Wie sieht die moderne Molekularbiologie die Entstehung des Lebens?

Hier mal eine Frage, die ich schon jahrzehntelang mit mir herumtrage:

Wieso ist der genetische Code auf der Erde bei allen Organismen weitgehend gleich?

Wenn man annimmt, dass selbstreplizierbare Moleküle "zufällig" entstanden sind, könnte es in der Natur ja z.B. zwei oder drei komplett verschiedene Mechanismen geben, wie Erbinformation abgelegt wird, samt den verschiedenen Arten, die sich untereinander nicht vermischen können. Auch im Laufe der Evolution könnten sich aus einem Grundsystem zwei völlig verschiedene Mechanismen entwickelt haben. Das ist ja phylogenetisch der Fall, aber die Ähnlichkeiten zwischen den Organismen sind doch frappierend.

Kann man davon ausgehen (bzw. geht man davon aus), dass alles Leben von genau EINER Ur-DNA Sequenz abstammt, die zufällig einmal gebildet wurde. Wenn es eine von Null verschiedene Wahrscheinlichkeit gibt, dass sowas überhaupt entsteht, dann hätte ich mir erwartet, dass es an verschiedenen Stellen der Ur-Suppe passiert sein könnte...aber halt nicht auf identische Art und Weise.

Hat die Molekularbiologie eigentlich schon eine Idee, wie solche Moleküle entstanden sein könnten? Immerhin benötigt man ja zur funktionierenden Replikation nicht nur die DNA, sondern auch Enzyme (Helikase, Polymerase, ...) deren Komplexität nicht so ganz ohne ist und deren Bauplan ja ebenfall kodiert ist. Ich finde diese Vorstellung absolut irrsinnig, wenn nicht überhaupt mit menschlichen Mitteln gar nicht vorstellbar.

Nicht dass ich jetzt an Schöpfung glaube, aber beim Gedanken, dass so etwas derartig komplexes wie Leben zufällig enstanden sein soll, wird mir selbst als Physiker schwindelig: es müssten ja Ur-Prototypen von DNA (vielleicht RNA) zusammen mit den passenden Enzymen zufällig am gleichen Ort entstanden und zueinander gefunden haben...oder?

Was ich übrigens auch nicht verstehe:

Wenn ich in meiner Tasche bloß zwei PC Kabel einpacke und zwei drei mal darin herumwühle, kriege ich einen Knoten wie das Amen im Gebet. Wie kann es sein, dass sich etwas so komplexes wie die DNA bei der Mitose oder Meiose topologisch nicht verhedert?

Sind all diese Fragen berechtigt oder habe ich da was übersehen?

Schule, Chemie, Biologie, DNA, Molekularbiologie, Physik, replikation, RNA
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