Sollte Pornografie unter 18 erlaubt sein?
Ich frage mich, ob die Altersgrenze von 18 Jahren bei Pornografie wirklich sinnvoll ist. Viele Jugendliche in der Pubertät haben sexuelles Interesse und schauen sich sowieso Pornos an, egal, dass es offiziell verboten ist. Meiner Meinung nach könnte ein reflektierter Konsum sogar helfen, die eigene Sexualität zu entdecken, herauszufinden, was man mag und was nicht.
Natürlich sollte es nicht erlaubt sein, dass sehr junge Kinder Pornos schauen, z. B. 10-Jährige, aber Teenager ab 14 oder 15 könnten meiner Meinung nach in einem sicheren Rahmen Zugang bekommen. Ich finde, die starre 18+-Grenze ist realitätsfern, weil sie den Konsum ohnehin nicht verhindert und Jugendlichen nichts über Sexualität beibringt.
Was denkt ihr darüber? Sollte die Altersgrenze überdacht werden?
21 Antworten
Mit der Begründung "wird sowieso gemacht" könnte man wahrscheinlich relativ viele Gesetze und Verbote kippen. Ob das sinnvoll ist, bezweifle ich.
Generell hast Du aber natürlich Recht damit. Im Durchschnitt sehen Kids heutzutage mit 13 das erste Mal Pornografie. Ich fände es sinnvoll und wichtig, dass das Thema im Sexualkundeunterricht behandelt wird.
Kids müssen lernen, dass Porno "genauso" Unterhaltung ist, wie jeder andere fiktive Film. Sprich: Es ist nicht echt, es ist nicht real, es ist nichts, was getan werden muss.
Eltern werden dem Thema eher ausweichen, weil Porno in unserer Gesellschaft verpönt ist. Also müssen die Schulen ran.
Ob Kinder aber wirklich Pornos schauen müssen? Also privat?
Übrigens: In der Doku "Inside Deep Throat", in der es um den Film Deep Throat geht, sieht man tatsächlich einmal, wie besagter Deep Throat ausgeführt wird... und die Doku ist ab 16. Es ist bei uns schon relativ liberal.
irgendwo muss man eine Grenze ziehen.... wenn man sie jetzt auf z.B. 15 runter setzt kommt der nächste und argumentiert, dass wenn mit 15 erlaubt ist man es mit 14 oder 13 ja auch erlauben könnte....
ich persönlich finde die offizielle Grenze von 18 eigentlich gut... die eigene Sexualität entdecken macht man definitiv früher und es wäre besser das ohne Pornographie zu erleben.
Genau da liegt nämlich das Problem, dass durch zu viel Porno während der Entwicklung ein total verdrehtes Bild von Sexualität entsteht....
Sieht man ja hier auf GF anhand der Fragen recht gut, wie wichtig z.B. ein Bodycount ist, oder dass es fast als Zwang erscheint dass alle Mädels squirten können müssen. auch reden so viele von Fetischen ohne zu wissen was es eigentlich heißt einen zu haben....
man sollte lieber versuchen seine Sexualität für sich selbst und mit seinem Partner zu entdecken und etwas mehr in der Realität leben.
Die Frage ist ja, warum sie P18 sind, was der Grund dafür ist und ob es den Grund noch gibt.
Du begründest es ja damit, dass es im Netz eh schon jeder eher sieht. Das stimmt, aber das ist trotzdem kein Argument.
Das Internet ist nicht mal im Ansatz so frei wie viele denken. Technisch ist es problemlos möglich den Zugang zu Pornos wieder genau so zu gestalten wie es vor 30 oder 40 Jahren war. Im Internet eine echte Altersverifikation einzurichten ist problemlos möglich. Und zwar auch so, dass sie nicht ohne weiteres umgangen werden kann. Alle Versuche für wirksame Kontrollen im Internet sind nicht an der fehlenden technischen Möglichkeit, sondern am Lobbydruck und an den Tech-Konzernen gescheitert, mit denen man sich nicht anlegen will.
Und dann ist einfach die Frage welchen Einfluss solche Filme auf Jugendliche haben. Das es ihnen helfen würde etwas über Sexualität zu lernen halte ich für Unfug. Ich denke tatsächlich, dass die Filme eher einen negativen Einfluss auf die Sexualentwicklung von Jugendlichen haben.
Die Darstellungen in den Filmen ist ja vielfach so, dass Praktiken gezeigt werden, die über "das Normale" hinausgehen. Auch wenn Sex mit 14 legal ist, heißt das noch lange nicht, dass man - oft auch mangels eigener Erfahrung - in dem Alter alles in den Filmen gezeigte richtig einordnen kann. Es sind für die Kamera inszenierte Bilder und meistens einseitig aus männlicher Sicht. Oft nicht gewaltfrei und oft sind die Frauen nur die willigen Toys. Das Problem ist dabei, dass viele Jugendliche zwar bei irgendwelchen Krimis erkennen, dass das gefaked ist und nichts mit der Realität zu tun hat, bei Pornos das aber aus irgend einem Grund nicht erkennen und denken, dass das sowas wie "Natur-Dokus" oder Lehrfilme sind.
Es mag sein, dass die Grenze auch bei unter 18 liegen kann, aber sie komplett aufzuheben fände ich nicht gut. Ich denke man sollte eher überdenken wie eine Grenze (womöglich auch bei 16) dann wirksam umgesetzt werden kann.
Ja, aber nicht in dem Sinne, dass man dann gemeinsam in der Schule "Brutal gefistet III" oder so schaut...
Natürlich nicht! Sorry, aber bist Du 10? ;) Ich hab mir als Kind tatsächlich vorgestellt, wie der Sexualkundeunterricht wohl aussehen mag und dachte, man müsse sich vielleicht ausziehen?! ^^
Genau darum schrieb ich ja auch "Crossover" mit Medienkompetenz.
Es sollte ein Bewusstsein für Sexualität aufgebaut werden. Dazu gehört heutzutage nunmal auch Pornografie. Ob das mit 14 oder 16 passieren sollte, darüber müssten Pädagogen sprechen.
Ein Bewusstsein für Sexualität baut sich in der Pubertät allgemein auf. Und Pornographie gehört nicht "heutzutage" dazu, sondern die gab es schon immer. Die Frage ist einfach wann man was richtig einordnen kann.
Aber letztlich habe kein Interesse daran mit Menschen über irgendetwas zu diskutieren die Argumente oder Standpunkte eines anderen erstmal mit einer abwertenden Frage "Sorry, aber bist Du 10?" runterdrücken müssen um ihren Standpunkt so zu untermauern.
Klar gab es die schon immer. Aber als ich aufgewachsen bin, was das "geilste" mal eine Neue Revue im Altpapier zu finden oder Emmanuelle kam Samstags Abends auf RTL oder Sat.1.
Das ist heute doch GANZ anders.
Ja sorry, deine Annahme, ich würde im Sexualkundeunterricht "Brutal gefistet III" zeigen wollen, war mir etwas zuviel.
„Ich verstehe, was du meinst, und die Punkte zu unrealistischen Darstellungen und Risiken für die sexuelle Entwicklung von Jugendlichen sind berechtigt. Klar gibt es Pornos, die ein einseitiges oder übertriebenes Bild zeigen. Aber ich denke, das Argument sollte nicht pauschal gegen alle Teenager und deren Konsum verwendet werden.
Viele Jugendliche schauen ohnehin Pornos – unabhängig von der Altersgrenze. Dabei können sie durchaus lernen, ihre eigene Sexualität zu entdecken, Grenzen zu erkennen und Vorlieben zu entwickeln, wenn sie reflektiert damit umgehen.
Die Problematik liegt eher darin, dass nicht über Medienkompetenz, kritisches Denken und Sexualerziehung gesprochen wird. Dann ist es egal, ob man 16 oder 18 ist – Jugendliche interpretieren das falsch.
Meiner Meinung nach wäre eine bessere Lösung: Aufklärung und reflektierter Umgang, statt eine starre Grenze, die sowieso umgangen wird. Eine Altersgrenze wie 14 –16 könnte sinnvoll sein, aber die völlige Tabuisierung oder Pauschalverbot ist realitätsfern.“
Aufklärung und reflektierter Umgang. Da stimme ich Dir zu. Auch die Frage, ob man die Altersgrenze auf runter setzen könnte, da bin ich durchaus bei Dir.
Aber es ist eben kein Argument zu sangen "viele Jugendliche schauen es ohnehin".
Wir haben früher auch auf dem Schulhof einschlägige Hefte kreisen lassen oder heimlich in Papas VHS-Sammlung geschaut. Das Problem ist nicht, das Jugendliche sowas mal sehen. Das Problem ist komplett unkontrollierte Dauerverfügbarkeit von zum Teil sich immer weiter steigernden Hardcore-Szenen. Das prägt tatsächlich. Und zwar nicht in dem Sinne die eigene Sexualität zu erkennen, sondern in dem Sinne die Erwartungshaltung zu verschieben.
Und wie gesagt, dass zu unterbinden wäre technisch jederzeit möglich. Man muss es nur wollen. Andere Länder machen das vor.
18+ ist völlig in Ordnung, da die dünnen Geschichten in Pornos einfach nichts mit der Realität zu tun haben und falsche Erwartungen auslösen, wenn der Konsument geistig nicht reif genug ist, das zu erkennen.
Ja stimme dir zu. Nebenbei ein Gesetzt was eh nicht zu kontrollieren ist und nur eine Menge Arbeit für die Behörden bereitet. Weg damit!
Da eh alle an sowas ran kommen wenn sie nur suchen - Sinnlos!
Würde es freigeben ab 14 - also genau dem Alter wo die Sexuelle Freiheit per Gesetz anfängt. Dazu aber komplementär und verpflichtend eine Aufklärung und Beschäftigung mit diesem Thema in der Schule. Denke wichtig, das Jugendliche begreifen das es eben nur ein "Film" ist und keine Realität.
Meine Meinung.
Exakt! Und genau darum gehört Pornografie in den Sexualkundeunterricht... als "Crossover" zu Medienkompetenz.