Freundin geht Hauptschule?

20 Antworten

nach meiner erfahrung sagt die schule, die man besucht, nichts über eigenschaften einer person aus. sicher sind auf den höheren schulen eher leute, die leichter lernen, aber nicht nur. genauso wie es kindern trotz guter leistungen von den eltern verwehrt werden kann, auf höhere schulen zu gehen.

ich habe hauptschüler kennengelernt, die ihr leben gut aufgestellt haben und interessant waren, und ich habe strunzdumme akademiker kennengelernt, mit denen man kein zweites mal reden möchte.

daher finde ich den schulabschluss als auswahlkriterium ziemlich oberflächlich. um das anzuwenden, musst du eigentlich kontaktanzeigen "akademikerin gesucht" aufgeben. weil beim ersten date fände ich es etwas peinlich, nach dem schulabschluss zu fragen und dann, wenn der unpassend erscheint, "aufs klo zu gehen" und niemals wieder zu kommen. oder man hat sich schon mehrmals gesehen und stellt dann fest "hoppla, passt doch nicht: hauptschulabschluss" und macht dann schluss. aber auch egal: ein jodel mehr zu einem blödsinnigen grund, aus dem schluss gemacht wurde.

Menschlich gesehen vollkommen egal. Ob Hauptschul- oder Uniabschluss, das macht niemanden zum besseren oder schlechteren Menschen.

Beziehungstechnisch kann ich das nachvollziehen, wenn man diesen Anspruch hat. Wenn einem selbst Bildung sehr wichtig ist, auch selbst vor allem gebildet ist, dann finde ich, dass man diesen Anspruch auch haben darf. Gleich und gleich gesellt sich eben gerne. Ich finde es recht fair, etwas von seinem Partner zu erwarten, was man selber bereit oder imstande ist zu geben.
Das ist aber nicht zwingend. Es ist ein Stück Papier und sagt tatsächlich eher mehr darüber aus, wie fleißig jemand ist, als dass über eine Person eine hochgradige Intelligenz bescheinigt wird. Bin super vielen Menschen begegnet, die die Hauptschule abgeschlossen haben und mit denen ich weitaus mehr Gesprächsstoff und Freude bei der Kommunikation hatte, als mit manch anderen Prollos aus der Uni. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie eben menschlicher sind und im Vergleich zu den „hohen Tieren“ weniger Statusdenken besitzen und sich auf das Notwendigste im Leben beschränken: Glücklich zu sein. Was meinst du, wie viele hochgradig Gebildete Menschen das eben nicht mehr sein können, weil ihnen diese Bescheidenheit eben fehlt. Denn nicht nur Geld, sondern auch Bildung und vor allem das „Sich was drauf Einbilden“ kann den Charakter verderben, weil man sich ja so viel schlauer und sozial „wertvoller“ fühlt, als die etwas ungebildetere Schicht. Ich glaube, man sollte die Person wirklich allumfassend kennenlernen. Man weiß nie, was der andere einem wirklich nahe legen oder beibringen kann, was man selbst so - egal wie gebildet man selbst sein mag - gar nicht kannte. Ich habe von so vielen Menschen etwas mitnehmen können fürs Leben. Egal aus welcher Schicht! Egal ob gebildet oder ungebildet.

Dazu muss man auch sagen, dass da auch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen, die du dir unbedingt vergegenwärtigen solltest. Z.B. ob den Eltern dieses Mädchens die Bildung auch wichtig ist? Wie sie erzogen wurde. Ob sie sich das auch leisten können, denn - ich spreche aus Erfahrung - studieren ist echt nicht ohne. Geht langfristig auch auf die Tasche, ob mit Nebenjob oder nicht, die Eltern werden bei manchen Angelegenheiten nicht drumrum kommen, als auch eine gewisse Unterstützung zu leisten. Sei es auch „nur“ beim Umzug in eine andere Stadt. Es kommt darauf an, ob man auch die Unterstützung und Motivation vom Haus aus reingeprügelt kriegt. Und dieses Privileg wie ich finde, hat (leider) nicht jeder Mensch!

Es tut mir leid, das zu sagen, aber gerade deine Denkweise über Menschen spricht selbst nicht gerade dafür, dass viel Bildung auf deiner Seite vorhanden ist. Tut mir aufrichtig leid.

Man liebt doch eine Person nicht wegen ihrer Bildung wegen, sondern wegen des Charakters. Deine Freundin ist doch nicht weniger Intelligent, nur weil Sie auf die Hauptschule geht. Dir ist doch bewusst, dass man den Abschluss der anderen Schulformen auch nachmachen kann?

Wer weiß, womöglich macht Sie nach der Hauptschule den Realabschluss und dann das Abi und studiert danach vllt. sogar. Den schulischen und bildenden Werdegang als "abturner" zu bezeichnen, zeugt nur davon, dass du nicht vollständig zu deiner Freundin stehen und dich sogar womöglich schämen würdest dich mit ihr in der Öffentlichkeit zu zeigen, denn was würden die Leute denken wenn sie das wüssten.

Das wäre keine gesunde Beziehung, wenn du mich fragst.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Gebe Erfahrungen und Denkanstöße gern weiter :)

Ist doch in Ordnung. Ich war damals in der Förderschule und hab dort meinen Hauptschulabschluss erreicht. Danach habe ich ein Berufsvorbereitungsjahr gemacht. Danach habe ich eine dreijährige Ausbildung als Hauswirtschaftshelferin gemacht und abgeschlossen. Danach habe ich meinen Realschulabschluss nachgeholt und erreicht und nun mache ich aktuell mein Abi. Deine Freundin kann sich also auch noch steigern.

Mir persönlich ist es sche*ß egal, auf welche Schule jemand geht oder welchen Schulabschluss jemand hat, denn ich mag diese Person als Mensch, mit ihrem positiven Charakter und ihren positiven Charaktereigenschaften und nicht wegen ihrem Schulabschluss.

Finde ich toll!

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Hut ab!😊

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Auch Spätzünder können noch richtig zünden. Respekt!

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Ich kann das nachvollziehen. Ich finde schon, dass man recht schnell und eindeutig einen Unterschied darin merkt, wer auf einer Hauptschule war (und es dabei belassen hat) und wer Abitur hat. Es gibt immer Ausnahmen, aber im Allgemeinen merke ich das zumindest ziemlich schnell. Für mich käme eine Beziehung mit jemanden, der bildungstechnisch nicht ungefähr auf Augenhöhe mit mir ist, gar nicht in Frage. Ich fühle mich da eher unwohl.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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