Wer ist von euch beschnitten?

Das Ergebnis basiert auf 69 Abstimmungen

Ich 61%
Ich nicht 39%
Würde lieber beschnitten sein 0%
Würde lieber unbeschnitten sein. 0%
NESspieler  25.05.2024, 16:20

Bist du beschnitten?

Jojoqqq 
Fragesteller
 25.05.2024, 16:23

ja

24 Antworten

Ich

Ich wurde als zehnjähriger christlicher Deutscher mit kleinem Teil jüdischer Vorfahren (dazu siehe unten) beschnitten (low&tight, Frenulektomie: alles glatt und faltenlos). Das ist inzwischen mehrere Jahrzehnte her.

Meine Eltern folgten damals dem Rat von zwei Ärzten, als sie mich baten, mir die Argumente, die sie und ich selbst dabei gehört hatten und die für eine Beschneidung sprachen, durch den Kopf gehen zu lassen und dann selbst zu entscheiden, ob ich beschnitten werden will.

Insofern wollten sie es selbst wohl schon, aber überließen mir die Entscheidung. Und ich stimmte gern und überzeugt zu.

Die OP war ambulant. Nach wenigen Tagen, in denen es etwas „zwickte“ (keine „richtigen“ Schmerzen) war es völlig beschwerdefrei. Als nach etwa zwei Wochen die Fäden raus waren, begann meine „Entdeckungsreise“ mit dem neuen, herbeigesehnten Zustand …

Mit dem Zustand des Beschnittenseins bin ich überaus zufrieden und glücklich.

Ich hatte vorher, an meiner extrem langen und fleischigen Vorhaut, wiederkehrende, stark juckende Entzündungen an Eichel und innerer Vorhaut (Balanoposthitis) und hatte die Wahl zwischen langfristiger Salbentherapie mit „ungewissem Erfolg“ und einer Beschneidung. Da ich vom FKK auch einige wenige beschnittene Penisse Erwachsener kannte, die ich schon damals attraktiver fand als mein (in Deutschland leider Mainstream)-Zipfelmützending, willigte ich sofort und freudig in meine Beschneidung ein. Sie fiel Low&tight aus, was ich sehr gut fand und finde (zwischen Oberseite der Eichel und der Narbe sind 5 mm inneres Vorhautblatt erhalten; seitlich mehr und unten/hinten über 10 mm).

Zusätzlich gab es einen familiären Hintergrund, der für meine Eltern (und Ihre Haltung, auf die ärztliche Empfehlung zu meiner prophylaktischen Beschneidung zuzugehen) und dann auch für mich und meine sofortige und überzeugte Zustimmung bedeutend war:

Meine Oma hatte eine jüdische Mutter gehabt, die die Nazizeit in Deutschland wie durch ein Wunder mit falschen Papieren überlebt hatte. So bekam ich durch die Erzählungen meiner Oma einen ganz persönlichen „Überbau“ für mein Beschnittensein, den ich bis heute als sehr wertvoll erachte. Obwohl ich evangelischer Christ bin, bedeutet mir diese jüdische Wurzel sehr viel und ich bin froh und stolz, das Zeichen für den Bund Gottes mit Abraham unveränderlich an meinem Körper zu tragen. Obwohl es kein ritueller Akt war, sondern „nur“ ein medizinischer - den allerdings ein Chirurg ausführte, der auch als Mohel für die Jüdische Gemeinde tätig war, weshalb es bei mir ganz entsprechend der Vorschriften der Mischna durchgeführt wurde.

Psychisch, physisch-körperlich und sexuell bin ich mit meinem Beschnittensein äußerst zufrieden. Und meine seither nicht wenigen Sexualpartner waren und sind es auch. Ich kann es mir nicht besser vorstellen. Es ist Teil meiner Persönlichkeit und meines Selbstverständnisses. Und damit meines individuellen Stolzes.

Zu meiner Selbstbefriedigung:

SB mit Vorhaut habe ich nicht kennen gelernt, denn als Zehnjähriger „experimentierte“ ich zwar mit meinem Penis - aber das war ganz sicher noch keine SB. Aus zahlreichen Berichten von Patienten (bin Urologe; siehe unten und in meinem Profil) weiß ich aber sehr genau, was ich dadurch nicht erfahren habe. Ich kann für mich festhalten, dass mir das nicht fehlt; ganz im Gegenteil:

Meine SB ohne Vorhaut besteht aus sehr vielen Varianten. Vorwiegend streichle oder massiere ich sehr gern meine Eichelfurche, dazu den schmalen Streifen vom verbliebenen inneren Vorhautblatt und die ganze Eichel - und besonders gern das Dreieck an der Eichelunterseite, wo das Frenulum war.

Alle Arten (Reiben, Streicheln, Massieren; jedoch wegen meiner straffen Vorhautlosigkeit keinerlei hautverschiebendes Hin und Her als „Imitation“ des „Mütze-Glatze-Spiels“) mache ich vorwiegend trocken, aber auch gelegentlich mit Gleitmitteln.

Durch mein straffes Beschnittensein stehen mir alle Bereiche am Penis für alle sanften bis fest-robusten „Behandlungen“ ohne Gefahr von Überreizung zur Verfügung.

Der vordere Bereich von der Narbe über den schmalen verbliebenen Rest innerer Vorhaut und ganz besonders die Eichelfurche und dann natürlich die ganze Eichel ist extrem sensibel, wenn ich Gleitmittel benutze. Damit kann ich gern auch total fest zupacken und „reiben“ - und zwar von der Wurzel bis zur Eichelspitze. Dann geht es äußerst impulsiv, explosionsartig und sehr schnell, meist in Sekundenschnelle ab.

Wenn ich’s besonders lang genießen will , dann mach ich’s trocken - und nicht reibend (und schon gar nicht mit Schiebeversuchen der straffen Haut), sondern streichelnd und von sanft bis kräftig-fest massierend. Dabei steht meine äußerst sensible Eichelfurche und das ebenfalls sehr stark empfindliche Dreieck an der Eichelunterseite, wo mal mein damals herausgeschnittenes Frenulum war, absolut im Zentrum. Die Dauer bis zum Orgasmus kann ich damit stundenlang genussvoll „steuern“.

Zu sexuellen Erfahrungen mit Anderen:

Zum Sex mit Anderen gilt mein erster Absatz im Abschnitt „Zu meiner Selbstbefriedigung“ gleichermaßen.

Von den fünf Mädels/Frauen, mit denen ich Sex hatte, wurde mein vorhautloser Penis besonders gern geblasen: „Er schmeckt und riecht besser und liegt besser im Mund als einer mit Vorhaut“ war ihre übereinstimmende Meinung. Und die meisten der sehr zahlreichen Jungs/Männer, mit denen ich seitdem Sex hatte/habe, sagen das auch. Und ich selbst ebenfalls. Ganz entschieden.

Ich liebe den Sex mit anderen Beschnittenen - und bin deshalb sehr froh, seit langem einen vorhautlosen Partner zu haben. Vorhäute haben mich beim Sex fast immer abgetörnt.

Sehr viele meiner beschnittenen Patienten teilen meine Erfahrungen und Vorlieben.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Urologe/Androloge, in Praxis und Forschung tätig
Ich

Wurde vor etwa 40 Jahren mit 16 beschnitten, weil ich es wollte. Bin high and tight beschnitten und auch das Frenulum ist komplett weg. Damals war das beinahe exotisch, ich war auch der erste und einzige in der Klasse, wahrscheinlich in der ganzen Jahrgangsstufe der einen beschnittenen Penis hatte. Ich habe die Entscheidung für die Beschneidung aber bis heute nicht bereut. Ich finde es nach wie vor gut und bin zufrieden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Ich

Ich bin beschnitten. Bei mir wars der Klassiker: ich hatte eine Phimose und immer Probleme damit. Für mich war es dann ohne Vorhaut ganz klar gegenüber vorher besser und ich fühle mich damit sehr gut. Deshalb würde ich auch jedem, der mit der Vorhaut Schwierigkeiten hat, zur Beschneidung raten. Es war auch im Freundeskreis damals kein wirkliches Thema. Ich war im Schwimmverein und man kennt sich eben auch ohne Schwimmhose, aber außer vereinzelten Fragen oder Bemerkungen, die freundlich und interessiert waren, kam da nix. Ein türkischer Junge schlug mir auf die Schulter, grinste und sagte: "Na, willkommen im Club", das weiß ich noch und fand ich irgendwie nett.


AxelSports67  31.05.2024, 13:10

Ich wurde vor 40 Jahren im Alter von 16 beschnitten; damals war das sehr ungewöhnlich für einen Mitteleuropäer, man wurde oft unter der Dusche angestarrt oder es kamen Bemerkungen. Eine Ausnahme war der Schwimmverein, da gab's damals schon viele Beschnittene. Heute ist das locker und wie Du sagst: es gibt vielleicht Mal einen flapsigen Spruch - oft sogar von Jungs die selbst beschnitten sind. Und auch bei uns im Schwimmverein und in der Judogruppe ist "Willkommen im Club" die Standardreaktion.

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Ich

Ja, wurde vor gut 1 Jahr wegen Hygiene und Familientradition beschnitten und bin sehr zufrieden.

M/15

Ich nicht

... und werde es auch niemals machen lassen, weil ich es optisch einfach überhaupt nicht ansprechend finde und die Vorhaut schon eine ziemlich sinnvolle Schutzfunktion hat.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung