helfersyndrom?
Empathie u. Egoismus= helfen, um sich selbst besser zu fühlen. Die Steigerung davon ist das Helfersyndrom, das selbstzerstörerisch ist.
Altruismus ohne Empathie= weniger oder mehr selbstzerstörerisch?
Ich würde sagen weniger, weil das Helfen nicht in so stark im Zusammenhang mit deinem Wohlergehen steht.
Mir geht es nicht gut? Dann gehe ich nicht zur Flüchtlingshilfe.
Aber ist das schon egoistisch für manche? Klar geht es den Flüchtlingen schlechter, aber du kannst auch nicht mit einem leeren Becher dein Wasser teilen.
Außerdem, ob es Altruismus gibt ist eine Definitionsfrage, hatte ich vergessen zu erwähnen. Ich bin allerdings von der offizielen Definition ausgegangen.
George Price hat sich mit dem Thema beschäftigt und er kommt zu dem Ergebnis, dass der Nachteil, den die Selbstlosen in der Gruppe hinnehmen müssen, sich durch den Vorteil ausgleichen lässt, den sie ihrer Gruppe als Ganzes verschaffen.
Hinzu kommt, dass freiwilliges Engagement Freude bereiten kann. Insofern kann man sich fragen, ob es wirklich ein Nachteil ist, selbstlos zu handeln.